Dateisystem
05.06.2020, 14:45 Uhr

Win10: Backup meckert, weil Ordner «Camera Roll» fehlt. Holen Sie ihn zurück.

Die Windows-Sicherung bricht ab. Ein Blick in die Details lässt erahnen, dass es den Ordner «Camera Roll» vermisst. Was ist das für ein Ordner? Wie erstellen Sie ihn wieder? Und wie bekommen Sie ihn korrekt als «Eigene Aufnahmen» angezeigt?
Windows-Backup findet ein Element nicht
(Quelle: PCtipp-Forum, User M3 )
Sie nutzen vielleicht schon eine Weile das Windows-eigene Datensicherungswerkzeug aus Einstellungen/Update & Sicherheit/Sicherung. Doch jetzt meckert dieses: «Sicherungsergebnisse überprüfen». Sie schauen sich die Details der Fehlermeldung an, die etwa so lauten: «Beim Sichern der Datei D:\Benutzer\Pictures\Camera Roll ist ein Problem aufgetreten. Fehler: (STATUS_WAIT_3 (0x80070003, resp. STATUS-WAIT_3 (0x80070002)».
Die Ursache liegt darin, dass Windows-Backup gerne den Ordner Camera Roll sichern würde; diesen aber am gesuchten Ort nicht antrifft. Falls Sie den Ordner wirklich nicht gesichert brauchen, könnten Sie in den Einstellungen des Backup-Werkzeugs Weitere Optionen anklicken, und versuchen, den Ordner aus dem Sicherungsjob auszuschliessen.
Soll der Ordner wirklich nicht gesichert werden, lässt er sich vom Backup ausschliessen
Quelle: PCtipp.ch
Aber eigentlich ist dies der Ordner, in dem standardmässig Ihre Fotos landen, wenn Sie etwa Ihr Handy oder eine Kamera anschliessen und die Bilder importieren.
Camera Roll ist standardmässig ein Unterordner von Pictures. Auf deutschsprachigen Windows-PCs heissen die Ordner zwar unter der Haube auch so, erscheinen aber im Datei-Explorer mit deutschen Bezeichnungen. Der «Pictures»-Ordner heisst «Bilder», der «Camera Roll»-Ordner heisst «Eigene Aufnahmen».
Normalerweise liegen diese Ordner hier:
C:\Users\IhrName\Pictures\Camera Roll
bzw. auf deutschsprachigen Systemen hier:
C:\Benutzer\IhrName\Bilder\Eigene Aufnahmen
Navigieren Sie im Datei-Explorer zu Ihrem Bilder-Ordner. Hier dürfte nun der Unterordner Camera Roll bzw. Eigene Aufnahmen bei Ihnen derzeit fehlen. Hoffentlich haben Sie die Bilder mal gesichert, denn die bekommen Sie damit nicht zurück. Aber Sie erhalten mit dem folgenden Vorgehen wieder einen voll funktionsfähigen Order für Ihre Bild-Importe.

Ordner Camera Roll/Eigene Aufnahmen wiederherstellen

Klicken Sie mit rechts auf eine freie Stelle im Ordner und wählen Sie Neu/Ordner. Nennen Sie den Ordner Camera Roll.
Klicken Sie den Ordner mit rechts an und gehen Sie via In Bibliothek aufnehmen zu Eigene Aufnahmen.
Nehmen Sie ihn in die Bibliothek «Eigene Aufnahmen» auf
Quelle: PCtipp.ch
Nun heisst der Ordner zwar auch auf Ihrem deutschsprachigen Windows weiterhin «Camera Roll», funktioniert aber wieder wie gehabt. Prüfen Sie unter Start/Einstellungen/System/Speicher via Speicherort für neuen Inhalt ändern, ob das richtige Laufwerk unter Neue Fotos und Videos werden gespeichert in ausgewählt ist. Falls nicht, schalten Sie aufs richtige um und verwenden Sie Anwenden.

Deutsche Bezeichnung wiederherstellen

Der früher für Camera Roll angezeigte Name Eigene Aufnahmen ist eigentlich nur eine kosmetische Angelegenheit. Hätten Sie den deutschsprachigen Namen trotzdem gerne wieder zurück? Als Systemordner sollte er eigentlich weiterhin Camera Roll heissen, darum sollten Sie ihn nicht manuell in Eigene Aufnahmen umbenennen.
Besser wäre es, den früheren Zustand wiederherzustellen. Das Geheimnis liegt in den Dateien namens desktop.ini, die solche Dinge für die Ordneranzeige regeln. Damit Ihr «Camera Roll»-Ordner eine funktionierende und vom System akzeptierte Datei desktop.ini bekommt, müssen Sie das System dazu bringen, eine zu erstellen.
Gehen Sie so vor: Öffnen Sie Ihren Bilder-Ordner im Datei-Explorer. Gehen Sie zu Ansicht/Optionen/Ordner- und Suchoptionen ändern. Im Reiter Ansicht deaktivieren Sie die Option Geschützte Systemdateien ausblenden. Unter Versteckte Dateien und Ordner aktivieren Sie die Option Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen. Klicken Sie auf OK.
Klicken Sie jetzt mit rechts auf Ihren Ordner Camera Roll und öffnen Sie die Eigenschaften. Im Reiter Anpassen gehts unter Ordnersymbole zu Anderes Symbol. Wählen Sie ein beliebiges aus, zum Beispiel das mit dem Chip. Klicken Sie in beiden Fenstern auf OK.
Verpassen Sie dem Ordner kurzfristig ein beliebiges Icon; damit zwingen Sie Windows, darin eine desktop.ini zu erzeugen
Quelle: PCtipp.ch
Jetzt zeigt der Ordner vorübergehend das gewählte Icon. Keine Bange, das verschwindet bald wieder. Öffnen Sie den Ordner. Dank der Anzeige versteckter Dateien finden Sie darin jetzt eine Datei namens desktop.ini. Klicken Sie diese mit rechts an und gehen Sie via Öffnen mit zum Notepad-Editor oder greifen Sie zu Bearbeiten.
Der Inhalt der Datei sieht zunächst so aus:
[.ShellClassInfo]
IconResource=C:\WINDOWS\System32\SHELL32.dll,12
[ViewState]
Mode=
Vid=
FolderType=Pictures
Leeren Sie den Inhalt komplett und ersetzen Sie ihn durch diesen Inhalt:
[.ShellClassInfo]
LocalizedResourceName=@%SystemRoot%\system32\windows.storage.dll,-21824
So muss die desktop.ini im Ordner Camera Roll aussehen
Quelle: PCtipp.ch
Speichern Sie die Datei. Wechseln Sie wieder eine Ebene hoch zu Bilder – und voilà, das vorhin ausgewählte Ordner-Icon ist weg. Und der Ordner heisst wieder Eigene Aufnahmen. (PCtipp-Forum)


Kommentare

Avatar
edger
07.06.2020
Ich rate dringendst davon ab, dies Backup zu verwenden. Ich habe es lange benutzt, bis ich es eines Tages gebraucht hätte. Ich hatte meine Systemdisk zerschossen und konnte nicht mehr booten. Da ich regelmäßig Backups angelegt hatte war das nicht so tragisch und ich holte das letzte System-Image zurück. Das hat aber nicht funktioniert denn nach dem zurück kopieren war die Disk nicht bootbar. Ich kopierte auch zwei ältere Images zurück, auch von einem Klon der Backupdisk, aber es half alles nichts. Das einzige das letztlich geholfen hat war ein Backup das ich auf einer separaten Festplatte nach der Ersteinrichtung erstellt hatte. Das System konnte nun wieder gebootet werden, aber mit einem Stand vor vier Jahren! Also gut 2 Tage arbeit um alle Programme auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Benutzerdaten konnte ich allerdings problemlos aus dem letzten Backup zurück holen. Daraufhin machte ich bei Microsoft eine Anfrage, da ich wissen wollte was ich falsch mache (kann man das?), damit mir das nicht nochmals passiert. Hier die Antwort von Microsoft (vom 5. September 2019): Ich verwende seither die kostenlose Version von AOMEI, habe jedoch noch keinen vollen Restore gemacht. Da ich mit einem Laptop arbeite kann ich nicht eben mal schnell die Disk auswechseln. Edwin

Avatar
Gaby Salvisberg
08.06.2020
Hallo Edwin Ich verstehe deinen Einwand hier nicht ganz. Kann es sein, dass du etwas verwechselst: Ich rate dringendst davon ab, dies Backup zu verwenden. Das Tool Dateiversionsverlauf aus Einstellungen/Update & Sicherheit/Sicherung ist doch eine reine Datensicherung. Das erstellt kein Abbild. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Microsoft den Dateiversionsverlauf abschaffen will. Herzliche Grüsse Gaby

Avatar
Jürgen N.
08.06.2020
Es stellt sich für Otto Normalverbraucher die Frage: worin besteht der Unterschied zwischen Sichern / Mit Dateiversionsverlauf sichern und Systemsteuerung -> Sichern und Wiederherstellen (mach ich schon immer monatlich) ?? 2x Sichern aber unterschiedlich?

Avatar
Gaby Salvisberg
08.06.2020
Hoi Jürgen N. Das sind verschiedene Konzepte. Dateiversionsverlauf dient dem fortlaufenden Sichern von Dateien (Dokumente, Bilder usw.). Das ist das, was einem am meisten fehlen würde, wenn einem die Festplatte kaputtginge. Ein Programm oder das Windows-Betriebssystem selbst kann man zur Not wieder herunterladen und auf eine neue Festplatte installieren. Ein verlorenes Bild oder Dokument wäre hingegen ohne ein Backup dauerhaft verloren. Hierfür sollte man aber unter Windows 10 wirklich den Dateiversionsverlauf aus Start/Einstellungen/Update & Sicherheit/Sicherung verwenden (siehe auch https://support.microsoft.com/de-de/help/4027408/windows-10-backup-and-restore). Das mit dem "Sichern und Wiederherstellen", das man auch in der Windows-10-Systemsteuerung noch findet, ist ein Überbleibsel von Windows 7. Das dient primär dazu, Systemabbilder zu erzeugen. Diese wiederherzustellen ist offenbar nicht sehr zuverlässig. Herzliche Grüsse Gaby

Avatar
edger
08.06.2020
Hallo Edwin Ich verstehe deinen Einwand hier nicht ganz. Kann es sein, dass du etwas verwechselst: Das Tool Dateiversionsverlauf aus Einstellungen/Update & Sicherheit/Sicherung ist doch eine reine Datensicherung. Das erstellt kein Abbild. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Microsoft den Dateiversionsverlauf abschaffen will. Die Beschreibung betrifft das Backuptool und nicht auf den Dateiversionsverlauf. Letzterer hat wohl kaum Funktionen wie 'Jetzt sichern' oder 'Sicherungsergebnisse überprüfen'. Ich habe den Dateiversionsverlauf allerdings noch nie benutzt, denn der ist auf einem Notebook nur bedingt praktikabel. Dateiversionsverlauf dient dem fortlaufenden Sichern von Dateien (Dokumente, Bilder usw.). Das ist das, was einem am meisten fehlen würde, wenn einem die Festplatte kaputtginge. Das bedingt aber, dass die Dateien auf einer anderen Disk - intern oder extern - gesichert werden. Da die wenigsten Notebooks über eine zweite Disk verfügen, hilft der Dateiversionsverlauf nur zum zurückholen verkorkster Dateien (funktioniert es überhaupt auf die gleiche Disk?) oder aber es muss permanent eine externe Disk angeschlossen sein. Ein Programm oder das Windows-Betriebssystem selbst kann man zur Not wieder herunterladen und auf eine neue Festplatte installieren. Das ist schon richtig, kann aber durchaus viele Stunden kosten. Edwin