News 14.08.2019, 15:46 Uhr

SwissID: Kommunikation der neuen AGB verärgert Kunden

Die SwissSign Group, Anbieterin der digitalen Identität, hat die AGB erneuert. Die Intransparenz bezüglich Neuerungen und warum es keine Vorlaufzeit gibt, verärgert die Kunden.
Die SwissID ist eine digitale Identität, mit der man sich bei Schweizer Onlinediensten einfach und sicher einloggen kann. Nutzer verwenden sie beispielsweise, um Postsendungen nachzuverfolgen. Künftig sollen Kundinnen und Kunden mit der SwissID auch Zugbillete lösen und auf Informationen von Behörden zugreifen können. Die Kantone Graubünden und Zug bieten das Login mit SwissID bereits an. Während im Kanton Graubünden der Bezug von Fischereipatenten möglich ist, kann ein Zuger mit dem «Zuglogin» offenbar bereits auf die eingereichte elektronische Steuererklärung zugreifen (PCtipp berichtete).
Die SwissSign Group, welche die SwissID herausgibt, hat nun Kundinnen und Kunden mit SwissID-Login per E-Mail darüber informiert, dass ab sofort neue AGB in Kraft treten. Wer den Dienst weiterhin nutzt, erkläre sich damit einverstanden. Jene, die mit der neuen Version nicht einverstanden sind, bittet die SwissSign Group in der E-Mail – die PCtipp vorliegt –, die SwissID nicht mehr zu nutzen und das Konto zu löschen.
Doch was genau ist denn bei den AGB neu? Wer auf den Webseiten-Link klickt, findet die aktualisierten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Dass Firmen ihre AGB überarbeiten und bei den Neuerungen nicht sonderlich transparent sind, ist nichts Neues. Doch ein Unternehmen, das im Rennen als Anbieter einer offiziellen Identität vorne mitmischt, kann sich das nicht leisten, schreibt das Schweizer Radio und Fernsehen SRF
Was genau an den AGB geändert wurde und warum die Neuerungen ohne Vorlaufzeit in Kraft treten, sagt die SwissSign Group in der E-Mail nicht. Das verärgert die Kunden.
#SwissID von @SwissSign ist ein Fall für #Kosumentenschutz: Per-Sofort-Änderung der #AGB wird Mail gemeldet, aber ohne Erklärung was ändert. Rückfrage bei Hotline erfolglos – Zusammenfassung liegt nicht vor.
Konsoritium besteht u.a aus @sbbnews , @swisspostnews , @Swisscom_de
— Markus Hostettler (@hostettlerma) August 12, 2019

Schweizer Datenschützer nicht erfreut

Auch der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte, Adrian Lobsiger, kritisiert die Kommunikation der SwissSign Group. SRF zitiert ihn folgendermassen: «Ich finde diese Mitteilung unglücklich.» SwissSign sei auf das Vertrauen der Bevölkerung angewiesen. «Da kommt es darauf an, mit welcher Sprache man dem Bürger gegenübertritt.»
Gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» sagte die SwissSign Group (dazu gehören unter anderem die Post und SBB), es seien zahlreiche Beschwerden eingegangen. Man werde Kunden in Zukunft frühzeitig informieren. Laut dem Bericht haben die AGB-Anpassungen hauptsächlich Neuerungen im Prozess der Anmeldung und der Verifizierung betroffen. Unter anderem sei die sogenannte verifizierte Identität eingeführt worden. Bei dieser wird überprüft, ob es sich bei einer Person, die sich anmeldet, tatsächlich um diese handelt.
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Kommentare

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karnickel
17.08.2019
"...mit einem Dritten zusammenarbeiten..." Und dieser sitzt in a) der Schweiz, b) der EU, c) in Europa, d) den USA, e) sonstwo? Dann bitte in den AGB aber auch gleich auf das Datenschutzniveau (DSG, DSGVO, Privacy Shield) hinweisen. Und plötzlich sind die doch so sehr Swiss klingenden Zugangssysteme nämlich gar nichts mehr Anderes als noch ein Google Authenticator, und der ist kostenfrei.