Tests 19.10.2016, 09:36 Uhr

Im Test: Sony Xperia XZ

PCtipp hat Sonys neuen Platzhirsch unter die Lupe genommen. Hat man die Schwächen des X Compact ausgemerzt?
Xperia XZ heisst das neuste Smartphone, das Sony kürzlich aus der Taufe gehoben hat. X, Z, XZ, YB, GC, MFG – ja, auch wir können das Naming von Sony nicht ganz nachvollziehen. Aber das ist auch nicht so wichtig. Das Design ist eng an das Xperia X Compact angelehnt. Es sieht aus wie sein grösserer, schlankerer und edlerer Bruder. Die Rückseite besteht aus Aluminium, die Kamera wurde am linken oberen Rand angebracht, gleich darunter warten Sensor und LED-Blitz. Am Seitenpanel findet sich der Power-Button, der, wie schon beim X Compact, auch als Fingerabdrucksensor fungiert. Dank den abgerundeten Seiten liegt das Gerät gut in der Hand.
Starkes Gerät, wenig Mut: das Xperia XZ
Betrachtet man die verbaute Hardware wird klar, dass Sony hier keine Kompromisse machen will. Das XZ wird der neue Ferrari. Als Taktgeber dient ein 64-Bit-Octa-Core-Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 820. Die 3 GB Arbeitsspeicher sollten auch Handy-Game-Fanatikern genügend Power bieten. Diese Komponenten wirken sich auch im Performance-Test aus: Mit einer erreichten Single-Core-Punktezahl von 1584 erklimmt das japanische Telefon nicht gerade den Thron, aber hängt sich mit an die Spitze. Gegenüber dem X Performance wurde der Akku nochmals leicht nachgebessert: 2900 mAh stehen den 2700 mAh gegenüber. Unter Vollbelastung und ohne Energiesparmodus gabs nach rund 9,5 Stunden ein Nickerchen. Aber dank USB-C wächst der Ladebalken von 0 auf 100 in rund 90 Minuten. 
Das 5,2 Zoll grosse Display wird von einem nur 8,1 Millimeter dünnen Gehäuse umrahmt. Trotz Alu-Rückseite wiegt das Gerät nur 161 Gramm. Der User muss zwar auch beim Ferrari mit 32 GB Nutzspeicher leben, aber auch hier – danke, Sony – gibts den MicroSD-Slot zum Aufrüsten.  
Abzüge gibt es beim Display. Zwar gehen Helligkeit, Kontrast und Farbdarstellung in Ordnung (da LCD), jedoch hätten wir uns (im Hinblick auf den happigen Preis von Fr. 699.–) ein OLED-Display gewünscht. Auch löst der Bildschirm nicht in 4K auf, was verwundert. Denn beim Xperia Z5 Premium hat Sony gezeigt, dass man dazu fähig wäre. Trotzdem liefert das Full-HD-Display gestochen scharfe Ansichten; die Bildpunktdichte beträgt 424 ppi.
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Bedienung und Fazit

Nicht Branchenspitze, aber ordentlich: die Single-Core-Geekbench-Punkte des Xperia XZ
Was gibt es zur Bedienung zu sagen? Das Gerät lässt sich flüssig bedienen, in unserem mehrtägigen Praxistest gabs keine Hänger, keine Freezes, keine unerwarteten App-Abstürze. Einzig die zunehmende Android-Krankheit namens Bloatware hat uns gestört: AVG-Shareware, Amazon-Shopping-App, Whats New und ähnlicher, unnötiger Kappes erwartet den Nutzer gleich nach dem Setup – und nicht selten lassen sich diese Apps nur deaktivieren und nicht deinstallieren. Allerdings sind die Geschmäcker ja verschieden. Manch einer findet möglicherweise Gefallen daran. 

Fazit

Mit dem Xperia XZ macht Sony vieles richtig. Jedoch bleiben die Japaner auf sicherem Boden. Für Experimente (wie zum Beispiel ein 4K-Display) fehlt der Mut. Für den Preis von 699 Franken hätte man sicher ein bisschen mehr erwarten dürfen. Zudem stellt sich die Frage, wieso man das Xperia X Performance, das erst im Sommer auf den Markt kam, mit dem neuen Handy quasi in die Obsoleszenz drängt. Die Geräte sind sich in Sachen Ausstattung und Aussehen zum Verwechseln ähnlich, nur, dass das XZ neuer und offenbar günstiger ist. Insgesamt ist das Xperia XZ ein tolles Gerät, dessen Kampf mit der zahlreich vorhandenen Konkurrenz aber dennoch hart werden wird. 

Testergebnis

Note
4.5
Akku, Verarbeitung, Handling
Kein 4K-Display

Details:  5,2-Zoll-Display, Snapdragon-820-64-Bit-CPU, 3 GB RAM, 32 GB Speicher (bis zu 256 GB erweiterbar, Kamera: 23 Mpx/13 Mpx, 2900-mAh-Akku

Preis:  Fr. 699.–

Infos: 
www.sony.com

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