Zwei Displays und drei Kameras: LG V10 im Test

Fingerabdrucksensor, System, Leistung

Fingerabdrucksensor

Ausserdem neu zur Ausstattung gehört ein Fingerabdrucksensor, den man über den rückseitigen Knopf mit der Zeigefingerkuppe betätigt. Dieser funktioniert einwandfrei und reagiert blitzschnell. Beim Nexus 6P erfühle ich den Button mit meinen normal grossen Händen ein wenig einfacher. Zudem vermisse ich hier die feine haptische Resonanz beim Entkoppelungsvorgang. Ansonsten verfügt das LG V10 ebenfalls über einen microSD-Slot, verlangt aber diesmal gottlob eine Nano-SIM-Karte, sodass man keinen Micro-SIM-Adapter für den SIM-Schacht braucht. Ein weiterer Bonus: Der 3000-mAh-Akku bleibt wechselbar.
Der Fingerabdrucksensor reagierte in unserem Test blitzschnell

Bildschirm: genauso scharf wie vorher

Auf beiden Bildschirmen setzt LG auf ein IPS-Quantum-Dot-Panel. Dabei hat der Hauptbildschirm nichts an der Qualität seines Vorgängers eingebüsst. Die Blickwinkelstabilität fällt erstaunlich positiv aus. Der Kontrast mit mehr als 1000:1 spricht für ein ausserordentlich helles Display. Die Farben sind sehr genau.

System: Hardware, Software, Bedienung

Auch beim LG V10 kommt wieder derselbe Prozessor (ein Snapdragon 808 mit sechs Kernen) zum Einsatz. In den Benchmarks merkt man den Unterschied zu neueren Prozessoren; aber im Alltag tut das bis heute nichts zur Sache - im Gegenteil. Das System erzeugt mit seinem Sechskerner sogar weniger Abwärme als das bei einem Nexus 6P mit einem Achtkern-Snapdragon-Prozessor leider ein wenig der Fall ist. Bei letzterem Smartphone spürt man die rückseitige Wärme im Hotspot-Betrieb mehr als bei anderen Handys. Sowohl beim G4 als auch beim LG V10 gibt es so gut wie keine Wärmeentwicklung. Und es läuft alles flüssig: Apps und Browsing-Seiten laden blitzschnell. Wir haben dennoch mit dem G4 abgeglichen und keinerlei Geschwindigkeitsunterschiede bemerkt. Im Antutu-Benchmark pegeln sich die Werte bei 65'300 bis 65'700 Punkten ein. Selbst das Extra-RAM (4 GB statt 3 GB) hatte auf den Geekbench-3-Durchlauf keinen Einfluss. Die Single-Multicore-Leistung liegt beim G4 im Bereich von 1176 zu 3351, beim LG V10 bei 1154 zu 3592 Punkten: also kein Unterschied. Auch positiv: Die LG-eigene Zusatz-Software führte gegenüber einem gemoddeten LG G4 mit Cyanogen in diesen Testdurchläufen zu keinerlei spürbaren Performance-Bremsen.
Benchmarks sagen nicht immer alles, auf jeden Fall ist die Leistung nicht schlechter geworden

Kleines Akkuwunder

Bei einer Helligkeit von weniger als 30 Prozent kommt man bei extremem Surfen noch gegen Ende des Tages mit 40 Prozent Restladung über die Runden. Das war schon beim LG G4 so und hat sich mit demselben Akku nicht spürbar geändert. Aus gutem Grund hat LG nicht den neusten Achtkern-Qualcomm-Prozessor gewählt und begnügt sich weiterhin mit dem Snapdragon-808-Sechskerner. Unverständlich bleibt, warum ab Werk noch immer Android 5.1.1 installiert ist. Allerdings dürfte das neuste Android-Update in wenigen Wochen ausrollen.

Drei Kameras im Gepäck

Die G4-Kamera mit ihrem Laser-Autofokus war eine der besten Smartphone-Kameras des letzten Jahres. Auch sie ist dieselbe geblieben: Der optische Bildstabilisator und der Dual-LED-Blitz ermöglichen bei einer Blendenöffnung von f/1.8 sehr verwackelungsarme und helle Aufnahmen. Software-seitig neu ist ein Videomodus, der Wackler bei Filmaufnahmen reduziert. Ein neuer Sound-Modus filtert über eine Pegelanzeige der drei Mikrofone Störgeräusche heraus. Allerdings ist Letzteres eher ein bisschen Spielerei, zumal die Mikrofone so dicht beieinander liegen. Neu sind ausserdem die beiden Frontkameras. Dabei handelt es sich um zwei 5-Megapixel-Kameras. So kann man aus der Kamera-App bei einer Selfie-Aufnahme nun zwischen einem 80-Grad- und einem 120-Grad-Winkel wählen. Der grössere Winkel macht vor allem Sinn, wenn man sich mit mehreren Leuten in Szene setzt.
Einmal Selfie mit 80-Grad-Winkel
Quelle: NMGZ
Einmal Selfie mit 120-Grad-Winkel
Quelle: NMGZ
Mikrofon und Lautsprecher sind beim V10 einen Tupf besser als beim G4. Mit der Qualität eines Galaxy S6 kann die Sound-Ausgabe nach wie vor nicht mithalten. Der unterseitig in der Gehäusemitte positionierte Gehäuselautsprecher rauscht beim Aufdrehen leicht. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist jedoch glasklar.

Fazit

Das V10 ähnelt dem LG G4 in sehr vielen Ausstattungsmerkmalen. Für einen Strassenpreis von Fr. 699.90 hält sich der Nutzungsgrad des Zweit-Displays gegenüber dem LG G4 in Grenzen, dazu gibt es aber ein wesentlich robusteres Gehäuse mit schönem seitlichem Edelstahl und den Fingerabdrucksensor.
Spartipp: Das fast gleich gute LG G4 gibt es im Onlinehandel schon ab Fr. 399.-.

Testergebnis

Kamera, Akku, Fingerabdrucksensor, Zweit-Display
Lautsprecher, Preis

Details:  5,7"-Quad-HD-Display (2560 x 1440 Pixel), Sechskernprozessor (Snapdragon 808), 4 GB RAM, 32 GB Speicher, microSD-Slot, 16-Mpx-Rückkamera, 2 x 5-Mpx-Frontkamera, Bluetooth 4.1, LTE, NFC, WLAN-ac, Android 5.1.1, Abmessungen: 15,9 x 7,9 x 0,86 cm, Gewicht: 192 g; Besonderheiten: F1,8-Linse, optischer Bildstabilisator, Laser-Autofokus, Fingerabdrucksensor, Zweit-Display

Preis:  ab Fr. 699.-

Infos: 
www.lg.com/ch_de

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Autor(in) Simon Gröflin



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