Tipps & Tricks 22.04.2014, 06:00 Uhr

Welches File ist das?

Gerade in etwas wackligen Netzwerken will man auf jeden unnötigen Download verzichten. Ist die Riesendatei, die Sie im Windows Explorer vor sich haben, die gesuchte Datei oder müssen Sie sie noch einmal herunterladen? Und wenn Sie sie heruntergeladen haben, ist sie dann intakt angekommen?
Lösung: Solche Fragen können Sie beantworten, indem Sie so genannte «Hashes» von der Datei berechnen. Ein Hash ist so etwas wie ein Zahlen-Fingerabdruck einer Datei. Jener besteht aus einer wie zufällig aussehenden Zeichenfolge, die je nach Standard eine unterschiedliche Länge haben kann. 
Es gibt viele verschiedene Standards, nach denen ein solcher Hash erstellt werden kann. Ebenso gibts viele Tools, mit denen Sie solche Hashes berechnen. Aber alle diese folgen klaren mathematischen Anweisungen. Wenn Sie also von einer Datei einen Hash z.B. nach «MD5»-Standard erstellen, muss immer der exakt gleiche Fingerabdruck herauskommen. Dies völlig unabhängig davon, mit welchem Werkzeug Sie das tun. Der mit «Fsum Frontend» berechnete MD5-Hash (siehe grossen Screenshot) derselben Datei ist auch in unserem Beispiel identisch mit dem MD5-Hash, der zur gleichen Datei mittels «winMD5Sum» berechnet wurde (kleines Fenster auf demselben Screenshot).
Hashes berechnen, z.B. mit winMd5sum oder Fsum Frontend
Wenn auch nur ein einziges Bit an der Datei anders läge, sähen wir einen komplett anderen Hash vor uns.
Was Ihnen dies nützt? Sie können erstens anhand eines Hashes (MD5 ist weit verbreitet) herausfinden, was für eine Datei Sie vor sich haben. Zweitens lässt sich auch anhand des Hashes feststellen, ob Ihre Dateiversion aufs Bit genau einem Original entspricht. 
Einsatzbeispiele: Sie haben auf Ihrer Festplatte eine DVD-Abbilddatei im *.iso-Format gefunden, von der Sie annehmen, es sei die gesuchte. Aber da Dateinamen geduldig sind, wissen Sie nicht, ob Sie z.B. tatsächlich das Abbild der Windows-7-64bit-DVD vor sich haben oder ob es sich um die 32bit-Version mit oder ohne Service Pack 1 handelt. Berechnen Sie doch mal mit WinMD5sum oder FsumFrontend den MD5-Hash der Datei und googeln Sie nach dem kompletten 32stelligen Hash. Wenn es sich um eine intakte ISO-Datei einer Windows-Installations-DVD handelt, werden Sie diese Information mitsamt dem exakt gleichen Hash auf mehr als einer Webseite aufgelistet finden.
Mussten Sie eine ISO-Datei herunterladen, sind aber nicht sicher, ob sie intakt angekommen ist? Es wäre doch ärgerlich, wenn Sie eine defekte Datei brennen würden, die bei der Installation des nächsten PCs dauernd Fehler verursacht. Berechnen Sie doch nach dem nächsten grösseren Download einmal den MD5-Hash der Datei. Softwareanbieter stellen sehr oft selbst Listen mit den korrekten Hashes bereit.
Auf fast jedem FTP-Server werden Sie nebst der herunterladbaren Dateien auch noch Textdateien mit Endung «MD5» finden. Die zeigen den MD5-Hash der angebotenen Dateien. Berechnen Sie auf Ihrem PC den MD5-Hash zur Datei und vergleichen Sie den Hash mit jenem, den der Hersteller publiziert hat. Stimmen die Hashes exakt überein, haben Sie aufs Bit genau dieselbe Datei vor sich.


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