Vor 40 Jahren 11.08.2021, 08:00 Uhr

Karrierestart des IBM-PC

Vor 40 Jahren startete IBM mit seinem ersten Personal Computer eine neue Ära in der Technik-Geschichte. Der IBM PC 5150 war zwar weder der erste noch beste Rechner. Doch kein anderer Computer hatte auf die Branche so viel Einfluss wie der erste IBM-PC.
Einer der ersten IBM-PC im Museum Enter in Solothurn
(Quelle: Jens Stark/NMGZ)
Den Trend zum Personal Computer hat der Computergigant IBM in den 70er Jahren fast verschlafen. Damals war der Konzern zwar der führende Anbieter von Grossrechnern, doch die waren meistens so gross wie ein Kühlschrank und nicht für den privaten Gebrauch geeignet.
An diesen Verhältnissen wollten die Konzernmanager an der Ostküste der USA eigentlich auch nichts ändern. Doch die langhaarigen Technik-Nerds in Kalifornien, die sich im «Homebrew Computer Club» ihre selbstgebastelten Mikrocomputer vorführten, wirbelten die Pläne von IBM durcheinander und erzwangen vor 40 Jahren die Entwicklung des ersten IBM-PCs. 
Einer dieser Homebrew-Nerds, der IBM in Verlegenheit brachte, war der geniale Tüftler Steve Wozniak. «Woz» wurde von seinem Freund Steve Jobs immer wieder ermahnt, nicht nur an seine Bastler-Freunde zu denken, sondern weit darüber hinaus. Der von Wozniak entwickelte Apple I wurde 1976 von den Anzugträgern bei IBM noch nicht einmal zur Kenntnis genommen. Das Nachfolgeprojekt Apple II dagegen schon. 

Grosse Nachfrage

«Plötzlich kauften Zehntausende von Menschen solche Computer (wie den Apple II) und sie liebten sie», erinnert sich der ehemalige IBM-Manager Jack Sams in der TV-Dokumentation «Triumph of the Nerds». «Sie waren sehr zufrieden mit ihnen.» IBM musste reagieren – und zwar möglichst schnell.
Doch der damalige Konzernchef Frank Carey befürchtete, bei IBM würde es vier Jahre und dreihundert Leute brauchen, um ein Projekt auf die Beine zu stellen. Carey beauftragte Anfang 1980 den Entwickler Bill Lowe, sich im IBM-Forschungslabor in Boca Raton (Florida) mit einem verschworenen Dutzend Entwickler an die Arbeit zu machen.
Sie sollten an der berüchtigten IBM-Bürokratie vorbei einen neuartigen Personal Computer entwickeln. Lowe entschied sich für eine offene Architektur ohne vorhandene IBM-Technologie.
Doch dazu mussten die IBM-Techniker Komponenten von aussen zukaufen. Bei der Suche nach einem geeigneten Chip stiessen sie auf Intels Mikroprozessor 8008 und legten damit das Fundament für den Aufstieg von Intel zum weltgrössten Chip-Produzenten. Auch das Betriebssystem für den neuen PC wollten die IBM-Ingenieure nicht selbst schreiben.

Autor(in) dpa



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