News 20.04.2015, 12:43 Uhr

Office-Apps für Windows 10: Das muss Microsoft verbessern

Mit Windows 10 kommt ein neues, übergreifendes Office für Desktop, Tablets und Smartphones. Hier muss Microsoft nachbessern.
Microsoft gewährte unserer US-Schwesterredaktion PCWorld einen exklusiven Einblick ins sogenannte «Universal Office». Damit gemeint sind die Tablet- und Smartphone-Versionen des kommenden Office für Windows 10. Im Folgenden ein Blick in die Zukunft von «Office Everywhere».

Überarbeitete Menüstrukturen 

Die berührungsfreundliche Tablet-App des Universal-Office für Windows 10 zeigt eine überarbeitete Menüstruktur. Allgemein wurden die Funktionen der Desktop-Version auf einige Hauptfunktionen eingegrenzt, die dank grösserer Schrift besser mit den Fingern erreichbar sind. Berührt man etwa kleine Bilder in einer PowerPoint-Präsentation, zoomt die App automatisch näher an die Objekte heran, um Inhalte leserlich darzustellen. Zudem lassen sich im Lesemodus Bilder um die Textelemente herumschieben und die Bing-Suche als Assistent zur Begriffserklärung einbeziehen. Die Navigation sei allgemein sehr intuitiv, findet PCWorld-Autor Mark Hachmann.
Kleinere Bilder und Schriften werden von der Universal-Office-App fürs Tablet leserlicher dargestellt
Quelle: PCWorld
Während Office 2016 mehr vereinfachende Features beim Speichern und Mailen via OneDrive in Aussicht stellt, bestünden in den ergänzenden Office-Apps noch mindestens fünf verbesserungswürdige Kriterien, die Microsoft in seine Pendenzenliste aufnehmen müsste. Welche das sind, lesen Sie auf den folgenden Seiten.
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Fünf Kritikpunkte am Universal Office

1. Verwirrung bei den Office-Versionen 

Noch immer gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Office-Versionen – und das verwirrt.
Microsoft Universal-Excel-App für Telefone: Man vermisst den zentralen «Ribbon» im oberen Bereich
Nebst einem Office 2013 und dem kommenden Office 2016 gibt es das Abomodell Office 365 und daneben noch das Cloud-basierte Office Online.
Mit den «Universal-Apps», die Microsoft als «Office für Windows 10» anpreist, dürfte das Chaos an Versionen und eines nicht zielgeraden Produktmarketings bald komplett sein. In der Regel wird zuerst Office Online aktualisiert, dann Office 365 und erst ganz am Schluss die reguläre Version (ohne Abomodell). Da muss man sich bei jedem Update im Voraus die Frage stellen, wann welche Office-Version welche Funktionserweiterung erhält.
Auch wir finden: Microsoft sollte den Fahrplan umkrempeln. Weiterhin sollte Office Online zuerst mit den Updates beglückt werden, nachfolgend aber gleich Office 365 und zwar mit einem möglichst konstanten Update-Intervall von vier bis sechs Wochen. Microsoft hat diesbezüglich noch immer keine klare Roadmap kommuniziert.

2. Inkonsistenz bei den Office-Apps für Phone

Eine gewisse Inkonsistenz im Verleich zum mobilen Spartan-Browser war in der neuen Excel-App für Windows 10 auszumachen. Denn im Unterschied zum neuen Spartan-Browser soll die Excel-App den Ribbon (die Menüleiste) im unteren Bereich statt im oberen Breich anordnen. Das lässt die Frage offen, ob die künftige Excel-App gut einhändig bedient werden kann. 
Eine erste technische Vorschauversion der Smartphone-App wird voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen von den Redmondern verfügbar gemacht.

3. Noch fehlendes Continuum-Feature

Windows 10 soll ja das heiss ersehnte Continuum-Feature mit sich bringen: Die intuitive Funktion soll erkennen, ob ein 2-in-1-Gerät (ein sogenanntes Convertible) gerade im Tablet- oder im Notebook-Modus verwendet wird.
In Office 2016 (auf einem Surface Pro 3) war dieser Modus laut PCWorld nach wie vor nicht richtig implementiert. Zwar funktionierte der Modus beim Andocken der Tastatur, aber beim Entfernen passierte nichts. Noch bleibt Microsoft ein bisschen Zeit bis zum Sommer. Denn was nützt das neue Continuum-Feauture, wenn es nur auf der allgemeinen Windows-Ebene funktioniert. Es könnte ja sein, dass Surface-Anwender zwischendurch ihr Office im Tablet-Modus nutzen wollen. 
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Microsofts Paywall ist zurück

4. Verwirrung bei der Excel-Tastatur 

Bei der App-Entwicklung scheinen die Microsoft-Teams untereinander jedenfalls keine klare Kommunikation zu pflegen. Da wurde doch erst kürzlich für Android-Tablets eine intuitive Excel-Tastatur-App veröffentlicht, die mittels Tabulator und Nummernblock das Tippen innerhalb der App vereinfacht – und siehe da: Microsoft schafft es, für Windows Phone eine neue Excel-Version herauszubringen, deren Tastatur nur alphanumerische Zeicheneingabe beherrscht. 
Microsoft täte gut daran, das Tipp-Erlebnis der mobilen Excel-Apps zu vereinheitlichen
Quelle: PCWorld

5. Die Paywall ist zurück

In den iOS- und Android-Versionen des mobilen Office kommt man nur als Inhaber einer Office-365-Lizenz zum vollen Funktionsumfang. Dasselbe Konzept verfolgt Microsoft allem Anschein nach wieder mit den Universal Office Apps. Zwar ist es verständlich, dass Big M an seinen Apps ein bisschen verdienen muss. Aber braucht man zum Beispiel für eine Funktion wie Änderungen verfolgen eine Office-365-Lizenz?
Kommentieren ist eine Grundfunktion der Universal Office Apps; das Verfolgen von Änderungen hingegen nicht
Quelle: PCWorld
Schliesslich gibt es immer mehr günstige oder kostenlose Web-Anwendungen und mobile Apps (man denke schon nur an Google Docs und Co.). Da bleibt es fraglich, ob Kunden heutzutage noch ein mehrere Gigabyte umfassendes Tablet-Office mit Abomodell begrüssen würden.

Autor(in) Simon Gröflin



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