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Die Foto- und Video-Formate mit Zukunft

von Klaus Zellweger 09.10.2019

Einstellungen am iPhone

Bild 2: Im Bereich Formate wird unter iOS festgelegt, wie moderne Fotos und Videos gespeichert werden sollen Bild 2: Im Bereich Formate wird unter iOS festgelegt, wie moderne Fotos und Videos gespeichert werden sollen Zoom Wenn Ihr iPhone für HEIF qualifiziert ist, sollten Sie dieses Format unbedingt verwenden. Rufen Sie dazu in den Einstellungen den Bereich Kamera auf und tippen Sie danach auf Formate, Bild 2. Wählen Sie High Efficiency, um in HEIF (und dem ebenfalls neuen Videoformat HEVC) aufzuzeichnen. Greifen Sie zu Maximale Kompatibilität, um weiterhin in JPEG zu fotografieren. Doch Vorsicht: Wenn Sie sich für die maximale Kompatibilität entscheiden, können 4K-Videos nur mit 30 fps statt mit 60 fps aufgezeichnet werden.

Tipp: Es ist wahrscheinlich nicht nötig, dass Sie sich für die maximale Kompatibilität entscheiden, denn Apple baut einige Sicherungen ein. Wenn Sie Ihr Foto im HEIF-Format an Freunde schicken, per WhatsApp in Umlauf bringen oder auf Instagram posten, wird automatisch eine temporäre Kopie im JPEGFormat erstellt. Sie können also dank HEIF zum Beispiel den Porträteffekt auf dem iPhone beliebig oft anpassen; das Gerät wird einfach vom aktuellen Zustand ein JPEG für den Versand berechnen. Sie gewinnen also nichts, wenn Sie weiterhin in JPEG fotografieren.

Für Videos: HEVC

Bei Videos ist eine effiziente Kompression noch wichtiger – nicht nur für den Dreh, sondern auch, um die Datenmenge zu reduzieren, wenn die Streifen aus dem Internet geladen werden. Zudem steigt die Auflösung kontinuierlich und nach 4K kommt 8K. Auch Eigenschaften wie HDR werden immer populärer.

Die aktuell beste Antwort auf diese Fragen hört auf das Kürzel HEVC, für High Efficiency Video Coding, auch bekannt unter der Bezeichnung H.265. Zu den Zielsetzungen von HEVC gehört, dass Videos im Vergleich zu H.264 bei gleichbleibender Qualität nur etwa die Hälfte des Platzes belegen. Dieses Ziel wurde zwar erreicht, aber der Vorgang der Kompression ist deutlich komplexer, lies: Er benötigt sehr viel mehr Rechenleistung. Das gilt nicht nur für Smartphones, sondern auch für Windows-PCs und Macs, die HEVC im nativen Format bearbeiten sollen. Deshalb ist die Aufzeichnung den schnellsten Smartphones vorbehalten. Aber auch die Wiedergabe stellt hohe Anforderungen an die Hardware. So lassen sich diese Videos mit HEVC-Codec zwar wiedergeben; aber ruckelfrei ist das nur auf leistungsstarker Hardware möglich.

Die Einführung von HEVC erfolgte nicht auf einen Schlag. Den Anfang machte 2014 das iPhone 6 (Plus), bei dem der Codec lediglich für FaceTime-Videoanrufe genutzt wurde, um die Datenmenge über das Mobilnetz zu reduzieren. Heute ist HEVC auf den iPhones nicht nur für Filmaufnahmen verfügbar, sondern sogar Pflicht, wenn Filme in 4K mit 60 fps gedreht werden.

In der Android-Welt wurde das Format ebenfalls nicht auf einen Schlag eingeführt. HEVC wird zwar seit Android 5 Lollipop unterstützt – aber die Hardware muss auch in der Lage sein, diese Rechenaufgabe zu stemmen. Dazu gehört zum Beispiel das Samsung Galaxy S9 oder neuer.

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    Kommentare

    • karnickel 12.10.2019, 09.15 Uhr

      Tja, es wird sich zeigen müssen, ob HEIF sich durchsetzen kann. Nur weil Apple es "drückt" heisst ja noch nicht, dass es ein Industriestandard wird. Ich prophezeie dann mal, dass es bei Videos je länger je weniger relevant wird, in welche Container man H.265 komprimierte Inhalte (Bild, Ton, Daten) presst. Ob MKV oder in einen anderen wird immer unwichtiger, weil die potente Hardware zum Dekodieren der Ströme gleich noch ein dutzend Container-Formate kennen darf.

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