News 24.07.2018, 09:38 Uhr

BABS informiert ab Herbst auch auf Alertswiss

Um das bestehende Alarmierungssystem zu erweitern, werden die Warnungen künftig auch via App und Webseite von Alertswiss verbreitet.
Ab Herbst dieses Jahres werden Informationen zu Katastrophen und Notlagen über die Alertswiss-App (iOS oder Android) und über die Alertswiss-Webseite verbreitet. Dies schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) in einem Blog-Eintrag. Die Verbreitung geschieht zusätzlich zum bestehenden Alarmierungs- und Informationssystem mittels Sirenen und Radio. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.
Seit 2015 betreibt das BABS gemeinsam mit seinen Partnern unter der Bezeichnung «Alertswiss» neue Kommunikationskanäle zur Information der Bevölkerung über den Schutz bei Katastrophen und in Notlagen. Das BABS legt die Anforderungen an die technischen Systeme fest und bietet nebst der Webseite alertswiss.ch eine kostenlose App an (hier gehts zu unserem App-Test). 
Neu werde es auch möglich sein, bei kleineren Ereignissen schnell und offiziell Informationen und Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung zu kommunizieren. Das kann zum Beispiel die Beeinträchtigung des Trinkwassers in einem begrenzten Gebiet oder das Sperren von Verkehrsverbindungen betreffen.

Push-Meldungen via App erhalten

Alarmierungsmeldungen und Verhaltensanweisungen werden gleichzeitig auf der Alertswiss-Website als Onlinepublikation und über die Alertswiss-App als Push-Meldung verbreitet.
Ab Herbst werden neben den bestehenden Vorsorgeinformationen neu auch Ereignisinformationen zu finden sein
Quelle: alertswiss.ch/Screenshot
In der bestehenden Version der App gibt es die Funktion Push-Mitteilungen bereits. Bislang konnten Push-Meldungen jedoch nicht für die Verbreitung aktueller Ereignisinformationen eingesetzt werden. Es war lediglich möglich, Informationen über Vorsorgethemen zu verbreiten. 
Gegenüber PCtipp erklärt das BABS, dass die Ereignisinformationen grundsätzlich nicht bei der im Bundesamt für Bevölkerungsschutz angesiedelten zentralen Alertswiss-Redaktion anfallen, sondern bei den dezentralen Einsatzorganisationen. Das heisst, hauptsächlich bei den Kantonspolizeien.
«Es ist somit erforderlich, dass alle Einsatzzentralen der Kantonspolizeien an ein einheitliches System angeschlossen werden», sagt Dr. Kurt Münger, Kommunikationschef beim BABS. Dies sei mit erheblichem Aufwand verbunden gewesen. Nebst den technischen Aspekten mussten viele organisatorische Fragen geklärt werden – mit 26 Kantonen.
Grundsätzlich werden künftig alle Meldungen als Push-Meldungen über die Alertswiss-App verbreitet. Die Nutzerinnen und Nutzer können die App allerdings nach ihren Bedürfnissen konfigurieren. Konkret kann man die Kantone auswählen, aus denen man Meldungen erhalten möchte. Zudem kann man einstellen, dass man sämtliche Meldungen erhalten möchte, die den aktuellen Standort betreffen. Voraussetzung dafür ist, dass in den Einstellungen die Nutzung der Standortdaten gestattet wird.

Information via Netflix & Co?

Auf Anfrage des PCtipps, ob in der Schweiz zum Beispiel auch bei Netflix oder Spotify informiert wird, antwortet das BABS: Voraussichtlich im Jahr 2019 werde man eine nächste Beurteilung von möglichen Ausgabekanälen und deren Kosten-Nutzen-Verhältnis vornehmen. «In diesem Zusammenhang werden wir auch elektronische Kanäle wie etwa Netflix oder Spotify vertieft prüfen», sagt Dr. Kurt Münger, BABS-Kommunikationschef. Aktuell gebe es dazu noch keine konkreten Bestrebungen.


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