News 18.07.2014, 10:40 Uhr

Kobik warnt vor zunehmenden Erpressungsversuchen mit Sexaufnahmen

Erpressungen mit Sexbildern und -videos nehmen offensichtlich zu. Davor warnt einmal mehr die Bundesprüfstelle für Internetkriminalität.
Wie die Kobik meldet, gehen wieder vermehrt Meldungen von Personen ein, die mit Sexbildern und -videos erpresst werden. Laut Kobik ist das Vorgehen der Erpresser dabei oft sehr ähnlich: Eine unbekannte Person, meistens weiblich, nimmt auf Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk Kontakt auf. Es gelingt ihr, den Kontakt auf Skype oder eine andere Form der Videotelefonie zu verschieben und zu sexuellen Handlungen via Webcam anzuregen. Die vorgenommenen sexuellen Handlungen werden durch die Täterschaft aufgezeichnet und schliesslich wird gedroht, diese zu veröffentlichen, falls nicht eine bestimmte Summe bezahlt wird.

Auch wenn es passiert – besser den Kontakt abbrechen

Kobik empfiehlt daher, den Kontakt zu dieser Person sofort abzubrechen und keinesfalls auf die Erpressung einzugehen. Häufig wird nach einer ersten Bezahlung weiter Geld gefordert. Zudem stellen die Täter oftmals die Bilder oder Videos trotz Zahlung ins Internet.
Sobald man Kenntnis von einem publizierten Video oder Foto erhält, soll man laut Kobik bei der entsprechenden Plattform eine Löschung beantragen. «Bei Facebook und YouTube zum Beispiel sind pornografische Inhalte nicht erlaubt und werden nach Meldung in der Regel relativ rasch gelöscht», weiss Kobik.

Opfer sollten sich beim Polizeiposten melden

Daneben sollen die Opfer Anzeige beim Polizeiposten am Wohnort erstatten, empfiehlt die Koordinationsstelle. Die Zuständigkeit zur Strafverfolgung für deratige Delikte liegen im Übrigen bei den kantonalen Strafverfolgungsbehörden. Es empfiehlt sich, alle gesammelten Beweismittel wie Kontaktangaben, Printscreens von Chats etc. mitzunehmen. Kobik weist aber auch darauf hin, dass man sich nicht allzu grosse Hoffnungen auf Bestrafung der Erpresser machen sollte. «Die Chancen, an die Täter zu gelangen, sind in solchen Fällen leider oftmals gering.»

Vorsichtsmassnahmen

Kobik empfiehlt schliesslich, im Internet immer misstrauisch zu sein, da man nie wisse, mit wem man es zu tun habe. Man solle darüber hinaus generell niemals persönliche Daten an Unbekannte preisgeben und keine intimen Details oder Bilder über das Internet versenden. «Sind Bilder erst mal in fremden Händen, können sie jederzeit irgendwo im Internet auftauchen», warnen die Internetkriminalisten.
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Autor(in) Simon Gröflin


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