Grosser Hardware-Zirkus – made by Google

Daydream View: Googles eigene VR-Brille

Daydream View: Googles eigene VR-Brille

Das Pixel ist ausserdem das erste Smartphone, das auf Googles kommende VR-Plattform «Daydream» ausgelegt ist. «Daydream View» heisst jetzt auch Googles erste eigene Vorzeigebrille. Sie soll 30 Prozent leichter sein als Konkurrenzprodukte wie Samsungs Gear VR. Das sah in der Präsentation recht schick aus. Sogar an ein Problem moderner VR-Headsets hat Google gedacht: Für bessere Luftzirkulation ist das Headset mit weichem Mikrofaserstoff ausgestattet, damit man in der virtuellen Realität weniger schwitzt. Im Controller mit seinen Bewegungssensoren ist an der oberen Seite ein klickbares Touchpad integriert.
Passend zu den Pixel-Smartphones soll «Daydream View» in drei verschiedenen Farben auf den Markt kommen

Erste Apps für Googles neue VR-Plattform

Wie bei Samsung wird man auch das Smartphone in die Brille einschieben können, jedoch den Controller bei Nichtgebrauch darin verstauen können. Noch kommende Smartphones werden das Headset ebenfalls unterstützen. Samsung fährt bekanntlich mit Oculus einen eigenen Zug und steht somit nun faktisch in direkter Konkurrenz zu Googles VR-System. Passend zur Pixel-Serie wird auch das Daydream-Headset in verschiedenen Farben erhältlich sein. Anwendungen zählt Google dazu schon einige auf: So soll ein Harry-Potter-Film eine exklusive VR-App bekommen und bereits über 50 Partner mit der Entwicklung von Apps und Games beschäftigt sein. Von Google selber werden einige Grunddienste wie Google Play, Google Photos, aber auch Street View und natürlich YouTube zum Start als VR-Apps aufrufbar sein. Überraschung: Sogar Netflix hat schon eine Daydream-App in der Mache. Wie bei Samsungs VR-Headset wird man auch in Googles Brille sämtliche 360-Grad-Inhalte bei YouTube durchstöbern können. Das Headset mit der Fernbedienung wird im November in Europa zu einem Preis von 79 Dollar erhältlich sein.

Smart-Home-Expansion

Sogar einen eigenen Router hat Google vorgestellt. Er hört auf den Namen «Google WiFi». Den wird es für 129 Dollar ab Dezember in den USA geben, das Dreierpaket für 299 Dollar. Auch der Chromecast bekommt, wie erwartet, Nachwuchs. Der Chromecast Ultra beherrscht jetzt 4K sowie HDR und das Konkurrenzformat Dolby Vision. Die neue Version des Google-Dongles wird im November für 70 Dollar erhältlich sein. Ausserdem wurde ein smarter Lautsprecher namens «Home» vorgestellt, den man übers heimische WLAN mit seinem Google-Konto koppelt. Auf Geheiss mit «OK Google» kann der schlaue Lautsprecher auch Musikstücke aus Google Play Music abspielen oder «Google Assistant»-Resultate wie Übersetzungen und Websuchen ausspucken. Überrascht hat uns die natürliche Sprachausgabe der sympathisch klingenden Assistentin (sofern das alles so gut funktioniert, wie in der Demo gezeigt).
Googles schlauen Lautsprecher wird es mit verschiedenen Farbuntersätzen geben
Quelle: YouTube/Google
Mit Home werden sich auch weitere Geräte vernetzen lassen, damit man zum Beispiel direkt per Sprachbefehl über die Lautsprecher ein YouTube-Video auf dem Android-TV starten kann. Google verspricht sogar die Einbindungsmöglichkeit weiterer Smart-Home-Systeme. Beispiel: Philips Hue. Den schlauen Google-Lautsprecher wird man zunächst nur in den USA ab November für 130 Dollar in den Läden vorfinden.
Google hat uns übrigens zu den gezeigten Produkten noch keine Preise und Termine für die Schweiz nennen können. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Chromecast Ultra unterstützt nicht nur HDR, sondern auch das Konkurrenzformat Dolby Vision

PCtipp meint

Nun wird auch klar, warum bis auf Weiteres nicht Huawei, sondern HTC als Smartphone-Partner gewählt wurde. Dem im Smartphone-Bereich angeschlagenen taiwanesischen Konzern war das Weglassen des eigenen Markennamens egal, weil sich HTC ohnehin vom Smartphone-Bereich als Primärgeschäft verabschiedet hat. Der global bereits gut etablierte chinesische Smartphone-Bauer Huawei wollte (wie Android Police weiss) hingegen in den USA seine Position stärken und sein Label auf dem Smartphone sehen. Zudem wurden möglicherweise einige Versprechungen zu Provider-Partnerschaften von Google nicht eingehalten oder durchgesetzt. Und das aktuelle Beispiel zeigt: Google schafft es auch mit dem Pixel-Smartphone nicht, sich bei mindestens zwei grossen US-Providern (Ausnahme Verizon) zu positionieren. Auf dem Papier sehen die technischen Daten der neuen Geräte schon einmal gut aus, auch wenn sie preislich nicht ganz erschwinglich sind. Bis die Smartphones bei uns im Handel sind, wird es noch eine Weile dauern, weil Google noch lange nicht über ein so grosses Verkaufsstellennetz wie Samsung oder Apple verfügt. Vielleicht auch, weil man auch in der Schweiz zuerst mit Carriern wie Swisscom das Gespräch sucht. Die vielen Google-Dienste wie der neue Messenger Google Duo und zusätzliche Sprachkommandos wird man wohl bei uns nicht in diesem Umfang wie in den USA nutzen.
Randnotiz: Während Apple über ein iPhone und eine Apple Watch mit ein paar Hardware-Verbesserungen eine zweistündige Keynote abhält, ballert Google einfach mal so schnell fünf neue Produkte raus, angefangen beim Smart-Home-Lautsprecher bis hin zur VR-Brille.

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.