Tipps & Tricks 21.10.2013, 05:47 Uhr

Ubuntu/Xubuntu 13.04: SRF-Portal funktioniert nicht

Problem: Ich habe die Ubuntu-Variante Xubuntu 13.04 am Laufen. Nun stelle ich fest, dass die Videos aus dem Videoportal des Schweizer Fernsehens (srf.ch) nicht funktionieren. Sowohl Firefox als auch Chromium zeigen den gleichen Fehler: «Video aktuell nicht verfügbar. Error: <16>». Andere Videos (z.B. aus YouTube) spielen aber problemlos. Woran könnte das liegen?
Lösung: Das liegt daran, dass das SRF-Portal auf eine neuere Flash-Version pocht. Ist eine ältere installiert, verweigert es das Abspielen. 
Unter Ubuntu Linux reichte es früher, die ubuntu-restricted-extras zu installieren. Das rüstete mit wenigen Klicks die gängigen Plug-Ins und Codecs nach. Das Paket ist zwar für Multimediafans nach wie vor zu empfehlen; nur nützt es wegen der enthaltenen veralteten Flash-Version nichts mehr beim Abspielen von Inhalten ab dem SRF-Portal. Die Krux: Es gibt zwar Adobe Flash für Linux, aber Adobe will nur noch die alte Version 11.2 weiterpflegen, während Sie aktuell 11.9 fürs SRF-Portal brauchen.
Nähme man den im offiziellen Google Chrome für Linux enthaltenen Flash-Player, dann würde es klappen. Auf dieser Webseite gibts eine Anleitung in Englisch, die erklärt, wie man diese herunterlädt und in Chromium (der freien Variante von Chrome) installiert.
Wir habens ausprobiert, es geht so: Besorgen Sie sich in Ihrer ganz normalen Paketverwaltung (dem Ubuntu Software-Center) zuerst Chromium. Das ist dort schnell gefunden und ruck-zuck installiert.
Öffnen Sie nun in Ubuntu Linux ein Terminal: oben links aufs Dash-Icon klicken, term eintippen, Terminal starten. Tippen Sie nacheinander folgende Zeilen ein und drücken nach jeder Zeile Enter. Tippen Sie Ihr Passwort ein oder drücken Sie Enter, wenn danach gefragt wird:
sudo add-apt-repository ppa:skunk/pepper-flash
sudo apt-get update
sudo apt-get install pepflashplugin-installer
Die erste Zeile fügt die benötigte Paketquelle hinzu. Die zweite aktualisiert die Paketliste unter Berücksichtigung der vorhin hinzugefügten Paketquelle. Die dritte Zeile installiert das gesuchte Paket.
Nun tippen Sie folgende zwei Zeilen ein (gefolgt von Enter):
sudo apt-get install gksu
gksu gksu gedit /etc/chromium-browser/default
Jetzt sollte sich der Editor «gedit» öffnen. Fügen Sie direkt unterhalb der Zeile «CHROMIUM_FLAGS=""» noch diese Zeile ein, die mit einem Punkt und einem Leerzeichen beginnt:
. /usr/lib/pepflashplugin-installer/pepflashplayer.sh
Die zusätzliche Zeile
Speichern Sie die Datei. Schliessen Sie gegebenenfalls Chromium und starten Sie es wieder. Jetzt sollten die SRF-Portal-Inhalte laufen. (PCtipp-Forum)


Kommentare

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Gaby Salvisberg
21.10.2013
Kennst Du mehrere Leute mit Android-Smartphone? Mit einem NAS? Mit einer Settopbox? Dann hat sich Linux bereits durchgesetzt.

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swissmac
21.10.2013
hmmmmmmmmmm Also ja klar, vielleicht hatte ich mich nicht so klar ausgedrückt ... diese Dinger meinte ich damit natürlich NICHT. Es geht mir genau um den Fall, der hier in diesem Artikel beschrieben ist ... also "Linux auf dem Desktop". Aktuelle Marktstudien sprechen von gut einem Prozent Marktanteil, obwohl Linux ja mehr oder weniger gratis ist. Wenn Handling, Tools, Treiber, Kompatibilität, Software-Verfügbarkeit usw. ja so toll wie immer beschrieben wäre, dann wäre Linux (auf Desktop) schon bei 90% und nicht bei 1% Marktanteil ... Fakt ist auch, dass Linux Desktop Geräte eine 4x höhere Rücklaufquote haben, als Geräte mit MS. BR, Swissmac

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Alex80
22.10.2013
Danke Danke für diesen wertvollen Beitrag. @Swissmac Sie besitzen eine sehr beschränke Einstellung gegenüber Linux. Etwas recherche wäre an diesem Punkt angebracht.

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Masche
22.10.2013
Kennst Du mehrere Leute mit Android-Smartphone? Wo gebe ich diese sudo-Befehle bei meinem Smartphone ein bzw. wozu? Ich glaube das ist es, was swissmac meinte. Es ist doch ein Anachronismus sondergleichen, wenn man auf einem Consumer Gerät für Funktionen, die bei Windows-Geräten selbstverständlich sind, ein Terminalprogramm bemühen muss, um dort kryptische Befehle einzutippen. Das erinnert mich an längst vergangene Zeiten in den Achtzigerjahren. Klar, für Spezialisten sind solche Dinge mächtige Werkzeuge. Auch ich verwende heute noch gerne Batchbefehle aus dem DOS Zeitalter, sehr zum Erstaunen meiner jüngeren Kollegen, die das nicht mehr kennen, doch die Computerindustrie lebt nicht von den Spezialisten sondern von der grossen Masse, die PCs eben als Consumer Geräte einsetzt. Und sie wäre mit solchen Dingen auch schlicht überfordert oder lehnt sie schlichtweg ab. Da ich nebenbei selber etwas im Usersupport unserer Firma arbeite, mache ich laufend diese Erfahrung. Es hat also nichts mit beschränkter Einstellung gegenüber Linux zu tun, wenn man seine Zweifel daran hat, dass sich Linux für Desktops auf breiter Basis durchsetzen wird. Ausser eben bei Smartphones, aber da hat das Betriebssystem, ausser dem Kernel, nicht mehr viel gemeinsam mit klassischen Linux-Distributionen, wie man sie für Desktop und Server kennt.

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lo_oscillator
23.10.2013
Sie scheinen im Artikel das Wort frei falsch verstanden zu haben, frei ist hier nicht gleichzusetzen mit kostenfrei. Die 99%, welche sich dafür nicht interessieren, verwenden einfach Google Chrome, kann mit einigen wenigen Klicks in Ubuntu installiert werden. Warum Flash nur noch für PPAPI weiterentwickelt wird, können Sie auf dem Adobe Blog nachlesen. Schade, dass SRF die Mediathek nur für die 99% konzipiert, eine html Version, wie sie das ZDF seit langem anbietet, sucht man bei SRF vergeblich.

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kumaeschli
25.10.2013
Genau das ist es eben, Sie scheinen im Artikel das Wort frei falsch verstanden zu haben, frei ist hier nicht gleichzusetzen mit kostenfrei. Die 99%, welche sich dafür nicht interessieren, verwenden einfach Google Chrome, kann mit einigen wenigen Klicks in Ubuntu installiert werden. Warum Flash nur noch für PPAPI weiterentwickelt wird, können Sie auf dem Adobe Blog nachlesen. Schade, dass SRF die Mediathek nur für die 99% konzipiert, eine html Version, wie sie das ZDF seit langem anbietet, sucht man bei SRF vergeblich. dieses Sch.... Schweizer Fernsehen rüstet nicht auf Neue, gängige Technick um. Nur abzocken und nichts investieren! Neu noch mit Staatlich verordneten Zwangsgebühren! Schlicht katastrophal so etwas!