Vom Papier aufs Display 27.06.2022, 09:45 Uhr

Was braucht es fürs Digitalisieren von Fotos, Dias und Negativen?

Mit unseren Tipps retten Sie Ihre Fotoschätze ins digitale Zeitalter.
(Quelle: Shutterstock/Kittyfly)
Viele Bilder haben es nicht verdient, in Schachteln und Schubladen zu verstauben. Ein Einscannen kann diesen neues Leben einhauchen. Je nach Ausgangsmaterial brauchen Sie aber unterschiedliche Geräte und Werkzeuge dafür. Wir stellen ­Ihnen die notwendige Hardware vor und geben Tipps fürs Digitalisieren der Fotoschätze.

Flachbettscanner

Bild 1: Der ca. 333 Franken teure Epson Perfection V600 Photo ist ein guter Flachbettscanner mit einer Durchlichteinheit für Dias und Negative
Quelle: PCtipp.ch
Die für die Originalbilder schonendste Methode ist das Auflegen des Fotos auf die komplett glatte Glasscheibe in einem Flachbettscanner, Bild 1. Hier wird nichts geknickt oder gebogen. Im Gegenteil: Haben sich Fotos etwa in einer Schachtel gebogen, bringt der Deckel diese für den Scanvorgang wieder in eine komplett ebene Form.
Der Nachteil eines Flachbettscanners besteht allerdings darin, dass das Scannen der Bilder recht lange geht: Deckel auf, Bild ein­legen, möglichst exakt bündig ausrichten, ­Deckel vorsichtig schliessen, scannen, Deckel wieder auf, nächstes Bild einlegen und ausrichten – und so weiter.

Einzugsscanner

In ein solches Gerät legen Sie einen Stapel von Bildern ein, treffen in der Software grundsätzliche Voreinstellungen und scannen den ganzen Stapel in einem Rutsch. Nicht alle Einzugsscanner sind gleich gut geeignet. Zum Beispiel der Brother ADS-2800W der Autorin ist zwar angenehm zu bedienen und aus­reichend schnell, aber die gescannten Fotos verlieren in dunkleren Bereichen viele Details. Kunststück, denn seine Stärke liegt nicht bei Fotos, sondern bei Dokumenten.
Bild 2: Epsons FF-680W ist ein blitzschneller Fotoscanner
Quelle: PCtipp.ch
Es gibt aber Einzugsgeräte, die Fotos in guter Qualität und sehr zügig scannen. Auf den massenhaften Fotoscan spezialisiert ist der 540 Franken teure Epson FF-680W, den unser freier Mitarbeiter Beat Rüdt für seinen YouTube-Kanal getestet hat (Video auf Berndeutsch), Bild 2.
Haben Sie schon einen Scanner, testen Sie seine Fähigkeiten mit ein paar speziell hellen und dunklen Fotos, greifen Sie zu einer Lupe und vergleichen Sie die Resultate auf dem Originalfoto mit dem Scanresultat am Bildschirm. Falls die Qualität nicht ausreicht, ­erwägen Sie den Kauf eines Neugeräts. Alternativ mieten Sie es, etwa auf sharely.ch (siehe auch hier).
Die Nachteile eines Einzugsscanners dürfen nicht unter den Tisch fallen: Die Bilder ­werden beim Scanvorgang an Walzen vorbei­geführt und leicht gebogen. Erstens kann dies zu ­winzigen Verzerrungen im Resultat führen. Zweitens ist das nur für Bildmaterial in gutem Zustand zu empfehlen. Falls ein Papier sehr dünn ist, bereits Risse zeigt, sich von ihm gar Beschichtungen ablösen oder es Unregel­mässigkeiten aufweist, erhöht dies die Gefahr ­eines Vorlagenstaus und im schlimmsten Fall sogar einer Beschädigung des Originalfotos. Je nach Bildmaterial empfiehlt es sich, nicht zu dicke Stapel einzulegen. Viele Einzugsscanner bieten die Option, die Rückseite mitzuscannen. Das kann bei Fotos Sinn ergeben, zumal die Rückseite oft Aufschluss darüber gibt, wann das Foto geschossen bzw. wann und wo es entwickelt worden ist. Da sind manchmal handschriftliche Notizen oder das Datum und der Firmenstempel des Fotogeschäfts vorhanden.



Kommentare

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Holzbock
27.06.2022
Bei gescannten (Kleinbild-)Dias und Negativen habe ich immer Zweifel an der absoluten Planlage des Filmmaterials. Noch jedes Dia im Rähmchen und jeder Negativstreifen, die ich in meinem Leben angetroffen habe, wölben sich doch und müssten - damit der schliesslich entstehende Scan bis in die Ecken und Ränder scharf ist - irgendwie zwischen zwei Glasplatten eingespannt oder sonstwie ausgeebnet werden. Das bringt aber zugleich neue Probleme mit sich (noch mehr Staub oder die sogenannten Newtonschen Ringe, die man vielleicht noch von den eingeglasten Dias der 1950er und 1960er Jahre kennt). Wie wird das bei den im Artikel erwähnten mehrtausendfränkigen Scannern gelöst? Ich besitze nur ein preisgünstiges Modell von Reflecta, mit dem ich für schnelle Resultate und das Zeigen der Bilder im Web an sich zufrieden bin - abgesehen eben davon, dass die Negative nur an ihren Rändern eingeklemmt in einem Plastikhalter liegen und sich mittig fröhlich wölben.

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Leo52
27.06.2022
Dias sollten glaslos gerahmt werden, da dies Schimmelpilz zuverlässig verhindert und bei dunkler Lagerung, wenig Feuchtigkeit und geringer Wärme die Lebensdauer erheblich verlängert. Die geringe Wölbung ist unterheblich. Bei Verwendung guter Scan-Software, wie Lasersoft Silverfast, sind die Ränder bzgl. Schärfe nicht vom Zentrum zu unterscheiden.

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renelutz
27.06.2022
Zitat aus dem Artikel: "...der Bilder recht lange geht: Deckel auf, Bild einlegen, möglichst exakt bündig ausrichten, Deckel vorsichtig schliessen, scannen, Deckel wieder auf, nächstes Bild einlegen und ausrichten – und so weiter." Das stimmt so nicht, mit Epson Scan 2 kann man mehrere Bild auf das Glas legen und die Software erkennt die einzelnen Bilder und richt sie auch aus! (Siehe Screenshot) Mit Apple iMac Mac OS 12.4 gemacht

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re460
27.06.2022
Fotos scanne ich immer mit meinem Canon Pixma TS 9550 ein, was sehr gute Resultat ergibt, auch dank der äusserst zuverlässigen Software von Canon. Für Dias (ich bin dran, einen grösseren Diaschatz von meinen Schwiegereltern einzuscannen) verwende ich einen Scanner von Rollei PDF-S 240 SE ein (erworben von Reichelt, der ohne Zusatzkosten (Zoll usw.) direkt in die Schweiz liefert). Dieser liefert bessere Resultate als ein zuvor eingesetzter Scanner von Reflecta. Die evtl. vorhandene Wölbung von nicht verglasten Dias kann man vernachlässigen. Die Dias werden schnell eingelesen auf eine SD-Karte und können anschliessend entweder von der SD-Karte oder via USB-Anschluss in den PC eingelesen werden. Vorteil der SD-Lösung ist, dass man die Dias fernab vom PC (auf dem Balkon oder am Stubentisch) scannen kann.

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mastro
27.06.2022
Zu den Fuseln! Pinsel mit Blasebalg ist umständlich und liefert nur zusätzliche (Pinsel)-Haare! Ausgezeichnet ein Zahnhygienewasserspritzgerät wie z.B. Philips. Gerät trockenspritzen und als Luftspritze mit ca. 1cm Abstand benutzen. Ist super ca. 9 Stösse aus 1cm Abstand pro Diaseite, Ecke, Randmitte, Ecke usw. Habe während Corona ca. 20'000 Dias so gescannt.. Viel Vergnügen...

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Charlito
27.06.2022
Seit Epson Perfection V330 Photo, vom 2012 für CHF 119.- hat nicht viel geändert

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Jurgius
01.07.2022
Wieder mal ein recht oberflächlicher Bericht über das Scannen von Filmmaterial. Dias und s/w-Negative sind überhaupt kein Problem, damit kommt jede Bildbearbeitung zurecht. Anders bei Color-Negativen, die sind meistens mit einem Orangefilter (besonders bei Kodak) maskiert. Es gibt meines Wissens nur zwei Programme -eines davon ist SilverFast- die diese Maskierung beim Scannen herausrechnen können. Ob es Geräte gibt, die das automatisch machen, entzieht sich meiner Kenntnis. Uebliche Bildbearbeitungen sind überfordert, hie und da erlebt man bei geeigneten Negativen eine Ueberraschung, man erhält ein brauchbares, wenn auch farbstichiges Resultat. Von einem fachfraulichen Bericht erwarte ich in dieser Hinsicht etwas mehr, vor allem auch, zu welchem Zweck diese Orangemaskierung überhaupt dient.

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Ginemod
07.07.2022
Guten Tag Für Dias und Negative benutze ich einen Epson Coolscan 5000. Damit kann man Dias und Film einscannen. Die Auflösung beträgt 4000 Pixel, damit kann ich von 24x36 mm schöne Abzüge erstellen. Mit 600 Pixel Film oder Dias zu scannen ist eine sportliche Betätigung. Die Qualität wird jedoch massgeblich von der Software gesteuert. Mit VueScan funktioniert das alles perfekt und problemlos. Staubpartikel werden per Infrarot erkannt und heraus gerechnet. VueScan gibt es für Win, Mac und Linux. Auch sehr alte Scanner werden unterstützt, unabhängig des Betriebssystems. Damit kann ich meine Scanner überall betreiben und kann diese noch Jahre nachdem der Hersteller die Unterstützung verweigert weiter scannen. Ein kleiner Beitrag zur Verhinderung von Elektroschrott.