Testcenter 16.06.2022, 10:24 Uhr

Logitech Signature M650 im Test

Eine Maus, die einfach noch Maus sein darf.
(Quelle: Logi)
Moderne Peripherie muss immer etwas bieten. Sei es LED-Beleuchtung, ein speziell leichtes Gehäuse, oder mehr Tasten als man Finger hat. Irgendetwas braucht es, damit die Nutzerschaft unterhalten bleibt. Bei der Signature M650 ist das etwas anders. Sie ist einfach eine Maus. Das heisst nicht, dass keine interessanten Technologien darin verbaut sind, aber keine davon wirkt aufgesetzt.
Quelle: Logitech
Speziell ist an der M650 die Grösse, respektive Grössen. Davon gibt es nämlich zwei, die reguläre M650 und die leicht grössere M650 L. Dazu kommt eine M650 L Left für Linkshänder. Merkwürdigerweise gibt es keine kleine Variante für Linkshänder. Die reguläre M650 ist leicht länger als eine MX Anywhere 3, dafür etwas schmaler. Die M650L geht eher in Richtung MX Master. Logitech empfiehlt die reguläre M650 für kleine bis mittelgrosse Hände, die M650 L für grosse Hände. Mit meinen mittelgrossen Händen finde ich die M650 angenehm. Allerdings mag ich generell kleine Mäuse. Falls Sie also mittelgrosse Hände haben und eher grosse Mäuse bevorzugen, ist die M650 L wahrscheinlich passender. Probieren Sie die Geräte im Zweifelsfall im Laden aus.
Eine weitere Besonderheit der M650 findet man in den Tasten. Diese sind schallgedämmt, wie schon bei der Logi Pop. Das ist so ein Feature, von dem man denkt, es sei komplett sinnlos. Aber wenn man es einmal hatte, will man nicht mehr ohne. Die schallgedämmten Tasten fühlen sich nicht nur ungemein sanft und geschmeidig an, sondern zeigen bestens auf, wie nervig das ständige Geklicke sein kann. Mir fällt es jedenfalls sofort auf, wenn ich wieder auf meine übliche Maus wechsle. Etwas schade: Die Seitentasten der M650 sind nicht so leise wie die zwei Haupttasten. Beim Scrollrad kommt eine abgespeckte Variante des smarten Scrollrads der MX-Serie zum Zug. Es ist nicht ganz so solide verarbeitet und läuft noch etwas lockerer. Das ist schade, aber verständlich, da die M650 weniger als die Hälfte der MX Anywhere 3 kostet. Im Alltag ist das Scrollrad etwas sehr locker, man scrollt beim Mittelklick leicht einige Zeilen hin und her. Dafür bekommt man hier in einer Maus unter 50 Franken ein dynamisches Scrollrad, das automatisch zwischen klickend und freidrehend wechselt, je nach Tempo der Drehung. Das ist an sich schon bemerkenswert.
Ebenfalls bemerkenswert ist die Wahl der Batterie. Die M650 wird mit einer einzelnen AA-Batterie betrieben. Es gibt keine Möglichkeit, die Maus per USB aufzuladen. 
Wirklich problematisch sollte das im Alltag aber nicht sein, da die Maus laut Logitech mit einer frischen Batterie rund 24 Monate durchhalten soll. In unserer Testperiode liess sich das natürlich nicht zweifelsfrei ausprobieren, allerdings ist Logitech mit Batterielaufzeiten im Schnitt relativ akkurat. In der Praxis dürfte die Laufzeit wohl innerhalb von 10 % zum angegebenen Wert liegen. Und ob es dann 24 oder 22 Monate sind, macht dann auch nicht mehr viel aus. Fakt ist: Die M650 hält mit einer Batterie etwa so lange durch, wie die Lebenserwartung eines modernen Smartphones. Da lässt es sich sogar verschmerzen, dass Logitech eine Einwegbatterie mitliefert.
Einen Beitrag zur langen Akkulaufzeit liefert auch die Verbindung der M650. Diese wird wahlweise über Bluetooth LE oder Funk hergestellt. Bluetooth eignet sich vor allem für Notebooks mit wenigen Anschlüssen oder für mobile Geräte wie Tablets. Die M650 versteht sich dabei sowohl mit iOS/iPadOS, als auch mit Android. Am Desktop kann sich die Funk-Verbindung per USB-A-Dongle lohnen. Dieser verwendet Logitech Bolt und ist somit schneller als Bluetooth. Das macht die M650 zwar nicht direkt zu einer Gaming-Maus, sie kann aber durchaus mithalten, sofern man nicht gerade von hochkompetitiven Shooter-Games spricht. Etwas schade ist, dass die M650 keine Multi-Device-Funktion anbietet. Sie kann also nicht einfach per Tastendruck zwischen mehreren Geräten hin- und herwechseln. Ist in dieser Preisklasse aber auch nicht unbedingt zu erwarten.



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