News 08.09.2016, 07:56 Uhr

Das ist das iPhone 7

Das iPhone 7 Plus dürfte viele Fans in eine Sinnkrise stürzen.
Die Katze ist aus dem Sack, ab dem 9. September werden Vorbestellungen entgegengenommen. Die Auslieferung in der Schweiz beginnt am 16. September, zeitgleich mit den USA, China und erstaunlich vielen anderen Ländern.
Auch das iPhone 7 wird in den Grössen 4,7 Zoll und 5,5 Zoll angeboten. Dabei war die Entscheidung bisher recht einfach, denn von der Grösse abgesehen, unterschieden sich die Modelle nur in einem Punkt: Die Kamera des Plus-Modells war nicht nur digital, sondern auch optisch stabilisiert. Die meisten Verfechter des kleineren Displays konnten damit leben.
iPhone 7 und iPhone 7 Plus
Quelle: Apple, Inc.

Die neue Kamera

Doch so leicht wird es einem beim iPhone 7 nicht mehr gemacht. Neu sind zwar beide Modelle mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet, was natürlich eine gute Sache ist – doch in jedem anderen Punkt zieht die Kamera des iPhone 7 Plus der kleinen Schwester davon. Wer sich also für das kleinere Modell entscheidet, verpasst eine Menge:
Dualkamera. Zwei Kameras mit einer Brennweite von 28 mm und 56 mm ergänzen sich gegenseitig oder lassen sich einzeln ansteuern – je nach Absicht und Verwendungszweck.
Nur das iPhone 7 Plus kommt mit der dualen Kamera
Quelle: Apple, Inc.
Zoom. Die zweite Kamera wird für die Berechnung des 2x-Zoom hinzugezogen, das aus einer Mischung zwischen optischen und errechneten Daten besteht. Laut Apple sind die Resultate viermal besser, als wenn nur Software am Werk ist. Was das in der Praxis bedeutet, werden wir schon bald erfahren.
Simulierte Tiefenschärfe. Das hat bei der Präsentation gesessen: Die zweite Kamera wird verwendet, um die räumliche Tiefe des Models zu berechnen. Anschliessend simuliert die Software jene Unschärfe im Hintergrund, die man normalerweise nur durch lange Brennweiten und wesentlich grössere Sensoren erreicht. Die Beispiele, die während der Präsentation gezeigt wurden, waren spektakulär, doch auch hier steht der Praxistest noch aus. Diese Funktion ist übrigens nicht vom Start weg dabei, sondern wird voraussichtlich im Oktober als Software-Update nachgereicht.

CPU: Apple A10 «Fusion»

Mit der neuen CPU dürfte das iPhone 7 problemlos an der Spitze der Nahrungskette bleiben – vor allem, wenn man sieht, wie der einjährige Vorgänger A9 ein topaktuelles Smartphone wie das Samsung Galaxy Note 7 demütigt.
Der A10 bringt laut Apple etwa 40 Prozent mehr Leistung als der A9 im iPhone 6s und etwa die doppelte Leistung wie der A8 im iPhone 6. Der Aufbau besteht aus vier Kernen. Dabei werden jeweils zwei Kerne für rechenintensive oder eher anspruchslose Arbeiten verwendet (big.LITTLE-Prinzip).
Durch diese Optimierung soll der Akku des iPhone 7 Plus eine Stunde länger halten als derjenige im iPhone 6s Plus. Der Unterschied zwischen dem kleineren iPhone 6s und dem iPhone 7 soll sogar zwei Stunden betragen.

Gegen Spritzwasser und Staub geschützt

Beide iPhone-7-Modelle sind gegen Wasser und Staub nach IP67 klassifiziert. Das bedeutet im Klartext: «IP» steht für «International Protection». Die «6» bedeutet «staubdicht». Die «7» wiederum steht für «Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen».
Oder anders formuliert: Mit dem iPhone 7 in den Pool zu fallen oder es im Bier zu versenken, geht in Ordnung. Damit zu baden und zu tauchen ist hingegen etwas für Draufgänger, die Garantieleistungen für überbewertet halten.

Kopfhörer

Das iPhone 7 verzichtet auf den Klinkenstecker. Stattdessen werden die mitgelieferten «EarPods» direkt über die Lightning-Buchse betrieben. Ein Adapter mit Klinkenbuchse gehört jedoch zum Lieferumfang, sodass niemand um seine Investitionen in teure Kopfhörer bangen muss. 
Doch Kabel wirken sowieso wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Die neuen «AirPods» verbinden sich kabellos mit iPhones, iPads, Macs und der Apple Watch (Produktseite). Sie ähneln von der Form her den EarPods, abgesehen vom kleinen Stiel am Ende.
Beim Aufbewahren werden die Kopfhörer gleichzeitig geladen
Quelle: Apple, Inc.
Dabei wurde faszinierend viel Technik in den kleinen Dingern verbaut. So werden die Kopfhörer dank Mikrofonen zur Freisprecheinrichtung. Zweimaliges Tippen auf den Kopfhörer aktiviert Siri. Und wenn die Kopfhörer abgenommen werden, wird die Musikwiedergabe automatisch unterbrochen und später wiederaufgenommen. Ausserdem sollen zwei wellenbündelnde Mikrofone die Hintergrundgeräusche herausfiltern. Wenn das alles nur halb so gut funktioniert, wie es klingt, landet Apple hier einen Volltreffer.
Der Akku reicht für ungefähr 5 Stunden. 15 Minuten aufladen reichen jedoch bereits, um weitere 3 Stunden der Musik zu lauschen. Der Clou ist jedoch die Ladeschale, die gleichzeitig der Aufbewahrung dient und ihrerseits mit einem Akku ausgestattet ist: Wer seine AirPods darin verstaut, leitet automatisch den Ladevorgang ein. Zusammengenommen ist so ein Betrieb über 24 Stunden möglich.
Die AirPods sind ab Oktober in der Schweiz erhältlich, der Preis beträgt geradezu moderate 179 Franken. 

Stereolautsprecher

Das Weglassen der Klinkenbuchse schafft Platz für Neues. Beide iPhones sind mit Stereolautsprechern bestückt; die maximale Lautstärke wurde dabei verdoppelt.
Mehr Sound, mehr laut: Das iPhone 7 kommt mit Stereolautsprechern
Quelle: Apple, Inc.

Home-Button

Und dann ist da noch der neue Home-Button. Er lässt sich immer noch deutlich ertasten, aber nicht mehr drücken. Stattdessen sorgt die «Taptic Engine» im Inneren dafür, dass sich ein vermeintlicher Klick wie ein echter anfühlt. Wie gut das funktioniert, wissen alle, die eine Apple Watch oder ein MacBook mit dem neuen Touchpad ihr Eigen nennen: Die Taptic Engine fühlt sich besser an als die Realität. App-Entwickler können die Taptic Engine ebenfalls nutzen, um mit dem Anwender auf Tuchfühlung zu gehen. 

Erste Einschätzung

Das iPhone 7 gefällt, das iPhone 7 Plus erst recht. Auch wenn die Bauform weitgehend gleich geblieben ist: Das iPhone 7 scheint technisch ein grösserer Sprung zu sein als jener vom iPhone 6 auf das iPhone 6s. Die Kamera des iPhone 7 Plus weckt wohl die meisten Begehrlichkeiten – und daran werden die Anhänger der kleinen iPhones schwer zu beissen haben. Der neue Home-Button, die Stereolautsprecher und natürlich der beschleunigte A10 «Fusion» sind jedoch tolle Verbesserungen, die allen zugute kommen.

Preise und Verfügbarkeit

Das iPhone 7 kann ab morgen Freitag vorbestellt werden, die Auslieferung beginnt am 16. September. Die Preise:

iPhone 7

32 GB: 759 Franken
128 GB: 879 Franken
256 GB: 999 Franken

iPhone 7 Plus

32 GB: 899 Franken
128 GB: 1019 Franken
256 GB: 1139 Franken


Kommentare

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Klaus Zellweger
08.09.2016
Grüezi Klaus Zellweger - Hat sich im Preis für das 7Plus 256 GB nicht ein kleiner Fehler eingeschlichen? Auf der Homepage wird ein Preis von 1139 angegeben. Gruess Amapasso Einen schönen guten Tag, Amapasso Und genauso ist es auch. Der Preis ist korrigiert, danke für den Hinweis.

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DenialSystem
08.09.2016
899.- für 32GB ohne microSD-slot. Apple wird immer unverschämter.

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amapasso
08.09.2016
899.- für 32GB ohne microSD-slot. Apple wird immer unverschämter. Hi DenialSystem - Unverschämt? Es wird niemand, aber auch wirklich niemand gezwungen oder verpflichtet ein Apple-Produkt zu kaufen. Wer sich für andere Systeme entscheidet tut dies aus Überzeugung. Seit meinem Umstieg von Microsoft zu Apple vor 13 Jahren, begrüsse ich deren Innovation und Denkweise. Nicht einen Moment habe ich meinen Schritt bereut - ganz im Gegenteil - sind doch die Produkte aufeinander abgestimmt, was mir bei anderen Anbietern im Wesentlichen fehlt. Dieser Komfort hat seinen Preis. Apropos Speicherkapazität: Mit meinen 64 GB kann ich immerhin weit über 36'000 Photos stets präsent haben und dank iCloud, Flickr und Dropbox, sind meine Bedürfnisse mehr als nur erfüllt. Gruess Amapasso