Tipps & Tricks 28.10.2019, 11:55 Uhr

So gehen Sie gegen den Call-Center-Terror vor

Krankenkassen-Wechsel, Versicherungs-Quatsch und Umfragen: nicht mit diesen Tricks. Oder zumindest sehr viel weniger.
Endlich Herbst! Chilbi-Zeit, Marroni-Stände, das Laub fällt – und die Call Center legen los. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich auf App- und Provider-Basis gegen die Call-Center-Nervensägen schützen können.

Bordmittel von iOS und Android

Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, können Sie wenigstens dafür sorgen, dass diese bestimmte Nummer keinen Stress mehr verursacht. So gehts:
Android
  1. Öffnen Sie die Telefon-App.
  2. Tippen Sie auf die drei Punkte.
  3. Wählen Sie den Punkt Blockierte Kontakte.
  4. Drücken Sie auf das Plus-Icon.
  5. Geben Sie die gewünschte Nummer ein.
iOS
  1. Rufen Sie die Anrufliste auf.
  2. Tippen Sie auf den Infobutton hinter der Nummer, die Sie blockieren möchten.
  3. Scrollen Sie runter, bis Sie den Punkt Kontakt sperren sehen. Tippen Sie auf diese Option.
  4. Bestätigen Sie die Sperrung, indem Sie auf dem aufgepoppten Fenster nochmals auf den Punkt Kontakt sperren tippen.
  5. Haben Sie jemanden versehentlich gesperrt, können Sie an derselben Stelle auf Kontakt entsperren tippen. Dann kann Sie der Anrufer wieder kontaktieren.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Diese Apps helfen und Hardware-Lösungen beim Festnetz

Diese Apps helfen und Hardware-Lösungen ...

Diese Apps helfen

Apps wie Search.ch helfen
Da wäre beispielsweise die App der Swisscom-Tochter search.ch. In der Android-Variante lassen sich mit der kostenlosen App zudem Anrufe von Call-Centern automatisch unterdrücken. Bei iOS ist das leider nicht möglich. Hier bietet sich die App von local.ch an, die anhand einer Reverse-Nummernsuche den Anrufer identifiziert. Eine gute Lösung für alle Plattformen ist die kostenlose App Truecaller.

Hardware-Lösungen beim Festnetz

Je nach Telefonanbieter haben Sie verschiedene Möglichkeiten, unerwünschte Anrufe zu blockieren. Sie können das auch über gewisse Router erledigen, wenn Sie VoIP-Benutzer sind. Beispielsweise bei der FritzBox – dort gehen Sie so vor:
Über die Fritzbox kann man Nummern sperren
  1. Loggen Sie sich in Ihre FritzBox ein
  2. Klicken Sie auf Telefonie, danach auf Rufbehandlung
  3. Wählen Sie die Option Rufsperren, danach klicken Sie auf Gesperrte Rufnummern
  4. Klicken Sie auf Nummer hinzufügen
  5. Geben Sie die entsprechende Nummer ein und speichern Sie
Haben Sie übrigens gewusst? Die Swisscom gibt mittlerweile auch die SIP-Credentials frei – wenn Sie also lieber eine FritzBox oder einen anderen Router als die hauseigene Lösung von Swisscom in Betrieb nehmen möchten, geht das. Fündig werden Sie hier.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Diese Lösungen bieten die Provider an

Diese Lösungen bieten die Provider an

Diese Lösungen bieten die Provider an

Kunden der Swisscom können sowohl fürs Mobil- als auch fürs Festnetz zwei Filterlösungen in Anspruch nehmen. So richten Sie diese ein:

Festnetz

Swisscom bietet eigene Lösungen an
  1. Loggen Sie sich ins Swisscom Kundencenter ein.
  2. Danach benutzen Sie diesen Link.
  3. Wählen Sie Für Festnetz aktivieren.
  4. Setzen Sie ein Häkchen bei Callfilter aktivieren.
  5. Klicken Sie auf den Button Speichern.
  6. Sie können auch einstellen, ob Anrufe von Ihrem Apparat auf verschiedene Nummern deaktiviert werden sollen, beispielsweise auf teure Servicelines im Ausland.

Mobil

  1. Stellen Sie zuerst sicher, dass Sie sich mit dem Smartphone gerade nicht in einem WLAN befinden, sondern via 4G im Swisscom-Netz eingebucht sind. Der Grund: Nur, wenn der folgende Seitenaufruf auf dem Handy via Swisscom-Datennetz erfolgt, kann die Cockpit-Seite Sie via Ihre Handy-Nummer als Swisscom-Kunden erkennen. Schalten Sie einfach das WLAN kurz ab, dann sollte sich das Gerät automatisch ins Swisscom-Netz einbuchen. Surfen Sie nun via Smartphone folgende Adresse an: cockpit.swisscom.ch.
  2. Danach benutzen Sie diesen Link.
Bei anderen Providern ist eine entsprechende Anfrage hängig.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Allgemeine Hilfestellungen

Allgemeine Hilfestellungen

Allgemeine Hilfestellungen

Bei Werbeanrufen trotz Sterneintrags kann man (seit April 2012) von einer unlauteren Geschäftspraktik sprechen. Dies ist strafbar. Fragen Sie den Anrufer nach dem Namen, der Adresse und der Rückrufnummer des Unternehmens. Beschwerden wegen Werbeanrufen trotz Sterneintrags können Sie direkt dem SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) melden. Das SECO kann Strafantrag bei der zuständigen Staatsanwaltschaft einreichen.
Ungebetene Werbeanrufe auf Nummern ohne Sterneintrag (auch Handy-Nummern) sind leider nicht strafbar. Was Sie dagegen tun können: Verlangen Sie entweder von Ihrem Telefonanbieter, dass Ihre Rufnummer mit einem Sterneintrag versehen wird oder lassen Sie Ihre Nummer (ohne Telefonbucheintrag) auf der Telefonsperrliste des Schweizer Dialogmarketing Verbands (SDV) eintragen.
Bei missbräuchlicher Preselection: Wurde Ihnen oder einem Verwandten ein sogenannter Preselection-Anbieter aufgeschwatzt, ohne es realisiert zu haben, können Sie jederzeit die Gratisnummer 0868 868 868 wählen, um den Status Ihres Anschlusses zu überprüfen. Verlangen Sie beim allenfalls fehlbaren Anbieter innert 10 Arbeitstagen einen schriftlichen Vertrag. Der Anbieter muss diesen Nachweis innert 10 Tagen erbringen, sonst können Sie den Fall schriftlich dem Bakom (Bundesamt für Kommunikation) melden. Das Bakom kann dann rechtliche Aufsichtsmassnahmen prüfen.
Zuständigkeiten: Das Bakom hat die Aufsicht über die Anbieter von Fernmeldediensten, unter anderem auch bezüglich Fragen der Nummerierung und Adressierung, und arbeitet vor allem mit der Telko-Schlichtungsstelle Ombudscom zusammen. Das Seco dagegen behandelt rechtliche Fragen bei unlauteren Geschäftspraktiken und Preisbekanntgaben.
Keine persönliche Informationen angeben: Wenn Sie regelmässig von Telefonmarketingfirmen angerufen werden, beantworten Sie keine Fragen. Halten Sie sich kurz und sagen Sie einfach, dass Sie kein Interesse haben. Wenn Sie interessiert sind, fragen Sie nach, ob man Ihnen Unterlagen nach Hause schicken kann. So geben Sie keine persönlichen Informationen preis.



Kommentare

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Oldsailor
28.10.2019
Ich wundere mich immer wieder, wie die Leute noch lange mit den Anrufern diskutieren. Sollte ich doch mal so einen Anrufer am Draht habe, höre ich bestenfalls kurz hin und hänge dann wortlos auf. Funktioniert immer.

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cartney2
29.10.2019
Mein Tipp gegen Telefonterror Das beschriebene funktioniert leider nur auf dem Handy. Auf dem Festnetz kommt es darauf an welchen Provider Sie haben. Bei Swisscom z.B. kann man unerwünschte Nummern sperren. Bei UPC ist dies leider immer noch nicht möglich! Mein Tipp gegen unerwünschte Anrufe (auf dem Festnetz): Einmal mit einer Trillerpfeife kräftig in den Hörer pfeifen! Wirkt sicher auch.

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Gaby Salvisberg
29.10.2019
Das beschriebene funktioniert leider nur auf dem Handy. Auf dem Festnetz kommt es darauf an welchen Provider Sie haben. Bei Swisscom z.B. kann man unerwünschte Nummern sperren. Bei UPC ist dies leider immer noch nicht möglich! Mein Tipp gegen unerwünschte Anrufe (auf dem Festnetz): Einmal mit einer Trillerpfeife kräftig in den Hörer pfeifen! Wirkt sicher auch. Nein, auf gar keinen Fall sollte man das tun. Das ist ein hochgradig gefährlicher "Tipp"! :( Die Person am anderen Ende könnte einen bleibenden Gehörschaden erleiden. In Deutschland hat eine Callcenter-Angestellte eine Frau verklagt, die zu dieser Massnahme gegriffen hatte – und gewonnen. Ausserdem können die Anrufenden selbst nichts dafür, wenn ihr Arbeitgeber sie zwingt, Nummern mit Sterneintrag zu belästigen. Das sind in der Regel schlecht ausgebildete, schlecht verdienende Personen, für die ein solcher Job quasi der letzte Strohhalm ist, der sie vor der Arbeitslosigkeit bewahrt. Bitte also solchen Unsinn niemandem mehr empfehlen, ja? Beste Grüsse Gaby

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Pagnol
29.10.2019
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass eine Trillerpfeife beim Empfänger Schaden anrichten kann. Wenn, dann schon eher beim Sender. Die maximale Lautstärke des Übertragungsweges ist beschränkt. Alles andere währe aus technischer Sicht gar nicht sinnvoll. (Wir sprechen hier von Sprachübertragung mit daran angepasster Sprechgarnitur und nicht von Musikwiedergabe mit ganz anderen Kopfhörern.) Da müsste sich der Callcenter-Angestellte das Pfeifen wohl stundenlang anhören ....

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Gaby Salvisberg
29.10.2019
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass eine Trillerpfeife beim Empfänger Schaden anrichten kann. Wenn, dann schon eher beim Sender. Die maximale Lautstärke des Übertragungsweges ist beschränkt. Alles andere währe aus technischer Sicht gar nicht sinnvoll. (Wir sprechen hier von Sprachübertragung mit daran angepasster Sprechgarnitur und nicht von Musikwiedergabe mit ganz anderen Kopfhörern.) Da müsste sich der Callcenter-Angestellte das Pfeifen wohl stundenlang anhören .... Ich gehe mal davon aus, dass die in Deutschland eine ähnliche Telefoninfrastruktur haben wie wir. Der Fall ist aus 2012: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/frau-zu-geldstrafe-verurteilt-mit-der-trillerpfeife-gegen-werbeanrufe-11759854.html Wirklich; ich würde das auf keinen Fall machen oder empfehlen.

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Pagnol
29.10.2019
Na ja, ein Urteil in erster Instanz von einem Richter, der sehr wahrscheinlich von Elektronik und Akkustik keine Ahnung hat. Also ich würd's trotztem tun. Äh Moment - ich hab ja gar keine Trillerpfeife. Darf man ersatzweise einfach schreien? Aber - freu! - ich hab da so eine elektronische Tröte mit verschiedenen Sirenen-Tönen. Wieso rufen mich die Call-Center so selten an? Ahnen die etwas?

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karnickel
02.11.2019
@pagnol Witzig. Ich amüsiere mich gerade köstlich. @alle Gaby hat hier ein Hausrecht. Also wenn sie uns alle bittet, eine solche Empfehlung nicht abzugeben, dann einfach auch gar nicht mehr machen, klar?