News 11.02.2003, 08:00 Uhr

Schweizer E-Government macht Fortschritte

Der Bund hat in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden eine neue Website aufgeschaltet, die als Wegweiser zu allen eidgenössischen Verwaltungsstellen dienen soll und Informationen zu den wichtigsten Behördengängen enthält.
Letzten Sommer bewertete Cap Gemini Ernst & Young [1] das schweizerische E-Government noch als rückständig [2]. In der "eEurope Benchmark-Initiative" [3] verglich die Beratungsfirma rund zwanzig Web-Dienstleistungen von insgesamt 18 Ländern. Die Schweiz landete dabei auf dem zweitletzten Platz. Seit der Untersuchung von Cap Gemini Ernst & Young hat sich hierzulande einiges getan: Kantone wie Zürich [4] und Basel [5] wollen in den nächsten Jahren aktiv ihr Angebot an Internetdienstleistungen erweitern. Der Bund hat letzten Dezember mit eCH [6] eine Standardisierungsorganisation für E-Government in der Schweiz gegründet. Ausserdem feierte diesen Januar die Genfer Gemeinde Anières eine Premiere: Als erste Schweizer Gemeinde bot sie ihren Bürgern die Möglichkeit an, übers Internet abzustimmen [7]. Das erfolgreiche Projekt fand sogar in vielen ausländischen Medien grosse Beachtung.
In die gleiche Reihe positiver E-Government-Initiativen gesellt sich www.ch.ch [8], ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Kantonen und Gemeinden. Das viersprachige Portal steht seit gestern online und will Anwendern die Möglichkeit geben, "rund um die Uhr Informationen zu allen Fragen in Zusammenhang mit Behördenkontakten (Bund, Kantonen, Gemeinden) in der Schweiz zu finden". Laut Pressesprecherin Isabel Drews braucht sich so der Bürger keine Gedanken mehr zu machen, an welche Behörde er sich wenden müsse. Momentan leidet die Website zwar noch an einigen Kinderkrankheiten und Lücken, befindet sich aber laut Betreibern auch erst in einer Testphase. Diese soll voraussichtlich bis im Herbst andauern. Besucher werden ermutigt, sich auf der Homepage genauer umzusehen und Kritik sowie Verbesserungsvorschläge anzubringen.
www.ch.ch ist in die acht Rubriken "Privatleben", "Gesellschaft", "Arbeit", "Gesundheit, soziale Sicherheit", "Mobilität", "Sicherheit", "Staat und Politik" und "Wirtschaft" gegliedert. Klickt der Anwender auf das Thema "Privatleben", kann er beispielsweise alle Infos zu Ausweispapieren oder zum Leben im Ausland abrufen. In Form von Kurztexten werden jeweils die wichtigsten Fragen beantwortet. Möchte ein Benutzer mehr erfahren, helfen ihm weiterführende Links weiter, die ihn direkt zu den Websites der richtigen Behörde leiten.
Die Betreiber werden www.ch.ch nach eigenen Angaben technisch und thematisch noch weiter ausbauen. In naher Zukunft sollen beispielsweise auch rechtliche Grundlagen und Statistiken zu den einzelnen Themen zu finden sein. Zudem ist geplant, www.ch.ch um die drei Web-Dienstleistungen "Payment-System", "Tracking-System" und "Identifikationsmodul" zu erweitern, so Pressesprecherin Isabel Drews. Das "Payment-System" würde es erlauben, Zahlungen direkt übers Web zu erledigen. Mit dem "Tracking-System" liesse sich verfolgen, bei welcher Instanz sich eine Anfrage genau befindet. Das Identifikationsmodul sei dafür gedacht, Formulare wie Steuererklärung mittels digitaler Signatur direkt online ausfüllen zu können.


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