Tipps & Tricks 22.08.2016, 08:23 Uhr

iPad: RAW und JPEG mit Lightroom bearbeiten

Der perfekte Workflow für reisefreudige Fotografen.
Das iPad Pro 12.9 Zoll (Test) hat mein MacBook Air abgelöst. Der wichtigste Grund war, dass das treue, fünfjährige Notebook mit den 24-Mpx-Bildern der neuen Kamera nicht mehr klarkam. Ganz anders das iPad Pro. Es versaftet selbst RAW-Aufnahmen so schnell und flüssig, als wolle es sich über die Kamera lustig machen: Du bist keine Herausforderung für mich.
Hat für mickrige 24-Mpx-Fotos nur ein verächtliches Schnauben übrig: das iPad Pro 12.9"
Quelle: PCtipp
Etwas mehr Nachdenken erforderte der Ablauf von der Aufnahme bis zur Speicherung in Adobe Lightroom am Mac oder PC:
  • Fotos sollen von der Kamera auf das iPad übertragen werden.
  • Aufgenommen wird in RAW und JPEG gleichzeitig.
  • Die schlechten Fotos sollen bereits unterwegs aussortiert werden.
  • Die restlichen Fotos sollen in Lightroom Mobile einer ersten Behandlung unterzogen und später mit der Desktop-Version synchronisiert werden.
Diese Situation ist vor allem auf Ferienfotos gemünzt, die gleichentags im Hotel einer ersten Behandlung unterzogen werden. Zu Hause werden die verbleibenden Bilder mit Lightroom synchronisiert und dem letzten Schliff unterzogen.
Das Kleingedruckte: Lightroom Mobile ist kostenlos. Um jedoch die RAW-Verarbeitung zu nutzen und um die Bilder mit dem Mac oder PC zu synchronisieren, benötigen Sie ein Abonnement des Adobe-Fotografieprogramms oder das komplette Creative-Cloud-Paket (mehr dazu hier). Die Kaufversion von Lightroom 6 bietet keine Cloud-Dienste; diese sind jedoch unabdingbar für einen Workflow, der diese Bezeichnung verdient.

Fotos importieren

Sehen wir uns an, wie iOS Fotos verwaltet. Importierte Fotos landen auf dem iPad immer im Album Aufnahmen (auch bekannt als Camera Roll). Wie sie dorthin kommen, ist Ihnen überlassen. Wenn Ihre Kamera Wi-Fi unterstützt, bietet der Hersteller ziemlich sicher eine iOS-App für die Übertragung an.
Doch es geht auch anders. Apple verkauft gleich zwei Lösungen. Der Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter (39 Franken) wird mit dem USB-Kabel der Kamera verbunden. Allerdings wird USB 3.0 nur vom iPad Pro mit 12,9 Zoll unterstützt; alle anderen iPads werden intern auf USB 2.0 gedrosselt. 
Der USB-Adapter empfiehlt sich für Kameras, die zum Beispiel mit Compact-Flash-Karten arbeiten
Quelle: Apple, Inc.
Mein persönlicher Favorit ist jedoch das Lightning auf SD Kartenlesegerät (32 Franken). Mit diesem Adapter ersparen Sie sich ein weiteres USB-Kabel.
Das SD-Kartenlesegerät
Quelle: Apple, Inc.

Importvorgang

So oder so: Wenn Sie den SD-Kartenleser oder den USB-Adapter mit dem iPad verbinden, öffnet sich automatisch der Importdialog. Tippen Sie auf die Schaltfläche Alle importieren oder wählen Sie die gewünschten Fotos aus:
Import von der SD-Karte
Quelle: PCtipp / Screenshot
Nach der Übertragung erhalten Sie die Möglichkeit, die Dateien von der Speicherkarte zu löschen. Darauf sollten Sie tunlichst verzichten, denn so sind Sie im Besitz einer zweiten Sicherung, wenn das iPad abhandenkommt. Speicherkarten sind gross, schnell und für wenig Geld zu haben. Rüsten Sie im Zweifelsfall auf.
Lassen Sie die Fotos nach Möglichkeit auf der Speicherkarte
Quelle: PCtipp / Screenshot
Ab dem zweiten Import tippen Sie auf Duplikate überspringen, um nur die neuen Fotos zu laden.
Nur die neuen Fotos werden übertragen
Quelle: PCtipp / Screenshot
Tipp: Sie müssen nicht warten, bis iOS alle Miniaturabbildungen geladen hat. Tippen Sie einfach auf die Schaltfläche und gehen Sie z.B. essen. 

RAW+JPEG

Wenn Sie in RAW+JPEG fotografieren, werden immer beide Dateien übertragen. In der «Fotos»-App wird jedoch nur die JPEG-Datei angezeigt. Diese können Sie verwenden, um zum Beispiel ganz unkompliziert einige Schnappschüsse auf Instagram oder Facebook zu veröffentlichen.

Fotos aussortieren

Die RAW- und JPEG-Dateien bleiben auch dann zusammen, wenn Sie ein Foto löschen – es werden also beide Dateien gleichzeitig gelöscht. Allerdings sind wir noch nicht so weit: Wenn Sie jetzt Fotos löschen, werden diese beim nächsten Import erneut übertragen.
Stattdessen markieren Sie die Fotos, die Sie später löschen möchten, als «Favoriten»: Tippen Sie auf das Herz-Symbol oben rechts:
Favoriten, die gar keine sind
Quelle: PCtipp
Das ist zwar das exakte Gegenteil von dem, was diese Funktion erreichen will. Doch für unsere Zwecke ist sie ideal: Die misslungenen Fotos werden automatisch im Album Favoriten gespeichert. Dort lassen Sie sich am Ende der Ferien (oder des Shootings) mit wenigen Handgriffen markieren und löschen.
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