Klein aber heftig 24.06.2021, 10:00 Uhr

Test: Apple iMac 24 Zoll (2021)

Er tritt in grosse Fussstapfen – und zeigt, dass ein «Einstiegsgerät» nichts mit Kompromiss zu tun haben muss.
Endlich kehrt auch bei den iMacs die Farbe ein
(Quelle: Apple Inc,)
Der alte iMac war und ist eine Ikone. Aber auch an Ikonen sieht man sich irgendwann satt. Die neuste iMac-Erscheinung bringt frischen Wind und viel Farbe in die Reihe, zurzeit allerdings nur mit einer Display-Grösse von 24 Zoll. Damit bleibt Apple der Linie treu, dass zuerst alle Einstiegsgeräte mit der neuen M1-CPU ausgestattet werden. Der iMac ist zwar die letzte Produktlinie, die zum Handkuss kommt – aber die erste, bei der sich die M1-Transformation im Design widerspiegelt.

Erstkontakt

Die Verpackung ist aufwendig – sehr sogar. Es braucht seine Zeit, bis all die kleinen Befestigungen, Schutzfolien und Halterungen entfernt sind. Wenn Sie den iMac irgendwann verkaufen möchten, sollten Sie zuerst ein Foto vom Originalzustand schiessen und den Ausdruck zusammen mit der Schachtel aufbewahren; sonst wird das später nichts mit der stilvollen Weitergabe.
Alles wirkt noch edler, als es bei Apple ohnehin der Fall ist. Mit Ausnahme des Netzkabels sind alle Kabel mit einem Gewebe ummantelt – farblich abgestimmt auf die Maus, die Tastatur und natürlich auf das Gehäuse. Sehr schick! Unser Testgerät kam in Grün: sehr dunkel auf der Rückseite, deutlich heller und ein wenig zu milchig auf der Vorderseite. Aber auch das ist Geschmackssache.
Das Einschalten ist ein Erlebnis für sich: Der Willkommensgruss wird in verschiedenen Sprachen auf den passend-grünen Bildschirm gepinselt. Der Schreibtisch-Hintergrund und sogar die Akzentfarbe für Dialogfelder und Texte sind ebenfalls in der Gerätefarbe gehalten!
Was bei der Installation besonders auffällt, ist das filigrane Gehäuse. Der Standfuss bringt es zwar auf eine Tiefe von 14,7 Zentimeter, doch das Display mit dem kompletten Innenleben ist fast unglaubliche 11,5 Millimeter dünn.
Diese extreme Verdichtung fordert ihren Tribut. Die Anschlüsse werden immer weniger, wobei der Wegfall des SD-Karten-Lesers besonders oft betrauert wird, wie es zuvor schon bei den MacBooks der Fall war. An der Stirnseite gibt es immerhin noch eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für den Anschluss von Kopfhörern oder Office-Headsets.
Die Rückseite wirkt sehr aufgeräumt – und vermutlich aufgeräumter, als es einigen lieb ist. Beim günstigsten Einsteiger-Gerät warten hier gerade einmal zwei Thunderbolt- respektive USB-4-Anschlüsse. Allerdings bieten sowohl Apple als auch Drittanbieter eine riesige Auswahl an Adaptern, über die sich nahezu alles anschliessen lässt – vom SD-Card-Reader über eine externe SSD bis hin zum zweiten Monitor. Ausser dem kleinsten Modell sind alle Geräte mit zwei zusätzlichen USB-3-Ports ausgestattet, was wohl den meisten Situationen gerecht wird.
Der Griff zum kleinsten Modell (links) will allein wegen der Anschlüsse gut überlegt sein
Quelle: Apple Inc.
Das kleinste Modell ist auch das einzige ohne Ethernet-Anschluss. Bei den anderen Geräten befindet sich dieser Anschluss allerdings nicht am Gehäuse, sondern im Netzteil, das neuerdings ausgelagert ist. Das mag am Anfang etwas befremdlich wirken; aber wenn das Netzteil hinter dem Tisch verschwindet und es das Ethernet-Kabel gleich mitnimmt, führt das zu einem sehr aufgeräumten, gefälligen Arbeitsplatz.
Das Netzteil ist nicht gerade zierlich, doch hier steckt auch der Ethernet-Anschluss drin
Quelle: PCtipp.ch
Nebenbei: Ein externer Adapter von USB-C zu Ethernet wurde ohne jegliche Einstellung sofort erkannt und sorgte anschliessend für eine zuverlässige Kabel-Verbindung, wenn auch nur mit maximal 500 Mbit. So sieht also ein Plan B aus, wenn der Griff zum kleinsten iMac im Nachhinein betrachtet doch keine so gute Idee war.
Ein USB-zu-Ethernet-Adapter bringt es auf gerade einmal 500 Mbit, kann aber bei schlechtem Wi-Fi den Tag retten
Quelle: PCtipp.ch
Doch vielleicht ist Ethernet sowieso überbewertet, vor allem in einem kabellosen Netzwerk nach Wi-Fi 6 (AX). Eine realistische Verbindung durch eine Mauer und meinen Körper hindurch schaffte immer noch einen Durchsatz von über 800 Mbit, also etwa 100 MB pro Sekunde. Der Sprung auf das Gigabit ist wohl für diesen Rechnertyp zu unbedeutend, als dass sich das Kabel noch lohnt.
Wi-Fi 6 lässt Ethernet nicht mehr so wichtig erscheinen
Quelle: PCtipp.ch
Weil das Netzteil nicht nur Strom liefert, sondern auch Daten, wurde der Anschluss überarbeitet. Neu handelt es sich um einen MagSafe-Anschluss, der magnetisch am Gehäuse gehalten wird – ganz so, wie früher bei den MacBooks.
Der MagSafe-Anschluss liefert Strom und Netzwerk
Quelle: PCtipp.ch
Der Anschluss hält allerdings einiges fester als an einem MacBook von früher. Das erhöht die Gefahr, dass das Gerät von der Gravitation übermannt wird, wenn jemand über das Kabel stolpert. Andererseits ist das auch gut so: Wenn der Stecker zu leicht getrennt wird, gehen beim iMac sofort die Lichter aus, während ein MacBook unbeirrt mit seiner Batterie weiterläuft.


Kommentare

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andreachrista
24.06.2021
Ich erhalte morgen meinen neuen blauen Mac in der "besten" Konfiguration und freue mich sehr. Bin ein Windows-Kind, aber diesen bunten Farben und dem kompakten leichten Design konnte ich nicht widerstehen. Danke für den Tipp, ein Foto vom "Urzustand" herzustellen!!!

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Klaus Zellweger
24.06.2021
Ich erhalte morgen meinen neuen blauen Mac in der "besten" Konfiguration und freue mich sehr. Bin ein Windows-Kind, aber diesen bunten Farben und dem kompakten leichten Design konnte ich nicht widerstehen. Danke für den Tipp, ein Foto vom "Urzustand" herzustellen!!! Eine sehr gute Wahl! Du wirst sowas von zufrieden sein, das steht jetzt schon fest. :cool:(y)

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Hugen Dobler
vor 6 Tagen
Ich bin ein Windows "Kind" und bin durch meine Kinder auf Apple gestossen. Vergangene Weihnachten habe ich ein Ipad gekauft, um Zeitungen und anderes zu lesen (auf Samsung Galaxy S10 schmerzen meine Augen). Die Geschwindigkeit, die Auflösung, das ist etwas was ich vorher nie gekannt hatte. Nun liebäugle ich etweder mit einem MacBook Air oder dem IMac. Warum? Ich habe ein Surface Book der 1 Gen. mit 16 GB Ram und 512 GB SSD. Aber der Aufbau der Seiten, sei es im Web oder beim Aufstarten von Programmen ist teilweise jenseit von Gut und Böse. Und die ständigen Updates tragen das seine dazu bei. Ich brauche mein Surface Book sehr viel für Office (Excel Tabellen mit komplexen Formeln, Businesspläne in Word, Korrespondenz usw.) und für das Internet. Im Office 365 habe ich noch 1TB Cloud Speicher, wo alles automatisch ausgelagert wird. Ich möchte etwas, wo ich auch unterwegs auf all meine Daten zugreifen und bearbeiten kann, also wo überall das gleiche Betriebssystem herrscht. Momentan Android beim Galaxy S10, Windows beim Surface Book und lesen beim IPad 2020 (M1 Chip). Vielleicht kann auch ein IPhone das Galaxy ersetzen. Was mich jedoch etwas zurück hält, sind die Kommentare, dass Office nicht optimal auf dem M1 Chip laufe, andere Programme irgendwie nicht die volle Kapazität des M1 Chips ausnutzen können. Was meint ihr dazu? Lohnt sich ein Umstieg und wenn ja, auf welche Geräte?:unsure:

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Klaus Zellweger
vor 6 Tagen
Was mich jedoch etwas zurück hält, sind die Kommentare, dass Office nicht optimal auf dem M1 Chip laufe, andere Programme irgendwie nicht die volle Kapazität des M1 Chips ausnutzen können. Salü Hugen Dobler Mir ist keine Software untergekommen, die auf dem M1 nicht genauso gut funktionieren würde, wie auf einem Intel-Rechner. Sogar nicht-angepasste Programme laufen mindestens gleich schnell unter dem Rosetta-2-Emulator. Der Emulator wird in deinem Fall aber nicht gebraucht, denn Excel, PowerPoint und Word sind längst für den M1 optimiert. Die geben also alles. Nur bei Teams trödelt Microsoft; hier kommt automatisch Rosetta 2 zum Einsatz. Theoretisch wäre es möglich, dass es in Office holpert, wenn komplexe VBA-Scripts verwendet werden. VBA soll dem Vernehmen nach fast, aber nicht ganz deckungsgleich ist. (Sorry, nicht mein Fachgebiet.) Aber das wäre dann kein M1-Problem, sondern eine grundsätzliche Abweichung zur Mac-Version von Office. Lohnt sich ein Umstieg und wenn ja, auf welche Geräte? Ob sich ein Umstieg lohnt, kannst nur du beantworten. Kleine Entscheidungshilfe: Die meisten Mac-Anwender würden wohl eher versuchen, mit dem nackten kleinen Zeh einen Betonblock an seiner giftigsten Kante zu zertrümmern, als zu Windows zu wechseln. Es kann in der Apple-Welt also nicht so schlimm sein. Bei den Geräten ist es so, dass alle M1-Rechner zurzeit gleich schnell sind: Mac mini, iMac, MacBook Air und MacBook Pro. Auch die beiden MacBooks sind bei der Leistung praktisch identisch; das Pro hat allerdings einen Lüfter verbaut, der verhindert, dass die CPU bei einer sehr hohen Auslastung nach einer gewissen Zeit gedrosselt wird. Aber das wird bei deinen Office-Anwendungen nie ein Kriterium sein. Ich persönlich würde bei deinen Anforderungen zu einem stationären iMac oder zu einem MacBook Air mit externem Display greifen. Allerdings wirst du schwerlich ein externes Display finden, das qualitativ an jenes im iMac heranreicht – vom etwa 6500 Franken teuren Pro Display XDR abgesehen. Wenn du es allerdings darauf anlegst, kannst du dieses 6K-Monster problemlos mit dem MacBook Air in der vollen Auflösung ansteuern. 🤩 Man muss sich ja ab und zu auch etwas Gutes tun!

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Hugen Dobler
vor 6 Tagen
Hallo Klaus Besten Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen. Von der Grösse her, tendiere ich nun eher zum IMac, da dies einen grossen Bildschirm hat. Die Stationären haben ja in obigem Testbericht ein akzeptables Resultat erzielt, so dass mit denen ein angenehmes Arbeiten sicherlich auch Freude macht. Wie ist denn, wie bei meiner Frage erwähnt, das Zusammenspiel zwischen IMac und Android? Bei Android habe ich die Fotos einmal in der App Fotos, dann wiederum kommt die Galerie und als ob es nicht genug wäre ist Google Drive auch noch mit im Boot und One Drive will auch noch etwas vom Kuchen haben. Ich will alles an einem Ort und nicht in verschiedenen Apps die Teile zusammensuchen. Mit 55 will man es einfacher und nicht komplizierter haben. Am Besten wäre alles auf OneDrive, aber muss ich denn für den Mac wieder ein separates Abo lösen? Es gibt soviele Fragen über Fragen die wahrscheinlich noch bis zu Weihnachten andauern würden😊.

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Klaus Zellweger
vor 5 Tagen
Wie ist denn, wie bei meiner Frage erwähnt, das Zusammenspiel zwischen IMac und Android? Ähh … nicht so prickelnd. Schliesslich lebt der Apple-Kosmos zu einem guten Teil davon, dass alles nahtlos abgeglichen wird – solange die Apple-Geräte unter sich bleiben. Ich will alles an einem Ort und nicht in verschiedenen Apps die Teile zusammensuchen. Also alle Fotos an einen gemeinsamen Ort exportieren, am Mac in die Anwendung «Fotos» importieren und im Oktober das neuste iPhone kaufen. Dann ist das Thema vom Tisch. Am Besten wäre alles auf OneDrive, aber muss ich denn für den Mac wieder ein separates Abo lösen? Meinst du das Microsoft-365-Abo (ehemals Office 365)? Das gilt auch für Macs. Du kannst also Office und OneDrive herunterladen, auf all deinen Apple-Geräten (Mac, iPad, iPhone) installieren, dich mit deinem MS-Konto anmelden und nahtlos weiterarbeiten, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen. Das funktioniert sogar dann, wenn du parallel dazu eine Windows-Installation verwendest. Und der OneDrive ist natürlich weiterhin 1 TB gross und enthält alle deine Daten. Grundsätzlich ist der Umstieg auf den Mac sehr viel einfacher, als viele Umsteigewilligen befürchten – das gilt erst recht, wenn primär Microsoft- oder Adobe-Programme zum Einsatz kommen, die auch für den Mac angeboten werden.