Tschüss, Portemonnaie 11.05.2022, 08:15 Uhr

So können Sie die Geldbörse zuhause lassen

Das Smartphone berührt fast jeden Aspekt unseres Lebens und vereinfacht es grösstenteils. So ist es nicht erstaunlich, dass auch das Geld seinen Weg auf das Handy findet. Lesen Sie, wie viel vom Portemonnaie Sie daheim lassen können.
(Quelle: Shutterstock/mipan)
Starten wir gleich mit dem Offensichtlichen, dem Geld. Die ursprüngliche Funktion des Portemonnaies ist das Verstauen und Tragen von Geld. Daher auch der französische Name Portemonnaie. Ironischerweise ist das Geld vergleichsweise einfach zu ersetzen – besser jedenfalls als andere typische Inhalte eines Portemonnaies. Das liegt unter anderem daran, dass Bargeld schon länger durch die Bank respektive durch die Kreditkarte «ersetzt» wird.

Geld

Bild 1: Die Twint-App ist die digitale Verwandte des Bargelds
Quelle: PCtipp.ch
Die Digitalisierung des Geldes fürs Smartphone ist also vergleichsweise einfach – zumindest teilweise. Die verschworene Welt des Bankwesens ist nicht immer so fortschrittlich und hält gerne an altbewährten Einnahmequellen fest. So ist die klassische Bankkarte (zum Beispiel Maestro) noch immer kaum digitalisiert. Vielmehr wird für praktisch alle digitalen Transaktionen die Kreditkarte verwendet. Das ergibt Sinn, da die Banken dort sowohl mit Gebühren Erträge schaffen als auch das Geld länger bei sich behalten können.
Zumindest war das alles so in einer Welt vor Twint. Die Twint-App ist das digitale Äquivalent zum Bargeld und hat die Schweiz regelrecht im Sturm erobert, Bild 1.
Twint wird von den meisten hiesigen Banken unterstützt und kann mittlerweile praktisch überall dort eingesetzt werden, wo Kreditkarten akzeptiert werden. Durch das einfache Setup kann Twint für Verkäufer schnell eingerichtet werden und ist dadurch gerade für Kleinstbetriebe und private Verkäufer ideal. So haben Bauernhofläden, Strassenmusiker oder Food-Stände Twint als digitale Zahlmethode der Wahl gekrönt. Alles, was der Verkäufer braucht, ist ein Twint-Konto und ein Smartphone. Für unbeaufsichtigte Läden können sogar QR-Codes zu Hause ausgedruckt und platziert werden. Transaktionen sind einfach und werden sofort ausgeführt. Mehr kann man wirklich nicht mehr wollen.
Fazit: Eine kleine Bargeldreserve ist durchaus noch sinnvoll, da es noch lange Digitalmuffel und eine veraltete Infrastruktur geben wird (ja, genau du, Parkhaus Schweikrüti in Gattikon, ich rede von dir). Mit Twint ist aber eine richtige Bargeldalternative etabliert und kann das Bare fast flächendeckend ablösen. Twint gibt es in den App Stores von Apple und Google.



Kommentare

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Holzbock
11.05.2022
Ich würde mich zwar bestimmt nicht als "bekennenden Digitalmuffel" bezeichnen, aber dem grassierenden Smartphone-Bezahl-Hype samt Twint & Co. stehe ich auch nach dem Lesen des durchaus interessanten Artikels weiterhin skeptisch gegenüber. Der Autor nennt das entscheidende Argument selber kurz und prägnant: "Schliesslich hat man sein Portemonnaie ja immer dabei." Eben - und da dies nun mal so ist und (zumindest bei mir) auch bleiben wird, sehe ich nicht ein, wieso ich zusätzlich ein klobiges, sturzempfindliches Teil mit winzigem Screen und mässig tauglicher "Tastatur" mit mir herumschleppen sollte. Im Portemonnaie ist bei mir alles Wesentliche schon drin und sofort griffbereit. Und nur bei Barzahlung kann ich sicher sein, dass der Gläubiger genau den geschuldeten Betrag vergütet bekommt und nicht Dritte (wie eben vor allem Twint) jedesmal ungefragt an der Transaktion mitverdienen. "Nur Bares ist Wahres" mag in diesem Forum keine populäre Ansicht sein, aber immer wenn - mehr oder weniger täglich - von Phishing und Hacking usw. berichtet wird, lehne ich mich relativ entspannt und leicht schadenfreudig grinsend zurück. :cool:

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Lumpe
11.05.2022
Ist mit der Bankkarte ist die Debitkarte gemeint? Die lässt sich doch wie die Kreditkarte ohne Probleme digitalisieren, oder?

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tamaleus
vor 6 Tagen
Sorry, nicht verstanden! Wie sieht das Ding denn "innen" aus? Warum gibt es keine weiteren Bilder? Oder verstehe ich da was falsch? Greez :unsure:

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Charlito
vor 6 Tagen
Ich verstehe nicht, warum der SwissPass-Kontrolleur, am Morgen früh, vor die Kontrolle Runde, die ganze Datenbank an Ihre Geräte lädt und Offline arbeitet. Mit zu viel Tunnels ist Internetverbindung immer ein Problem…..und kostet Geld

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Umakosto
vor 6 Tagen
Viele meinen, das wäre cool, alles mit dem Handy zu erledingen. Aber mit der Debit-Karte verbunden mit NFT bin ich 3 mal schneller mit bezahlen, als noch einen QR-Code zu scannen mit dem Handy. Dazu kommt, dass man dann einfach mehr Aufwand hat, das Kredit-Karten-Konto im E-Banking zu verwalten.

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Gaby Salvisberg
vor 5 Tagen
Aber mit der Debit-Karte verbunden mit NFT Du meintest NFC, richtig? ;-)

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Umakosto
vor 5 Tagen
ja, sorry

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re460
vor 4 Tagen
Leider kann ich meine Geldbörse nicht zu Hause lassen, weil ich im Münzfach die Chips für die Einkaufswägeli habe (weil kein Münz mehr drinn ist) ;). Ich bezahle schon längere Zeit alle Rechnungen mit dem Smartphone, mit meinem Postfinance-Konto. Für die Bezahlung verwende ich in Läden aber immer meine Prepaid-Kreditkarte von Postfinance (Ausnahme Migros, da geht das Bezahlen mit der in der Migros-App hinterlegten Postfinance-Card ausgezeichnet gut und zuverlässig. So scanne ich die zu kaufenden Artikel mit dem Smartphone und lege sie direkt in meinen Postiwagen (in der richtigen Reihenfolge, Flaschen und schweres, unempfindliches unten). Vor dem Verlassen des Geschäftes beende ich in der App den Einkauf und bezahle in direkt in der App mit der Postcard. Damit entfällt das Warten an der Kasse inkl. aufs Förderband legen und hastiges Verladen in den Postiwagen. So macht mir das Einkaufen wirklich Spass. Die Prepaid-Kreditkarte ist ebenfalls in der Geldbörse gut aufgehoben und es gibt keine Probleme wie z.B. bei Coop oder in der Apotheke mit Twint. Twint verwende ich wirklich nur im Notfall, auch sehe ich keinen Vorteil von Twint gegenüber einer normalen Kredit- oder Bank-Karte. NFC habe ich bewusst deaktiviert in meinem Smartphone. Das Bezahlen an Bezahlterminals in Geschäften und Restaurants geht mit einer Bankkarte oder einer Kreditkarte am schnellsten, schneller als das bezahlen mit Bargeld. Bargeld brauche ich heute nur noch für Kollekten in Kirchen oder bei Konzerten.