Digitec lockt Schweizer Kunden mit EU-Preisen

Mit einer eigenen Logistiklösung will Digitec Galaxus dem Onlinegiganten Amazon zuvorkommen. Der grenzüberschreitende Handel soll vollautomatisch abgewickelt werden.

von Patrick Hediger 07.05.2018

Bezüglich Sortimentsbreite und Preisniveau dürfen sich Kunden von Digitec Galaxus auf deutsche Verhältnisse freuen, wie das Unternehmen verspricht.

Die Schweizerinnen und Schweizer lieben das Shoppen jenseits der Grenzen – sei es in Konstanz, Paris oder übers Internet. Doch wer heute online im EU-Raum einkauft, braucht gute Nerven: Wer die Ware nicht beim «Paketdepot» im Ausland abholt und selbst über die Grenze karrt, muss oft mehrere Tage oder Wochen auf die Anlieferung warten. Und klingelt der Postbote zweimal, dann, weil noch Gebühren für Versand, Zoll und Mehrwertsteuer fällig sind.

«EU-Hub» von Digitec Galaxus «EU-Hub» von Digitec Galaxus Zoom© Screenshot / Google Maps

Damit macht Digitec Galaxus jetzt Schluss. Der grösste Onlinehändler der Schweiz hat Ende April seinen «EU-Hub» in Betrieb genommen – ein Logistikzentrum im süddeutschen Weil am Rhein, das den grenzüberschreitenden Warenverkehr vollautomatisiert abwickelt. «Mithilfe des EU-Hubs wollen wir die Schweizer Produktpreise dem deutschen Niveau angleichen und unser Sortiment ausweiten», sagt Stefan Fraude, Head of Marketplace bei Digitec Galaxus. «Wir ermöglichen Onlineshopping im EU-Raum ohne Nebenwirkungen und kümmern uns um Lieferung, Zoll und Mehrwertsteuer.» Ab EU-Hub landet das Paket innert 24 Stunden im Briefkasten und die Lieferung ist wie gewohnt kostenfrei. «Unser Ziel ist und bleibt es, dass alle Kunden komfortabel und reibungslos einkaufen können – egal, ob die Produkte von Schweizer Lieferanten oder europäischen Händlerpartnern stammen», so Fraude.

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    Kommentare

    • karnickel 10.05.2018, 11.27 Uhr

      Interessant wird dabei sein, ob Digitec Galaxus in allen Fällen das Vertragsgegenüber des Kunden bleibt oder, wenn man schon mit Amazon vergleicht, auch Dritte gegenüber dem Kunden direkt agieren zu lassen. Letzteres mag einigen Shoppern willkommen sein, es bietet aber oft auch Möglichkeiten für kleine Verwirrspiele, bei denen der Kunde geprellt werden kann.

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