Test: Acer Predator XB273K

Die Liste von Anforderungen an einen modernen Gaming-Monitor ist lang. Der Acer Predator XB273K macht sich daran, so viele Punkte davon abzuhaken wie möglich.

von Luca Diggelmann 15.08.2019

Es ist nicht leicht, ein umfassend starker Gaming-Monitor zu sein. Es kann aber niemand behaupten, dass der Acer Predator XB273K es nicht versucht. Auf dem Papier gelingt ihm das schonmal sehr gut: 144 Hz, G-Sync, HDR, IPS. Die grossen Schlagworte sind alle vorhanden. Schauen wir uns an, ob das in der Praxis auch «verhebt».

Äusseres und Ausstattung

Sieht aus wie ein Grafiker-Monitor, ist aber für Gamer Sieht aus wie ein Grafiker-Monitor, ist aber für Gamer Zoom© Acer

Allzu auffällig ist der Predator XB273K nicht, zeigt aber einige klare Hinweise darauf, dass es sich um einen Gaming-Monitor handelt. Das entspricht eigentlich ganz gut seinem Namen. Ein Predator, also ein Raubtier, darf nicht allzu sehr auffallen, weist aber meistens ein paar deutliche Anzeichen auf seinen Status in der Nahrungskette auf.

Der XB273K ist in schlichtem Schwarz gehalten und gaukelt eine gebürstete Aluminium-Oberfläche vor. Diese stellt sich jedoch als Plastik heraus. Auf der Vorderseite bemerkt man ausser einiger Sticker nichts von Gaming. 1,5 cm Rand oben und seitlich sowie 2 cm am unteren Rand erinnern mehr an einen Grafik-Monitor als an ein Designerstück. Die Aussage: Beim XB273K geht es zuerst um Performance, dann erst um Optik. Den grössten Blickfang findet man am Fuss des Monitors. Das Dreibein des XB273K ist qualitativ hochwertig, stabil und durchaus ansehnlich geformt. Die Konstruktion benötigt jedoch ein wenig mehr Platz als andere: Knapp über 30 cm Freiraum in der Tiefe sollten Sie auf Ihrem Schreibtisch für den XB273K entbehren können. Alternativ lässt sich der Monitor auch per VESA-Mount an der Wand oder an einer Halterung befestigen.

Die Rückseite ist simpel gehalten und versteckt die Anschlüsse gut Die Rückseite ist simpel gehalten und versteckt die Anschlüsse gut Zoom© Acer

Schaltet man den Monitor ein, scheint einem ein zweiter Blickfang entgegen. Auf der Unterseite des Monitors hat Acer eine Lichtleiste montiert. Diese beleuchtet den Schreibtisch unter dem Monitor in verschiedenen Farben und lässt sich nach Wunsch anpassen. Praktisch: Sie können zwei verschiedene Farben auf den G-Sync-Status einstellen. Beispielsweise rot für «aus» und grün für «ein». So sehen Sie auf einen Blick, ob G-Sync aktiviert ist oder nicht.

Der XB273K hat ordentlich Tiefgang Der XB273K hat ordentlich Tiefgang Zoom Wie die meisten aktuellen Monitore lässt sich der XB273K drehen, neigen und in der Höhe verstellen. Ein Kippen ins Hochformat ist nicht möglich, allerdings bei einem Gaming-Monitor auch nicht wirklich wichtig. Wer seinen Bildschirm dafür wie einen waschechten Grafik-Monitor aussehen lassen will, kann dafür die mitgelieferte Lichtschutzblende montieren. Lohnenswert ist auch ein genaueres Setup über das OSD des Monitors. Dieses ist dank rückseitig verbautem Joystick einfach zu bedienen und sehr umfangreich. Die Knöpfe zwischen dem Ein/Aus-Schalter und dem Joystick kann man getrost ignorieren.

Anschlüsse gibt es beim XB273K drei: USB, HDMI und DisplayPort. Beim USB-Anschluss handelt es sich aber leider nicht um einen C-Anschluss für Videoübertragung, sondern um einen USB-A-Hub für Peripherie und andere externe Geräte. Die besten Video-Ergebnisse erhalten Sie mit einem DisplayPort-Kabel. Zwar schaffen beide Videoanschlüsse 4K bei 144 Hz, aber nur DisplayPort kann mit den HDR-Anforderungen des XB273K mithalten. Schön ist daher, dass Acer ein DisplayPort-Kabel mitliefert.

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Display

Das Panel des XB273K kann überzeugen Das Panel des XB273K kann überzeugen Zoom© Acer

Wenn wir schon vom Bild sprechen: Das eigentliche Display des XB273K ist erstaunlich, vorausgesetzt, die Hardware kann mithalten. Das Display liefert UHD (3840 × 2160) mit bis zu 144 Hz. Nativ sind es jedoch nur 120 Hz. Für die vollen 144 Hz muss ein Boost-Modus eingeschaltet werden, der die Bildqualität leicht beeinträchtigt. Für die meisten Nutzer sollten 120 Hz aber sowieso ausreichen. Nur schon, weil das Gros der aktuellen Gaming-PCs bei modernen Titeln und hohen Grafikeinstellungen sowieso keine 144 FPS schafft. Wirklich wichtig sind Bildraten über 100 Hz nur im E-Sport und für diesen Zweck ist der XB273K nicht geschaffen. Besitzer einer Nvidia-Grafikkarte dürfen sich zudem über G-Sync freuen. Diese Technologie synchronisiert die Bildwiederholrate des Monitors mit den FPS des laufenden Games.

Etwas weniger berauschend ist die HDR-Implementierung des XB273K. Der Acer-Monitor liefert nur HDR-Bilder mit dem HDR400-Standard aus. Das bedeutet eine maximale Spitzenhelligkeit von 400 Nits. Nativ sind es sogar nur noch 350 Nits. Das bringt den XB273K in Sachen HDR näher an einen guten SDR-Monitor als an einen ordentlichen HDR-Monitor.

Ansonsten kann das 27-Zoll-Panel aber grösstenteils überzeugen. Die Farbhomogenität des XB273K ist sogar im Vergleich mit anderen hochwertigen IPS-Panels ausgezeichnet. Bei maximaler Helligkeit liegt die höchste Farbabweichung bei gerade einmal 2.0 deltaE. Schraubt man die Helligkeit auf 50 Prozent herunter, sinkt die Abweichung sogar auf hervorragende 1.0 deltaE. Interessanterweise ist die Helligkeitshomogenität deutlich schwächer, mit Abweichungen zwischen 11 und 18 Prozent in den Randregionen. Das durchgehend bei allen Helligkeitsstufen.

Die Farbabweichungen bei 50 % Helligkeit sind ausgezeichnet Die Farbabweichungen bei 50 % Helligkeit sind ausgezeichnet Zoom© PCtipp

Etwas weniger relevant für Gamer ist die Abdeckung verschiedener Farbräume. In unserem Test schafft der XB273K 93 Prozent von sRGB und 76 Prozent von AdobeRGB. Damit schneidet der Acer-Monitor etwa durchschnittlich ab.

Fazit

Acer liefert mit dem Predator XB273K einen spannenden UHD-Gaming-Monitor ab. Das Display liefert so ziemlich alles, was man sich von einem Gaming-Monitor wünschen kann, wenn auch nicht immer ganz perfekt. Seine breiten, aber etwas unfokussierten Spezifikationen machen den XB273K zu einem sehr guten Allrounder, aber auch zu einem eher mässigen Spezialisten. Er liefert hohe Bildraten für kompetitive Spieler, aber nur mit Boost und in einem für E-Sport zu grossen Paket mit unnötig hoher nativer Auflösung. Für den Erlebnis-Gamer hingegen hätten es auch 60 Hz getan, dafür eventuell mit HDR1000 statt HDR400 oder mit einem noch grösseren Display für mehr Immersion. Das macht den Monitor aber nicht schlecht, denn das wäre gelogen. Er könnte nur ein wenig Schwierigkeiten damit haben, den richtigen Nutzer für sich zu finden.

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