Tipps & Tricks 23.07.2002, 23:00 Uhr

Norton nervt!

Ich benutze Windows 98 SE und Outlook Express (von IE 5). Ich hatte vor kurzem ein Problem, das durch Norton AntiVirus verursacht wurde (schon etwa zum dritten Mal), und konnte keine e-Mails mehr abrufen. Darauf löschte ich das Antiviren-Programm. Seither kann ich aber immer noch keine e-Mails mehr abrufen. Beim Drücken der Taste «Senden/Empfangen» erscheint zwar das normale Fenster, allerdings nur für einen Bruchteil einer Sekunde (ich habe fünf Konten, auf deren Servern nachweisbar Mails zum Abruf bereitstehen). Es erscheint in der Taskleiste «keine neuen Nachrichten». Offensichtlich nimmt Outlook Express schon gar keine Verbindung zu den Servern auf. IE6 und das dazugehörige Outlook Express habe ich heute installiert, doch das Problem besteht immer noch. Bitte helfen Sie mir! Ich hasse Norton!
Probleme mit Norton AntiVirus gehören tatsächlich zu den Dauerbrennern in einschlägigen Usenet Newsgroups (und auch hier im KuKa); besonders, weil der Support von Symantec offenbar zu wünschen übrig lässt oder zumindest fast nur in Englisch zu haben ist. Dies ist ein Grund, weshalb sich unsere "Antivirus-Abteilung" etwa mit begeisterten Kaufempfehlungen für Norton AntiVirus eher zurückhält.
Zuerst einige Worte zu den Ursachen Ihres Problems, weil in diesem Zusammenhang öfter Fragen auftauchen:
Symantec verkauft sein Norton-Produkt unter Anderem mit dem Argument, "vor E-Mail-Viren zu schützen". Dies versucht er auch zu bewerkstelligen, indem er sich auf dem PC selber als eine Art Mail-Server einrichtet, die notwendigen Mail-Konto-Einstellungen aus Outlook oder Outlook Express übernimmt und die Einstellungen des Posteingangs-Server im Mail-Programm für alle Mail-Konten auf die lokale IP-Adresse umbiegt (127.0.0.1) oder auf den Namen des lokal installierten Norton-Dienstes.
Nach diesem Konzept ist es (für Sie meist unsichtbar) nicht mehr Ihr Mail-Programm, das die Mails von Ihrem Mail-Konto beim Provider abholt, sondern eigentlich Norton selber. Dieser scannt die Mails nach Viren und leitet sie an Ihr Mail-Programm (eben Outlook/Outlook Express) weiter. Kurz: Norton hängt sich zwischen Ihr Mail-Konto und Ihr Mail-Programm.
Dieses Vorgehen mag Sinn machen, weil Norton versuchen kann, die Mails während dem Download auf Paket-Ebene nach Schädlingen zu prüfen, noch bevor sie in Ihrem Mail-Programm erscheinen. Das Problem dabei ist jedoch, dass beim automatischen Einrichten dieser "Zwischenstation" und bei der anschliessenden täglichen Arbeit mit dieser Konfiguration allzu gerne Fehler auftreten. Jeder Virenscanner, der sich an den Einstellungen anderer Programme zu schaffen macht, ist fehleranfällig, denn nicht jeder PC ist auf die gleiche Weise eingerichtet oder wird auf die gleiche Weise bedient. Deshalb entsteht verständlicherweise bei einigen Benutzern den Eindruck, dass Norton AntiVirus mehr Probleme verursacht, als es von ihnen fernhält.
Nebenbei: Theoretisch braucht ein guter Virenscanner die Mails während dem Abholen nicht zu prüfen. Stattdessen sollte er es sofort merken, wenn (z.B. nach dem Mail-Empfang) eine Beilage mit schädlichem Inhalt gestartet wird - und genau dann sollte der Virenscanner dazwischengehen und das Ausführen des schädlichen Codes verhindern.
Ihr Problem lässt sich vermutlich sehr einfach lösen:
Suchen Sie auf der Webseite Ihres Providers oder E-Mail-Anbieters nach den Informationen betreffend Posteingangs-Server (POP3) und Postausgangs-Server (SMTP). Solches steht sehr oft in den Support-Seiten oder in den "FAQ" (Frequently asked questions, häufig gestellte Fragen) des Providers.
Starten Sie Ihr Mailprogramm (Outlook oder Outlook Express) und gehen Sie zum Menü "Extras/Konten/E-Mail". Klicken Sie Ihr E-Mail-Konto an und anschliessend wählen Sie "Eigenschaften". Tragen Sie bei den entsprechenden Feldern die richtigen Servernamen ein. Dann sollten Ihre Mails wieder ordnungsgemäss bei Ihnen eintreffen.


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