Netflix-CEO: «Unser grösster Konkurrent ist die Piraterie»

Piraterie als grösster Konkurrent, so funktioniert ...

Wie ist Ihre Sicht auf die Konkurrenzsituation in der Schweiz? Ein vergleichbares Flatrate-Angebot bietet derzeit ja nur UPC Cablecom an.
Reed Hastings: Unser grösster Konkurrent in der Schweiz ist die Piraterie, weil das Streamen oder Herunterladen von Filmen hier legal ist.
Und wie wollen Sie diesen Konkurrenzkampf für sich entscheiden?
Reed Hastings: Wir hoffen, den Leuten ein derart gutes Produkt bieten zu können, dass sie sich von der Piraterie abwenden. Wir bieten ein bessere Nutzererlebnis: Netflix ist eine sehr bequeme Art fernzusehen, ohne Risiken, ohne Werbung und mit besserer Bildqualität.
Neil Hunt ist als Chief Product Officer für die Produktentwicklung zuständig
Ist es denkbar, dass Netflix in der Schweiz mit Providern zusammenarbeitet, um beispielsweise das Angebot in Settop-Boxen zu integrieren?
Neil Hunt: Das ist für uns definitiv ein Thema. Es gibt zwar auch so schon sehr viele Wege, Netflix zu erreichen, aber solche Partnerschaften sind für uns immer interessant. In Deutschland haben wir beispielsweise eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom. Was die Schweiz betrifft, kann ich noch nichts Konkretes sagen, aber es finden Gespräche statt.
Ihre Streaming-Technologie ist recht beeindruckend. Das Buffering nimmt praktisch keine Zeit in Anspruch, innerhalb eines Films kann innert Sekundenbruchteilen hin- und hergesprungen werden. Wie schaffen Sie das?
Neil Hunt: Wir erreichen das mit einem kleinen Trick. Die Wiedergabe startet jeweils mit einer relativ tiefen Bitrate, damit man nicht lange warten muss. Die Bildqualität ist also in den ersten Sekunden entsprechend noch nicht optimal. Sobald wir genügend Reserve im Puffer haben, erhöhen wir die Bitrate sukzessive. Dabei prüfen wir laufend auch die verfügbare Bandbreite. Falls nötig, reduzieren oder erhöhen wir die Bitrate. Das alles passiert sehr dynamisch, ohne dass der Nutzer davon etwas mitkriegt. Des Weiteren haben wir einen sehr effizienten Komprimierungsalgorithmus, der bei vergleichsweise tiefen Bitraten eine gute Bildqualität liefert.
Wie viel Bandbreite benötigt man mindestens, um Netflix zu schauen? Und wie viel braucht es für HD- oder UHD-Qualität?
Neil Hunt: Das Minimum liegt bei rund 200 Kbit/s. Für Full-HD benötigt man ungefähr 5 Mbit/s, für Ultra-HD sind es 12 bis 15 Mbit/s. Das Besondere an unserem Streaming ist, dass es nicht nur diese Abstufungen gibt, sondern auch fast alles dazwischen. Egal, wo man schaut, man hat also immer die unter den gegebenen Umständen optimale Bildqualität.



Kommentare
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hunkytunk
06.10.2014
Funktioniert ganz okay soweit. Das einzige, was nervt, sind die fehlenden Untertitel auf Englisch. Dürfte nicht so schwer sein, auch die O-Ton-Untertitelung anzubieten.

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Hannes Weber
07.10.2014
Funktioniert ganz okay soweit. Das einzige, was nervt, sind die fehlenden Untertitel auf Englisch. Dürfte nicht so schwer sein, auch die O-Ton-Untertitelung anzubieten. Die gibts doch. Vielleicht nicht überall, aber hab ich auch mal ausprobiert und da gings (Breaking Bad wars glaub ich).

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gucky62
07.10.2014
Eigentlich müsste man den Titel ändern. "Das grösste Handicap von netflix ist das Urheberrecht mit den regionalen Einschränkungen". Den damit wird das Angebot von Netflix in diversen Belangen für viele eher uninteressant. Gerade aktuelle US Serien wären ja für diverse potentielle Kunden von Interesse, aber dies dürften in CH leider immer noch nicht aus urheberrechtlichen Gründen verbreitet werden. Schade, das wäre mal eine Marktlücke die den Dienst von anderen abheben würde. Diejenigen, welche die synchron Fassung wollen müssen natürlich immer noch warten. Diverse potentiellen Kunden würden ja gerne realistische Preise für den Content bezahlen, aber eben nur mit vollem Zugriff. Die Content-Industrie ist leider noch lange nicht im globalen Markt angekommen. Gruss Daniel