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Die grosse Tintenfalle

Bei der Druckerwarnung «Leere Patronen austauschen!» ist noch lange nicht Schluss. Wie PCtipp aufdeckt, steckt in leeren Patronen noch bis zu 32 Prozent teure Resttinte.

von Daniel Bader 21.08.2009
Bildergalerie Titenpatronen-Betrug Titenpatronen-Betrug 19 Fotos Zoom

Trotz dieser Meldung hat es in der Patrone noch 20 Prozent Resttinte Trotz dieser Meldung hat es in der Patrone noch 20 Prozent Resttinte Zoom Würden Sie eine fast halb volle Flasche besten französischen Champagner wegleeren? Genau das tun Sie mit leeren Tintenpatronen: Der PCtipp hat mit den Geräten der bekanntesten Hersteller gedruckt, bis diese eine neue Patrone verlangten und sich die Drucke verschlechterten. Danach haben wir die Kartuschen geöffnet und die Resttinte gemessen. Das Ergebnis erstaunt: In den Patronen steckten im Schnitt noch 22 Prozent Tinte.

So haben wir getestet
In unserem Test haben wir aktuelle Drucker/Multifunktionsgeräte der Hersteller Brother, Canon, Epson, HP und Lexmark mit deren originalen Tintenpatronen geprüft. Ausgewertet wurden ausschliesslich die schwarzen Patronen, da die Druckerhersteller ihre Geräte teilweise mit einer einzigen Kartusche für alle Farben ausstatten, teils aber auch pro Farbe eine separate Patrone verwenden. Die Ergebnisse hätten sich daher nur sehr schwierig vergleichen lassen.

Testverlauf: Zuerst hat der PCtipp jeweils das Gewicht (Genauigkeit der geeichten Waage: 0,001 Gramm) der schwarzen Patrone bestimmt. Danach wurde diese in das Gerät eingesetzt und gedruckt, bis keine Tinte mehr herauskam.
Danach haben wir das Gewicht der Patrone nochmals gewogen. Im Anschluss wurde die schwarze Tintenpatrone geöffnet, die Resttinte abgelassen und das Gewicht der Kartusche ein drittes Mal gewogen. Aus den drei Messreihen haben wir am Schluss den prozentualen Wert ermittelt, bei dem das Gerät die Leerstandmeldung anzeigt. In der Tabelle sehen Sie alle Testergebnisse auf einen Blick.

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Hinweis: Die Hersteller bieten mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Tintenkartuschen an. Deshalb können unsere Ergebnisse nicht auf alle Patronen eines Herstellers übertragen werden.

Miserables Resultat
Die Ergebnisse unseres Tests verblüffen: Trotz ISO-Zertifizierung blieben in den Tintenkartuschen zwischen 15 bis 32 Prozent Tinte zurück. Durchschnittlich waren es ganze 22 Prozent – das ist mehr als ein Fünftel der Füllmenge.

Am meisten lassen Epsons B-300 und Lexmarks Professional X7675 mit 22 bzw. 32 Prozent übrig. Am effizientesten arbeitet dagegen Brothers MFC-990CW. Aber auch bei diesem Gerät sind nach dem endgültigen Druckstopp immer noch 15 Prozent Tinte im Tank.

Diese Verschwendung ist mehr als ärgerlich, wenn man bedenkt, wie teuer Tinte ist. Eine schwarze Kartusche beinhaltet etwa 8 Milliliter Tinte und kostet im Schnitt 15 Franken. Daraus ergibt sich ein Preis von Fr. 1.87 pro Milliliter. Dies entspricht einem Literpreis von sage und schreibe 1870 Franken. So viel kostet etwa eine Flasche des edlen Champagner Dom Pérignon – Oenothèque 1971 (0,75 Liter, gehandelter Preis ca. 1980 Franken).

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    Kommentare

    • gwaeggi 21.08.2009, 11.31 Uhr

      die eingetrocknete Tinte nass machen ??????? Zum Glück sind Epson's Tinten so wahnsinnig wasserlöslich... Man könnte fast meinen, PC Tipp gibt absichtlich schlechte Tipps. Bei wasserfester Tinte wie der von Epson, hilft nur DAS Lösungsmittel, welches die Tinte auflöst und dies ist in der Tinte enthalten, also Reinigungsprogramm ausführen, sicher nicht wässern !!!!!! 8 ml Tinte halten bei mir etwa 6 Monate, eine Flasche Dom Perignon etwa einen Abend. Es ist ziemlich doof Champagner mit T[...]

    • maedi100 21.08.2009, 13.06 Uhr

      ... 8 ml Tinte halten bei mir etwa 6 Monate, eine Flasche Dom Perignon etwa einen Abend. Herrlich :)

    • Giovanni Schoweiss 21.08.2009, 16.23 Uhr

      Ich finde es unverhältnismässig, wenn man die patronenpreise mit lebensdauer oder seiterzahlen misst. Nur weil ein guter bleistift-spitzer ein leben lang hält, kostet er ja auch keinen 4-stelligen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein liter tinte in der herstellung so viel kostet wie ein champagner, und diese produktionskosten sollten doch massgebend für den preis sein. Anderseits ist es auch eine von den herstellern bewusste querfinanzierung der drucker. denn diese werden he[...]

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