Google befreit Nutzer aus der Zurück-Button-Dauerschleife

Manche Seitenbetreiber manipulieren den Browser-Verlauf, um Nutzer länger auf ihrer Homepage zu halten. Ein Wechsel auf die vorherige Webseite via Zurück-Button ist dann nicht mehr möglich. Diese Manipulation will Google in Chrome künftig unterbinden.

von Alexandra Lindner 19.12.2018

Um die Nutzer möglichst lange auf der eigenen Seite zu halten, behelfen sich einige Webseitenbetreiber mit einer Manipulation des Browser-Verlaufs. Klickt der Nutzer auf den Zurück-Button im Browser, gelangt er nicht wie gewünscht auf die zuvor aufgerufene Seite, sondern bleibt auf der aktuell angezeigten Homepage hängen. Nur durch mehrfaches, schnelles Anklicken der Schaltfläche kann der Anwender sich aus dieser Dauerschleife befreien.

Webseitenbetreiber erreichen diesen Effekt durch zusätzliche Einträge in der Verlaufsliste. Meist ohne Zutun oder gar Wissen des Nutzers. Grundsätzlich sind Einträge in diese Liste erlaubt. Sinnvoll ist dies vor allem dann, wenn Web-Apps zum Einsatz kommen, um Inhalte im Nachhinein dynamisch nachzuladen. Hierdurch wird ein unbeabsichtigtes Beenden der App verhindert.

Unterscheidung zwischen Webseite und Web-App erforderlich

Webseitenbetreiber haben aber mittlerweile entdeckt, dass sie diese Funktion für sich missbrauchen können. Die Chrome-Entwickler wollen diese «Gefangennahme» der Nutzer jetzt allerdings unterbinden. Dazu ist allerdings eine Unterscheidung zwischen legitimen und nicht legitimen Einträgen im Browser-Verlauf erforderlich.

Chrome selbst kann nicht ohne Weiteres zwischen Webseite und Web-App differenzieren. Deshalb wird jegliche Verlaufsveränderung an die Google-Entwickler weitergeleitet und überprüft. Stellt sich heraus, dass die Manipulation nicht rechtens ist, wird dieser Eingriff schlicht unterbunden.

Wie 9to5Google schreibt, wird dieses Feature schon bald als Flag in den erweiterten Browser-Einstellungen aktivierbar sein. Nutzer können dann über #enable-skip-redirectiong-entries-on-back-forward-ui in der Entwickler-Version Chrome Canary darauf zugreifen.


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