News 04.10.2018, 08:49 Uhr

So ist die neue TV-Box von UPC

Und jetzt lasst uns die Horizon-Box endlich vergessen.
Die alte Horizon-Box war über Jahre hinweg ein Klotz und eine Hypothek für UPC. Die Bedienung war schwerfällig, die Box einfach nur gross und hässlich. Ausserdem schaffte sie es, nicht nur über sich selbst zu stolpern, sondern hat bei mir zu Hause auch das ganze Netzwerk in Mitleidenschaft gezogen. Unsere Beziehung war deshalb sehr kurz und das Aus endgültig.
Die neue TV-Box macht fast alles besser: Sie ist klein und relativ unauffällig. Mit einer modernen Fernbedienung und einer neuen Bedienstruktur wirkt das Fernsehen von UPC endlich nicht mehr so, als wäre es aus der Zeit gefallen.
Definitiv kleiner als die Horizon-Box
Quelle: PCtipp / ze

Installation und Bridge-Modus

Die Installation ist tatsächlich ein Kinderspiel, wobei ein Assistent schrittweise mit leicht verständlichen Instruktionen durch den Prozess führt. Die Verbindung zum Netzwerk erfolgt wahlweise via Ethernet oder WLAN, wobei UPC die verkabelte Variante empfiehlt.
Ethernet wird bevorzugt, aber auch WLAN ist mit an Bord
Quelle: PCtipp / ze
Bridge-Modus. Für die Interessierten: Die weisse Connect-Box, also das Internetmodem von UPC, befand sich bei der Installation im Bridge-Modus. Die TV-Box funktionierte trotzdem während etwa einer halben Stunde und verweigerte dann den Dienst dauerhaft mit der Begründung, dass keine Internetverbindung bestehe. (Natürlich war die Leitung in bester Verfassung.) Die «Lösung» bestand darin, den Bridge-Modus auszuschalten; keine schöne Sache, denn wer diesen Modus nutzt, hat dafür gute Gründe.

Steuerung anderer Geräte

Nach der ersten Installation übernimmt die Box auch gleich das Kommando und will sowohl den Fernseher (in unserem Fall Samsung) als auch den Receiver (Yamaha) mitsteuern. Das funktionierte überraschend gut – doch wie gut das Zusammenspiel im Einzelfall klappt, hängt natürlich von der eigenen Konstellation ab.
«Scart Out»?! Die Box ist wirklich für alle Eventualitäten gewappnet
Quelle: PCtipp / ze
In meinem Fall übernimmt die Steuerung jedoch bereits die One-Connect-Fernbedienung des Samsung-Fernsehers, denn die funktioniert perfekt mit allen Zuspielern. Doch leider ist es nicht möglich, damit die UPC-Box zu steuern, sodass bei uns jetzt eine zweite Fernbedienung herumliegt.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Navigation und Fernbedienung, Apps und Guides

Navigation und Fernbedienung, Apps und Guides

Navigation und Fernbedienung

Die Navigation der Box hat sich zum sehr viel Besseren gewendet. Alles funktioniert geschmeidig, die Pausen beim Umschalten der Sender sind minimal und der Programmführer wirkt so flüssig, als würde man vor einem PC sitzen.
Die meiste Zeit verharrt der Daumen im selben Drittel der Fernbedienung, was sehr entspanntes Zappen ermöglicht. Allerdings sind die meisten Tasten nahezu flächenbündig, was das Ertasten in der ersten Zeit etwas gewöhnungsbedürftig macht. Der Klickwiderstand ist ausserdem für meinen Geschmack ein wenig zu hoch; andererseits sind unbeabsichtigte Aktionen praktisch ausgeschlossen.
Was aber am meisten stört: Wer zum Geier kam auf die Idee, die Stummschaltung ausgerechnet auf die Taste ganz unten links zu legen? Diese Taste wird immerhin bei jedem einzelnen Werbeblock benötigt – und zwar möglichst schnell.
Durchdacht – mit Ausnahme der Stummschaltung ganz links unten
Quelle: PCtipp / ze

Sprachsteuerung

Direkt unter dem Steuerkreuz befindet sich die Mikrofontaste für die Sprachsteuerung – und die funktioniert erstaunlich gut, sehr schnell und sogar in Schweizerdeutsch. Aber auch englische Titel sind kein Problem. Und so lassen sich damit Sender aufrufen («ARD»), Serien suchen («The Mentalist») oder Apps starten («YouTube»). 
Doch auch wenn die Sprachsteuerung verblüffend gut funktioniert, so kämpft sie gegen uralte Gewohnheiten, die nicht so einfach überwunden werden. So ist sie für den Aufruf einer App oder TV-Serie bald unverzichtbar, doch wenn im Zehn-Sekunden-Takt durch Sprachbefehl zum nächsten Sender gewechselt wird, leidet die Stimmung in der Familie.

Apps und Guides

Die Oberfläche unterteilt sich in die unverzichtbaren Kategorien wie den Programmführer, On Demand, die eigenen Aufnahmen und mehr. Gerade der Programmführer punktet mit seiner übersichtlichen und schönen Gestaltung. Natürlich gibt es auch Apps, aber die meisten davon sind bestens bekannt und auf jedem halbwegs modernen Fernseher präsent. Netflix? Schon wieder? In unserem Haushalt ist die Mikrowelle eines der ganz wenigen Geräte, das noch keinen Netflix-Zugang bietet. Aber vielleicht können die Besitzer eines Röhrenfernsehers dieser App etwas abgewinnen.
Hier finden Sie einige Eindrücke von der Oberfläche:

Alle Kategorien befinden sich im direkten Zugriff

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Replay-TV, Hier stimmt was nicht und Fazit

Replay-TV, Hier stimmt was nicht und Fazit

Replay-TV

Zu den wichtigsten Eigenschaften gehört natürlich das Replay-TV. Ohne diese Funktion ist Fernsehen kaum mehr denkbar, wenn Sendungen pausiert, aufgezeichnet oder zu einem späteren Zeitpunkt angesehen werden sollen. Auch hier glänzt die Box. Das TV-Material wird allerdings nicht lokal gespeichert, sondern in der Cloud.
Die Replay-Funktion reicht sieben Tage zurück, doch der Zähler läuft erst ab dem Zeitpunkt der Aktivierung. Die volle Reserve steht also erst eine Woche nach der Aktivierung zur Verfügung. Die Replay-Funktion kommt auch zum Tragen, wenn eine Sendung gerade läuft; dann bietet sich die Wahl, sich entweder live einzuklinken oder am Anfang zu starten.

Hier stimmt was nicht

Der sehr gute Gesamteindruck der Box wird jedoch durch zwei Fehler getrübt, die (hoffentlich) bald behoben werden.
So kam es regelmässig zu einer Fehlermeldung, wenn Sendungen aufgerufen, Replay-Material abgespielt oder andere willkürliche Funktionen verwendet wurden. Regelmässig bedeutete in unserem Test etwa ein halbes Dutzend Mal an einem Abend. Allerdings lösten sich die Probleme von selbst, indem die Funktion einfach ein zweites Mal aufgerufen wurde. Manchmal verschwanden die Fehlermeldungen auch «einfach so».
Diese Fehlermeldung ist leider ein zu oft gesehener Gast
Quelle: PCtipp / ze
Der zweite Fehler betrifft das Bild, bei dem schätzungsweise die untersten fünf Prozent verschoben dargestellt wurden, teilweise sogar einem Flackern ähnlich. Jedoch verschwand der Fehler tags darauf, sodass kein Muster erkennbar war. Scheinbar muss bei dieser Box trotz des guten Starts noch das eine oder andere Firmware-Update nachgeschoben werden.

Angebot und Preise

Die neue Box ist ab sofort für jeden «Happy Home»-Abonnenten erhältlich. (Details zu den Abos finden Sie hier.) Bestehende Horizon-Nutzer erhalten die Box gegen eine «einmalige Aktivierungsgebühr» von 99 Franken. Ein Verzicht auf diese Gebühr wäre allerdings nur angemessen und ein willkommenes Schmerzensgeld für die jahrelange Nutzung der alten Box.

Fazit

Die neue, 4K-fähige Box macht einen sehr guten Eindruck und lässt UPC endlich zu den Mitbewerbern aufschliessen. Die Bedienung ist intuitiv, die Navigation flüssig und die Informationen werden übersichtlich und hübsch aufbereitet. Der Umstieg sollte für bestehende Kunden reine Formsache sein. Kleine Fehler müssen hingegen noch durch Firmware-Updates ausgebügelt werden.


Kommentare

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Colossus
04.10.2018
Bridge Modus Wenn das Ding tatsächlich nicht funktioniert, wenn das Modem im Bridge-Modus ist, dann kommt mir diese Box nicht ins Haus. Leider. Frage: Die Fernbedienung läuft wieder über BT/Funk? Wenn ja: Das hasse ich schon bei der Horizon. Immerhin funktionieren da aber wenigstens Senderwahl etc. auch über Infrarot. Sonst liesse sie sich über die Harmony gar nicht bedienen ...

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wcamenzind
04.10.2018
Umsteigen von Horizon auf die neue Box Bevor ich auf die neue Box umsteigen werde, müsste ich wissen, wie ich die auf der Horizonbox gespeicherten Sendungen weiterhin behalten kann. Gibt uns UPC eine Möglichkeit, diese auf die Cloud zu bringen, und - apropos Cloud - wieviel Speicherplatz wird jedem Kunden zugeteilt? Bitte UPC, beantworten Sie diese Fragen.

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Klaus Zellweger
04.10.2018
Bevor ich auf die neue Box umsteigen werde, müsste ich wissen, wie ich die auf der Horizonbox gespeicherten Sendungen weiterhin behalten kann. Gibt uns UPC eine Möglichkeit, diese auf die Cloud zu bringen, und - apropos Cloud - wieviel Speicherplatz wird jedem Kunden zugeteilt? Bitte UPC, beantworten Sie diese Fragen. Es können maximal 2000 Stunden an Aufnahmen gespeichert werden. Die Sendungen werden bei Bedarf einfach von den UPC-Servern geladen. Die Aufnahmen werden nicht lokal in der Box gespeichert.

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Klaus Zellweger
04.10.2018
Frage: Die Fernbedienung läuft wieder über BT/Funk? Scheint (auch) über Infrarot zu laufen, gemäss dieser Seite von UPC. Allerdings habe ich mit dieser UPC-Fernbedienung ohne einen Finger krumm zu machen die besseren Resultate erzielt, als mit jeder Logitech – und davon hatte ich auch schon einige. ;)

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miami24
04.10.2018
Wie kann ich wissen, ob ich im Bridge Modus bin? Wenn das Ding tatsächlich nicht funktioniert, wenn das Modem im Bridge-Modus ist, dann kommt mir diese Box nicht ins Haus. Leider. Frage: Die Fernbedienung läuft wieder über BT/Funk? Wenn ja: Das hasse ich schon bei der Horizon. Immerhin funktionieren da aber wenigstens Senderwahl etc. auch über Infrarot. Sonst liesse sie sich über die Harmony gar nicht bedienen ... Wie kann ich wissen, ob ich im Bridge Modus bin? Ich glaube, ich bin es, aber kann mich nicht mehr erinnern... bei mir ist jedenfalls ein separater Router installiert (mit der weissen Box verbunden) und die Horizon Box ist getrennt.

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Colossus
04.10.2018
Wie kann ich wissen, ob ich im Bridge Modus bin? Ich glaube, ich bin es, aber kann mich nicht mehr erinnern... bei mir ist jedenfalls ein separater Router installiert (mit der weissen Box verbunden) und die Horizon Box ist getrennt. In dem Fall höchstwahrscheinlich Bridge-Modus. Sonst hättest Du eine Router-Kaskade, was selten gesund ist ...

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Colossus
04.10.2018
Allerdings habe ich mit dieser UPC-Fernbedienung ohne einen Finger krumm zu machen die besseren Resultate erzielt, als mit jeder Logitech – und davon hatte ich auch schon einige. ;) Möglich. Aber da bei mir sonst ein ganzer Rattenschwanz an Fernbedienungen rumliegt und sich alle Geräte (ausser der Horizon mit Einschränkungen) problemlos mit der Harmony bedienen lassen, gewinnt bei mir eindeutig die Bequemlichkeit.

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miami24
04.10.2018
Ja, ich denke auch, es ist so... In dem Fall höchstwahrscheinlich Bridge-Modus. Sonst hättest Du eine Router-Kaskade, was selten gesund ist ... Keine Ahnung was eine Router-Kaskade ist, aber ich glaube auch schon, dass ich im Bridge Modus bin :)

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Klaus Zellweger
04.10.2018
Möglich. Aber da bei mir sonst ein ganzer Rattenschwanz an Fernbedienungen rumliegt und sich alle Geräte (ausser der Horizon mit Einschränkungen) problemlos mit der Harmony bedienen lassen, gewinnt bei mir eindeutig die Bequemlichkeit. Die UPC-Fernbedienung hat den TV und den Receiver vollautomatisch erkannt und mit einbezogen – sie hat nicht einmal danach gefragt. Die Steuerung hat problemlos funktioniert. (Jedenfalls das, was ich ausprobiert habe.) Das finde ich eine beachtliche Leistung. Genau genommen ist es die beste Integration von HDMI-CEC, die mir bis jetzt untergekommen ist.

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VmaxZimmi
04.10.2018
Bin dann mal gespannt, ob.... ich die Box trotzdem bekomme, auch wenn ich wegen angeblicher schlechter Bonität mein Abo, welches ich wohlverstanden seit 5 Jahren pünktlich bezahle, nach oben nicht updaten kann! Ich habe deswegen sogar schon ein paar Einschreiben an den CEO geschickt, aber es hilft alles nix! Nicht zu fassen! Die hören heutzutage nicht mal mehr auf die eigene Buchhaltung und lassen ihr System durch irgendwelche Einträge von so fragwürdigen Firmen wie intrum justitia steuern!!!