Studie 21.06.2021, 11:00 Uhr

Ransomware: Diese Branchen sind besonders gefährdet

Welche Firmen und Organisationen werden am ehesten das Opfer von Ransomware-Angriffen? Dieser und anderen Fragen ist der Cybersecurity-Spezialist Sophos nachgegangen.
(Quelle: Geralt/Pixabay)
Ein Ransomware-Angriff ist eine nicht zu unterschätzende Belastung für Organisationen: Datenverschlüsselung, Lösegeldforderungen, Daten aus Backups wiedereinspielen, Systeme neu aufsetzen und den Betrieb weiterführen, zumindest die wichtigsten Prozesse. Hinzu setzen die Cyberkriminellen immer mehr auf eine neue Taktik: Galt vorher «Lösegeld gegen Datenentschlüsselung», heisst es nun: Lösegeld zahlen, sonst Datenveröffentlichung. Diese so genannten Extortion-Angriffe sind ein weitaus stärkeres Horrorszenario: Die Angreifer haben weniger Aufwand und treiben ihre Forderungen exorbitant in die Höhe, denn auch sie wissen: Organisationen drohen bei Verschleierung des Datenlecks hohe Geldbussen.

Schweizer Firmen überdurchschnittlich betroffen

Wer in Sachen Ransomware wie sehr bedroht ist, hat der Cybersecurity-Spezialist Sophos in einer aktuellen Studie analysiert und die Ergebnisse im Report «The State of Ransomware 2021» dargelegt. Für die Untersuchung wurden weltweit 5400 IT-Entscheider von Unternehmen und Organisationen befragt, darunter auch 100 aus der Schweiz.
Dabei stellt sich heraus, dass helvetische Firmen und Organisationen überdurchschnittlich häufig von Ransomware betroffen sind. Auf die Frage, ob sie bereits Opfer einer Ransomware-Attacke geworden seien, antworteten 46 Prozent der Schweizer IT-Verantwortlichen mit «ja». Weltweit bejahten «nur» 37 Prozent diese Frage. Eine regelrechte Ransomware-Plage herrscht dagegen in Indien. Hier waren 68 Prozent der Befragten von einem Angriff mit Erpressungssoftware betroffen.

Bildungswesen und Behörden bei Ransomware-Angreifern beliebt

Opfer eines Ransomware-Angriffs zu werden, ist auch eine Frage der Branche: So sind neben Herstellern, Dienstleistern und dem Einzelhandel mit 44 Prozent besonders Organisationen des Bildungswesens betroffen. Behörden und staatliche Einrichtungen liegen auf Platz 3 (40 Prozent). Vertrieb und Transport, sowie Medien, Freizeit, Unterhaltung wurden am wenigsten Opfer.
Dazu passen die Angaben der Branchen, inwieweit sie die Verschlüsselung ihrer Daten bei einem Ransomware-Angriff stoppen konnten: Am erfolgreichsten bei der Abwehr sind Unternehmen im Bereich Vertrieb und Transport (48 Prozent), gefolgt von Medien, Freizeit und Unterhaltung (47 Prozent).
Auch lokale Behörden sind oft das Ziel von Ransomware. Hier liegt der globale Durchschnitt bei 34 Prozent. Ein Grund ist die relativ hohe Zahlungsbereitschaft: Während weltweit die Bereitschaft zur Lösegeldzahlung bei 32 Prozent liegt, sind Behörden zu 42 Prozent am zweithäufigsten zahlungsbereit. Nur Energie, Öl & Gas und Versorgungsbetriebe sind mit 43 Prozent noch eher gewogen, zu zahlen. Diese Bereitschaft der Behörden vermag gemäss Report auch daran zu liegen, dass sie am ehesten von Datenverschlüsselung betroffen sind.



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