Tests 23.01.2015, 14:36 Uhr

Lumia 535: 130-Franken-Smartphone im Test

Ein vollwertiges Windows Phone mit 5-Zoll-Display für 130 Franken? Das Microsoft Lumia 535 scheint auf dem Papier ein sehr lukratives Angebot zu sein. Ob es hält, was es verspricht?
Vor wenigen Monaten musste sich das Nokia Lumia 530, das bereits für unter 100 Franken erhältlich ist, in unserer Budget-Smartphone-Kaufberatung (Heft 12/2014) der Konkurrenz stellen. Das Urteil fiel aber trotz des sehr attraktiven Preises ungenügend aus – vor allem das sehr schlechte 4-Zoll-Display mussten wir kritisieren.
Microsofts inflationärer Modellpolitik ist es zu verdanken, dass bereits kurz darauf der Nachfolger zum Test antrat. Wobei, ob es sich beim Lumia 535 wirklich um den Nachfolger oder zumindest um eine verbessertes Variante des Lumia 530 handelt, wie die Modellbezeichnung vermuten lassen würde, darf bezweifelt werden. Vielmehr lässt ein Blick auf die technischen Daten ein komplett neues Modell erwarten, das eine ganze Klasse über dem 530 angesiedelt ist. Dabei bleibt der Preis, wenn auch leicht höher, mit rund 130 Franken äusserst attraktiv.

Deutlich verbessertes Display

Die Unterschiede beginnen beim Display. Statt 4 Zoll wie beim 530 misst dieser nämlich beim 535 nun stattliche 5 Zoll. Und, als wäre unsere Kritik erhört worden, hat Microsoft nun dankenswerterweise ein IPS-Panel verbaut. So richtig in Begeisterungsstürme verfallen wir deswegen jetzt zwar nicht – der Bildschirm hat eine etwas störende Antireflexionsbeschichtung und die Auflösung ist mit 960 x 540 für einen 5-Zoll-Bildschirm doch recht bescheiden –, gegenüber dem 530 ist es aber dennoch ein deutlicher Fortschritt. Die Helligkeit ist gut und die Blickwinkelstabilität dank IPS ebenso.
Optisch unterscheidet sich das Lumia 535, abgesehen von der Grösse, kaum vom 530 und den anderen Billig-Lumias dieser Welt. Will heissen: Eine knallbunte, jedoch recht billig wirkende Plastikrückseite, die sich abnehmen lässt, und eine schwarze, unauffällige Frontpartie. Immerhin ist das Lumia 535 mit 8,8 mm angenehm dünn ausgefallen und auch das Gewicht geht mit 146 Gramm absolut in Ordnung.
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Träger Touchscreen, ordentliche Kameras

Träger Touchscreen vermiest gute Performance

Unverändert blieb der Prozessor, nach wie vor übernimmt ein Snapdragon 200 mit vier Kernen und 1,2 GHz die Rechenarbeit. Das ist okay, die Bedienung ist weitgehend flüssig, die Leistung ausreichend. Zudem wurde der Arbeitsspeicher von 512 MB auf 1 GB aufgestockt – das zahlt sich spätestens bei mehreren geöffneten Anwendungen aus. Die eigentlich flüssige Bedienung wird allerdings durch den behäbigen Touchscreen getrübt. Dieser reagiert immer leicht verzögert, was insbesondere beim Scrollen auf Webseiten mühsam ist. Und gelegentlich interpretiert er eine als Wischbewegung gedachte Geste als Antippen und öffnet ungewollt ein Menü oder eine Anwendung. Schade!

Ordentliches Kamera-Duo

Die rückseitige Kamera hat eine Auflösung von 5 Megapixeln und verfügt neu auch über einen LED-Blitz. Die Qualität der Bilder bei gutem Licht ist recht brauchbar, auch wenn die Kamera punkto Schärfe natürlich nicht mit den Besten mithalten kann. Bei schwachem Licht setzt allerdings ein massives Bildrauschen ein. Überdurchschnittlich gut ist – wie schon beim Lumia 735 – die Frontkamera, die wie der rückseitige Knipser mit 5 Megapixeln auflöst und damit recht ansehliche Selfies schiesst.
Die Bildqualität der Hauptkamera ist für diese Preisklasse absolut in Ordnung
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Ausstattung, Fazit

Ansonsten birgt die Ausstattung das, was man zu diesem Preis eben erwarten kann: 8 GB Speicher (erweiterbar per microSD), WLAN 11n, Bluetooth und 3G-Mobilfunk – LTE gibts zu diesem Preis natürlich nicht. Dafür zwei SIM-Slots für den parallelen Betrieb von zwei SIM-Karten. Das Lumia 535 ist vereinzelt auch ohne Dual-SIM erhältlich, kostet aber in dieser Variante nicht weniger.
Der Akku ist gegenüber dem Lumia 530 glücklicherweise auch angewachsen und beherbergt neu 1905 mAh an gespeicherter Energie. Das macht sich bemerkbar: Das Lumia 535 lief in unserem Akku-Test rund acht Stunden und damit zwei Stunden länger als das Lumia 530.

Fazit

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt beim Lumia 535, denn anders als noch beim Lumia 530 bekommt man hier ein insgesamt sehr solides Gerät mit einem ordentlichen Bildschirm für einen immer noch attraktiven Preis. Schade ist nur, dass der Touchscreen so träge reagiert – das trübt den eigentlich guten Gesamteindruck wesentlich.

Testergebnis

Läuft flüssig, IPS-Display, ordentliche Kamera, Preis
Träger Touchscreen, Display-Auflösung, Gehäuse wirkt billig

Details:  5"-Touchscreen (IPS), Auflösung 960 x 540, Snapdragon 200 (Vierkern, 1,2 GHz), 1 GB RAM, 8 GB Speicher, microSD-Slot, 5-Mpx-Kamera mit LED-Blitz, 5-Mpx-Frontkamera, 14 x 7,2 x 0,88 cm, 146 g

Preis:  Fr. 124.95

Infos: 
www.microsoft.ch

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Kommentare
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Hannes Weber
26.01.2015
Zum Touchscreen-Problem: War beim Test die aktuellste Software-Version (8.10.14226.359) auf dem Smartphone installiert ? Grund dafür ist, dass mit dieser Software-Version die Probleme mit dem Touchscreen, laut dem Changelog von Microsoft, behoben werden sollen. Das kann ich leider nicht mehr überprüfen, Gerät ging schon zurück. Aber wahrscheinlich war das Update noch nicht aufgespielt, das würde zumindest das Problem mit dem Touchscreen erklären. Sollte das wirklich behoben worden sein, kann man gerne auch noch einen halben Stern auf die Wertung draufpacken.