News 29.06.2016, 07:46 Uhr

St. Galler Polizei warnt vor Sexbild-Erpressungen

Fälle von «Sextortion» nehmen zu. Zumindest im Kanton St. Gallen ist das im laufenden Jahr 16 Männern passiert.
Im laufenden Jahr haben 16 Männer Anzeige gegen Unbekannt wegen Erpressung erstattet. Sie wurden vorgängig von attraktiven Frauen aufgefordert, sich vor laufender Webcams auszuziehen oder sexuelle Handlungen an sich selber vorzunehmen. Dabei wurden sie unwissentlich gefilmt und mit den Bildern anschliessend finanziell erpresst. Die Polizei mahnt zur Vorsicht, wie die Kantonspolizei St. Gallen informiert. 
Das Tatvorgehen bei der sogenannten «Sextortion», was sich aus den Begriffen «Sex» und «Extortion» (Erpressung) zusammensetzt, ist schon länger bekannt und verbreitet sich fortlaufend. Die Kontaktaufnahme findet meist über Facebook oder ein sonstiges soziales Netzwerk statt. Eine Frau mit attraktivem Profilbild nimmt Kontakt mit einem Mann auf. Schnell wird vorgeschlagen, auf eine andere Plattform wie beispielsweise Skype oder einen anderen Ort für Videochats zu wechseln. Kurz darauf zieht sich die Frau aus und fordert den Mann auf, es ihr gleichzutun und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Wenn der Mann dies tut, wird er dabei unwissentlich auf Video aufgenommen. Daraufhin droht die Täterschaft damit, die Bilder zu veröffentlichen – auch im Freundeskreis des Opfers. So gelingt es der Täterschaft, hohe Geldbeträge von den Opfern zu erpressen. Die Gelder werden mit Geldtransferservices jeweils nach Übersee überwiesen. Die Ermittlungen sind sehr aufwendig.

Tipps der Polizei

  • Ein gefälschtes Profil kann einfach erstellt werden. Lassen Sie sich nicht täuschen!
  • Vorsicht beim Annehmen von Kontaktanfragen fremder Personen. Dahinter können Betrüger stecken.
  • Wer digital erotische oder pornografische Bilder von sich erstellt, hat keine Kontrolle mehr darüber. Zeigen Sie sich deshalb nie nackt einer anderen oder gar fremden Person vor der Kamera.
  • Gehen Sie niemals auf Geldforderungen ein. Selbst wenn diese erfolgt, könnten die Bilder veröffentlicht werden.
  • Erstatten Sie in jedem Fall Anzeige bei der Polizei – selbst dann, wenn es Ihnen peinlich ist. Bewahren Sie hierfür möglichst sämtliche Chatprotokolle, Videoaufnahmen oder Angaben zum Absender wie Nick- oder Username, Zeitangabe etc. auf. 



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