News 19.10.2015, 08:03 Uhr

Was Sie über Netzladestecker wissen sollten

Die Wahl des richtigen Netzladesteckers ist entscheidend, wenn man die Akkus von Smartphone, Tablet und Co. schnell wieder mit Energie versorgen will.
«Mein Handy braucht eine Ewigkeit, bis es voll geladen ist, da ist doch irgendwas kaputt!» Sätze wie diese hört man immer wieder, aber nicht immer ist ein defekter Akku schuld. Die Ursache kann auch auf der anderen Seite des Kabels zu finden sein – am Ladegerät.
So praktisch die hohe Verbreitung des Micro-USB-Standards als Ladeschnittstelle ist, der Stecker fürs Bluetooth-Headset eignet sich trotz gleichem Anschluss nicht gleichermassen für das 10-Zoll-Tablet, das Smartphone oder den E-Book-Reader. Ein Lader für ein Headset gibt beispielsweise nur 500 Milliampere aus, gerade mal so viel wie der USB-Anschluss am Computer.
Das reicht zwar für den Mini-Akku der Sprechgarnitur, einen 6000-mAh-Energiespeicher eines Tablets bekommt man damit aber nur sehr langsam voll. Manche Geräte wie zum Beispiel das iPad arbeiten mit solchen Steckernetzteilen gar nicht erst, selbst wenn das Kabel original von Apple kommt.
Das kann genauso aber auch bei den beliebten Powerbanks passieren, wenn der portable Akku nur eine geringe Stromstärke erreicht. Hier kann es zudem zu Problemen kommen, wenn minderwertige Akkuzellen verbaut wurden, da diese mitunter keinen konstanten Strom abgeben.

Universelle Ladegeräte im Trend

Trotz der beschriebenen Problematiken muss man nicht für jedes Endgerät zwingend immer den mitgelieferten Netzstecker verwenden, von Herstellern wie Hama oder Digipower gibt es universelle Ladegeräte, die zudem das gleichzeitige Laden erlauben, beispielsweise eines Tablets und eines iPhones. Des Weiteren gibt es auch solarbetriebene Ladehüllen.
Gibts auch fürs Auto: Universal-Ladegeräte
Hochwertige Lader erkennen, welches Gerät am USB-Port angeschlossen ist, und stellen die optimalen Werte für schnelles und akkuschonendes Laden ein. Aber auch mit dem im Lieferumfang des Smartphones enthaltenen Stecker ist nicht garantiert, dass das Endgerät damit am schnellsten geladen wird. So kann ein ­Tablet-Netzteil, das 2 mA oder sogar mehr ausgibt, ein Smartphone spürbar schneller wieder auftanken.
Angst vor einem Überladen muss man indes bei keinem Gerät haben – egal, ob mitgelieferter Stecker oder Universallader. Die Ausgangsspannung liegt stets bei 5 Volt, sofern es sich nicht um ein billiges China-Zubehörteil ohne das CE-Prüfsiegel handelt, wie sie immer wieder beispielsweise in Feriendestinationen in Strand-Shops zu finden sind.
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Zukunft der Ladetechnik

Zukunft der Ladetechnik

Denn auch wenn das drahtlose Laden über Technologien wie die zum Beispiel von Samsung eingesetzte «Qi» derzeit nur bei wenigen Endgeräten zum Einsatz kommen, könnte darin die Zukunft der Stromversorgung liegen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass der derzeit noch sehr schlechte Wirkungsgrad deutlich erhöht wird.



Kommentare
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Lunerio
19.10.2015
Ein Tablet-Netzteil welches 2 mA liefert? Vielleicht meinten die ja 2MA? :o

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stebra
19.10.2015
CE ist kein Prüfsiegel Journalisten können sich immer wieder sehr klar als Nicht-Fachleute zu erkennen geben, wenn sie mA mit MA, W mit Wh oder kW/h usw. verwechseln. Das CE-Zeichen ist eine reine Selbstdeklaration des Herstellers - da wurde nichts von unabhängiger Stelle geprüft! Und es bedeutet nur, dass der Hersteller behauptet, Sicherheit und elektromagnetische Verträglichkeit gemäss EU-Richtlinie zu erfüllen - über die Funktion wird dabei nichts gesagt.

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karnickel
24.10.2015
Wikipedia soll schon dem einen oder anderen Nicht-Elektrotechniker geholfen haben. ;) Auf jeden Fall lädt mein Samsung am Schnellsten mit dem Ladegerät von meinem alten Sony Ericsson. Bestimmt nicht schonend, aber effektiv. :cool:

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PC-John
26.10.2015
... Auf jeden Fall lädt mein Samsung am Schnellsten mit dem Ladegerät von meinem alten Sony Ericsson. Bestimmt nicht schonend, aber effektiv ... Wer noch etwas mehr in Details gehen will, und sich interessiert, wieviel Strom dann überhaupt über USB fliesst, kann mit einem USB Strom-/Spannungsmesser diese Werte auslesen: mit USB-A Stecker/Buchse: https://www.brack.ch/usb-strommesser-adapter-volt-340704 mit USB Micro-B Stecker/Buchse: https://www.brack.ch/usb-strommesser-adapter-volt-368874 Mit diesen Dongle's kann bis 4 Amp. gemessen werden. Ein USB-Stecker am PC liefert max. 500 mA, ein USB-Netzladestecker kann aber wesentlich mehr liefern! Das bestätigt auch Karnickel. (Ich war auch mal Kaninchenzüchter) Wie ein USB-Kabel mit seinen dünnen Drähten mit 1 Amp. und mehr klarkommt - bezüglich Spannungsabfall - kann dahingehend reduziert werden, dass USB-Kabel meistens sehr kurz sind. PC-John

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POGO 1104
26.10.2015
USB-C soll ja bis zu 100 Watt Leistung verkraften können - das wären bei 5V Spannung 20 Ampere ! Wie das aber bei den kleinen Kabelquerschnitten und imho noch kleinere Kontaktflächen der USB-C Steckverbinder gehen soll - ist mir schleierhaft. :confused:

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PC-John
26.10.2015
Das CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel ... Firmen-Zertifikationen auch nicht ... ... Das CE-Zeichen ist eine reine Selbstdeklaration des Herstellers - da wurde nichts von unabhängiger Stelle geprüft! Und es bedeutet nur, dass der Hersteller behauptet, Sicherheit und elektromagnetische Verträglichkeit gemäss EU-Richtlinie zu erfüllen - über die Funktion wird dabei nichts gesagt. Was Stebra hier sagt, ist absolut richtig. Es sind bei CE nur Mess-Werte gegen aussen zu erfüllen, was innerhalb des Gerätes abgeht und wie, spielt absolut keine Rolle (mehr). Bei Firmen-Zertifikationen ist das ähnlich, egal ob nach DIN, ISO, oder sonstwas zertifiziert wird. Hier werden die Produktions-Abläufe untersucht und allenfalls festgelegt. Und vor allem muss definiert werden, was zu tun ist, wenn ein Fehler passiert ist. Das schlimmste dabei sind Rückrufaktionen. Ausserdem muss (meistens) festgestellt werden können, welche Fabrikations-Lose davon betroffen sind. Und ebenfalls muss deklariert sein, wie die fehlerhaften Teile entsorgt werden. Dass aber die Qualität zuerst mal gefertigt werden muss, durch gute Arbeiter/Maschinisten/Fertigungseinrichtungen etc. darüber wird nirgendwo geschrieben. Hauptsache dabei ist, dass festgelegt wurde, wie mit Fehlern umgegangen wird. Fehler sind messbar, gute Leistungen nicht, das sieht man rasch an den Mitarbeiter-Qualifikationen gegen Jahresende. Ein mehrfach zertifzierter PC-John

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Pagnol
26.10.2015
USB-C soll ja bis zu 100 Watt Leistung verkraften können - das wären bei 5V Spannung 20 Ampere ! Ich zitiere mal aus Wikipedia: Über eine USB Typ-C-Steckverbindung lassen sich Geräte mit einer Leistungsaufnahme bis 100 W ohne zusätzliche Stromversorgung betreiben, z. B. Monitore, Tintenstrahldrucker und Aktivboxen. Verschiedene Profile definieren die möglichen Stromstärken (bis 5,0 A) und Spannungen. Zusätzlich zur bisher üblichen Spannung von 5 V sind 12 V und 20 V möglich.[10] Profil 1: 5 V @ 2,0 A Profil 2: 5 V @ 2,0 A; 12 V @ 1,5 A Profil 3: 5 V @ 2,0 A; 12 V @ 3,0 A Profil 4: 5 V @ 2,0 A; 12 V und 20 V @ 3,0 A Profil 5: 5 V @ 2,0 A; 12 V und 20 V @ 5,0 A

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Charlito
26.10.2015
Hoffen wir, dass solchen USB Typ-C-Steckverbindung mit Spannung von 12 V und 20 V nur für IT Leute reserviert sind, sonst werden vielen Geräte grillieren.

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PC-John
26.10.2015
Hoffen wir, dass solchen USB Typ-C-Steckverbindung mit Spannung von 12 V und 20 V nur für IT Leute reserviert sind, sonst werden vielen Geräte grillieren. Grundsätzlich ist ja alles möglich, wenn man nur will! Also bei einer Reservation nur für IT-Leute hätte ich schon Bedenken, Ihr alle wisst ja schon, warum und wann sich ein Schatten-IT entwickelt. Die verschiedenen Spannungen an einem USB-C Stecker können natürlich gefahren werden wenn: Der Sender der Spannung, UND der Empfänger der Spannung den Pegel miteinander aushandeln können! Das heisst also nichts Anderes als: Ein neuer USB-C Stromkonsument, kann dem Stromsender mitteilen, wieviel Spannung gesendet werden soll. Kann der Stromsender dazu nichts mitteilen, so wird es wohl ein "alter" USB sein, welcher nur 5 VDC liefern kann bei 0.5 Amp., und dann wird ohnehin nichts geröstet auf der Strom-Empfängerseite. Die Schwierigkeit - und vor allem die Kosten - werden es sein, auf einem neuen Gerät mit volltauglichem USB-C Stecker, die richtige Spannung und der zugehörige maximale Strom abzusenden. PC-John

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stebra
26.10.2015
Rösterei Der Sender der Spannung, UND der Empfänger der Spannung den Pegel miteinander aushandeln können! PC-John Wer weiss, wie fehlerhaft Software sein kann, der muss schon einiges Vertrauen mitbringen, dass diese Verhandlung zwischen Sender und Empfänger nicht mit Missverständnissen endet.