Tipps & Tricks 16.11.2018, 08:09 Uhr

QR-Rechnung kommt im Juni 2020: So sieht sie aus und das ist wichtig

Der neue Einzahlungsschein kommt mit deutlicher Verspätung. Dieser löst die roten und orangen Einzahlungsscheine ab. Nun ist definitiv klar, wie dieser aussehen wird.
Nun ist die definitive Ausgestaltung der QR-Rechnung festgelegt. Die ersten Einzahlungsscheine mit QR-Code werden am 30. Juni 2020 verschickt. Dies teilt der Finanzdienstleister SIX auf seiner Webseite mit. So wird die QR-Rechnung aussehen:
Ab Ende Juni 2020 kommt ein neuer Einzahlungsschein mit QR-Code in die Schweiz
Quelle: SIX

Was bedeutet das fürs Einzahlen und E-Banking?

Statt roten und orangen Einzahlungsscheinen gibts grünes Licht für QR-Rechnungen. Ab 2020 sollen die ersten in Schweizer Haushalten landen. Bis Ende 2020 sollen die altbekannten Einzahlungsscheine so gut wie ganz von der Bildfläche verschwinden. Doch was bedeutet dieser Wechsel für Sie? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Neuerungen, sowohl für Private als auch für Unternehmen.
Der Grund für den Wechsel liegt nicht nur in einer vereinfachten Handhabung im digitalen Bereich, sondern erfolgt auch aufgrund diverser Umstellungen im Schweizer Zahlungssystem. So wollen unter anderem Post und Banken einen gemeinsamen Standard verwenden. Mittelfristig soll das Schweizer Zahlungssystem auch mit neuen internationalen Standards kompatibel sein.

Was ist neu?

Die roten und orangen Einzahlungsscheine wurden nicht für das digitale Zeitalter entwickelt. Das merkt jeder, der schon einmal auf einem orangen Einzahlungsschein eine Referenznummer (ESR) am PC abgetippt hat. Mit grundlegenden Scanfunktionen konnten die Banken den klassischen ESR zwar zumindest ein wenig digitaler machen, allerdings mit starken Limitierungen. Die QR-Rechnung ersetzt sowohl die beiden Inlandscheine als auch die IPI (International Payment Instruction) für ausländische Zahlungen.
Der ESR lässt sich zwar scannen, aber nicht so gut wie ein QR-Code
Quelle: Six
Die QR-Rechnung ist von Grund auf ein digitales Produkt. Auf dem neuen Einzahlungsschein (offiziell «Zahlteil QR-Rechnung» genannt) steht nicht mehr der Text im Vordergrund, sondern ein grosser QR-Code. Dieses Pixelmuster kann von einem Smartphone oder einem fürs E-Banking entwickelten Lesegerät entziffert werden. Im Code enthalten sind sämtliche Informationen, die zum Bezahlen einer Rechnung benötigt werden. Dazu können auch weitere Informationen in den QR-Code gepackt werden, welche die Verarbeitung für Buchhaltungen vereinfachen (dazu später mehr). Ausser dem QR-Code gibt es auf der neuen Rechnung alle wichtigen Informationen zusätzlich in Textform neben dem Code. Somit ist der QR-Einzahlungsschein ebenfalls im Fall eines Systemausfalls verwendbar.

QR-Rechnungen für Private

Als Privatperson ist man meistens auf der Empfängerseite eines Einzahlungsscheins. Je nachdem, wie Sie Ihre Zahlungen erledigen, bringt Ihnen der neue Einzahlungsschein mehr oder weniger Nutzen. Am meisten profitieren E-Banking-Anwender am Computer oder Smartphone, am wenigsten die Post-/Bankgänger.
Am Smartphone
Wenn Sie heute bereits E-Banking per Smartphone betreiben und dort Ihre Einzahlungsscheine scannen, ändert sich für Sie nur wenig. Die QR-Codes sind sogar leichter lesbar als die bisherigen Zeichen-Codes. Das sollte den Scanvorgang vereinfachen. Neu ist ausserdem eine mögliche Kompatibilität mit Bezahldiensten wie Twint. Hier sind die Details aber noch etwas vage.
Auf der Post/Bank
Falls Sie noch mit Ihren Einzahlungsscheinen zur Post oder Bank gehen, bringt Ihnen die QR-Rechnung wenig. Eventuell gibt es für Sie sogar einen Mehraufwand: Denn die QR-Einzahlungsscheine müssen nicht mehr zwingend gestanzt werden. Es kann also sein, dass Sie vermehrt zur Schere greifen oder die Rechnungen als Ganzes zur Post bzw. Bank tragen müssen.
Update: Laut Mitteilung des Finanzdienstleisters SIX wurde nun die Perforationspflicht für papierbasierte Zahlungen eingeführt. (Stand: 16.11.18). Hier finden Sie die Anpassungen im Überblick.
Am Computer
Den grössten Sprung vorwärts machen Nutzer am PC. Mit dem Umstieg auf einen QR-Einzahlungsschein werden wahrscheinlich viele Banken ihren Kunden ein entsprechendes Lesegerät zur Verfügung stellen. Wie genau das aussehen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Denkbar sind spezielle USB-Scanner für Desktop-PCs oder die Verwendung der Webcam bei Laptops. Ein Umstieg auf E-Banking via Smartphone wäre natürlich die einfachste Lösung. Die Vorteile der QR-Rechnung liegen hier auf der Hand: keine ellenlangen Referenznummern mehr eintippen. Das senkt nicht nur das Risiko für Fehler, sondern macht den Vorgang auch massiv einfacher und schneller.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: QR-Rechnungen für Firmen und Fazit

QR-Rechnungen für Firmen und Fazit

QR-Rechnungen für Firmen

Je nach Unternehmensgrösse und vorhandener Infrastruktur wird sich der Wechsel auf die QR-Rechnungen mehr oder weniger stark auf Firmen auswirken. Am meisten profitieren dürften kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bei Grossunternehmen mit stark automatisierten Zahlungssystemen wird sich der Vorteil des Wechsels hingegen in Grenzen halten. KMU profitieren vor allem von vereinfachten Regulierungen rund um die QR-Einzahlungsscheine. Im Gegensatz zu den bestehenden Einzahlungsscheinen müssen die neuen QR-Teile nicht mehr vorgedruckt bestellt werden. Stattdessen werden die Codes einfach auf einem herkömmlichen Drucker in Schwarz-Weiss ausgedruckt.
Vorgegeben sind Merkmale wie Positionierung, Schrift und Grösse. Dass die Einzahlungsscheine nicht mehr abtrennbar sein müssen, ist ebenfalls ein grosser Vorteil für kleinere Unternehmen, die so viel einfacher und günstiger ihre eigenen Einzahlungsscheine herstellen können. Für grössere Unternehmen sind eventuell zusätzliche Informationen im QR-Code nützlich. Beispielsweise kann eine Kunden- oder Auftragsnummer direkt im QR-Code eingebettet werden. Somit lässt sich ein Zahlungseingang beim Empfänger automatisch verarbeiten. Dazu kommen einige kreative Anwendungszwecke: Beispielsweise kann ein QR-Code direkt auf ein Plakat aufgedruckt werden, um Passanten zum Spenden aufzurufen.

Fazit: Vorteile überwiegen

Die neue QR-Rechnung bietet nach aktuellem Stand praktisch nur Vorteile. Für Smartphone-Nutzer wird das Einscannen deutlich einfacher und der Code dürfte auch Banken dazu verleiten, Scanner für Kunden anzubieten. Der einzige Verlust: Kein Stanzzwang bedeutet für Postgänger, dass diese ab und an zur Schere greifen müssen. Unternehmen profitieren hingegen vom deutlich geringeren Aufwand – sowohl finanziell als auch arbeitstechnisch. Es müssen nicht mehr speziell vorgedruckte Scheine bestellt werden, stattdessen können diese einfach ausgedruckt werden. Weitere Anwendungszwecke wie QR-Codes auf Plakaten und zusätzliche Informationen wie Bestellnummern im Code helfen auf allen Seiten.


Kommentare

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Colossus
31.07.2018
Es wird sehr viel über dieses Thema geschrieben. Worüber jedoch niemand spricht, ist die Herstellung dieser neuen Rechnung rsp. deren QR-Code. Beispiel: Ich erstelle monatlich ca. 10 Rechnungen per Excel. Wie lässt sich dieser Code auf eine sehr einfache Art und Weise generieren und dann auf die "Excel"-Rechnung bringen? Muss ich für jede Rechnung in einem separaten "Progrämmli" diesen Code erstellen und dann auf die Rechnung kopieren (ist mir zu kompliziert)? Genügt allenfalls nur eine übliche Rechnung inkl. Angabe der IBAN-Nummer? Auf diese Frage bekam ich bei mehreren Banken nur fragende Blicke zurück mit der Aussage "Wissen wir nicht / hat noch niemand gefragt etc.". Wäre dies nicht mal ein Thema für den PCtipp, den ich seit Jahren gerne lese? Genau das gleiche Problem habe ich auch. Ich habe mir eine Word-Vorlage angelegt, die per Makro aus einer Excel-Tabelle befüllt wird und mir die Rechnung direkt auf einen leeren ESR-Vordruck ausdruckt. Wie das zukünftig ohne spezielle Buchhaltungssoftware funktionieren soll, hat mir bisher auch keiner erklären können. Bei Nachfragen wird man nur angeguckt, als ob man vom Mond kommt ...

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darilenz
31.07.2018
Ich gebe ... ... meinem Vorredner recht. Die wirklich praktischen Fragen sind damit nicht beantwortet. Wie macht man es, wenn man Rabatt und Skonto abziehen kann? Wie werden Einzahlungsscheine in Kleinserie erstellt (siehe mein Vorredner). Im Internet gibt es Seiten, auf welchen man das Erstellen von QR-Rechnungen testen kann. Dort besteht auch die Möglichkeit eine QR-Rechnung ohne Betrag und Einzahler zu erstellen. Das wäre allenfalls eine Möglichkeit, wie Einzahlungsscheine in Kleinserie erstellt werden können. Die Frage ist nur, wie die Banken (mittels Zahlungsauftrag) und die Post (im speziellen am Postschalter) solche Einzahlungsscheine verarbeiten? Fragen über Fragen. Es wäre gut, da mal einen Folgeartikel zu bringen.

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Nalevets
31.07.2018
Aufwand ohne bemerkenswerte Vorteile Das Erstellen des neuen mit QR-Code versehenen ESR ist in der Tat nicht trivial. Bisherige Buchhaltungsanwendungen müssen umgestellt werden ─ ein nicht unbedeutender Aufwand, besonders für sehr kleine Betriebe mit wenigen finanziellen Ressourcen. Ich muss auch ESR mit Daten aus einer Access-Datenbank erstellen. Es gibt kostenpflichtige Module für Access, welche QR-Codes erzeugen aber es ist nicht klar, ob damit alle Anforderungen erfüllt werden können. Der QR-Code muss z.B. ein schweizer Kreuz in der Mitte haben, was eine zusätzliche Komplikation darstellt. Eine mögliche Lösung ist jedoch Word zu verwenden. Neuere Versionen von Word sind mit dem Feld "DisplayBarCode" in der Lage, QR-Codes zu erzeugen. Man kann damit Daten aus Access (und wahrscheinlich Excel) in den QR-Code einpacken. Mittels Serienbrieffunktion ist es dann möglich, entsprechende Rechnungen zu erstellen. Meines Erachtens muss man sich mit den neuen ESR viel kritischer auseinandersetzen, als der PCTipp mit diesem Artikel tut. Die hier aufgeführten "Vorteile" bringen keinen signifikanten Nutzen. Scannen kann man die bisherigen ESR ebensogut wie QR-Codes ─ darum verwendet man eine OCR-Schrift für die Codierzeile. Vorgedruckte Scheine zu bestellen ist auch keine Herkulesaufgabe. QR-Codes auf Plakaten öffnen Tür und Tor für Gauner. Was sind denn wirklich die überzeugenden Vorteile?

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allrep
31.07.2018
Reklamierer Es wird sehr viel über dieses Thema geschrieben. Worüber jedoch niemand spricht, ist die Herstellung dieser neuen Rechnung rsp. deren QR-Code. Beispiel: Ich erstelle monatlich ca. 10 Rechnungen per Excel. Wie lässt sich dieser Code auf eine sehr einfache Art und Weise generieren und dann auf die "Excel"-Rechnung bringen? Muss ich für jede Rechnung in einem separaten "Progrämmli" diesen Code erstellen und dann auf die Rechnung kopieren (ist mir zu kompliziert)? Genügt allenfalls nur eine übliche Rechnung inkl. Angabe der IBAN-Nummer? Auf diese Frage bekam ich bei mehreren Banken nur fragende Blicke zurück mit der Aussage "Wissen wir nicht / hat noch niemand gefragt etc.". Wäre dies nicht mal ein Thema für den PCtipp, den ich seit Jahren gerne lese? Hallo bevor Sie reklamieren, sollten sie zuerst mal GOOGELN............. denn es gibt bereits Software für excel / word hier zum beispiel: https://code-bude.net/2017/05/21/swiss-qr-code-in-c-und-vba-erzeugen/ vielleicht braucht man aber ein wenig pc-kenntnisse...................

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Firebird-88
31.07.2018
Einlesen des neuen Einzahlungsschein (QR Code) Wieder einmal werden Smartphon User bevorzugt. Für den aktuellen Einzahlungsscheinen gibt es eine Handscanner oder ein viel teureres Lesegerät welches den Einzahlungsschein "Durchzieht" . Habe mir den Handscanner zugelegt, jedoch ist er wegen meiner Behinderung nicht sinnvoll nutzbar. Musste bis zu 10x einen Einleseversuch machen bis ein Resultat zu brauchen war. Warum nicht einen handelsüblichen Scanner mit dem der Einzahlungsschein mit oder ohne QR Code gelesen werden kann. Warum wieder ein spezielles Gerät für den neuen Schein?? Einen Scanner ist im Privaten Umfeld meistens vorhanden mit einem Multifunktionsdrucher. Aber eben ein zusätzliches Gerät erhöht den Umsatz bei Verkauf und danach im Elektroschrott. Es ist wie bei der SBB, die neuen Wagen sind Rollstuhlgängig, aber nur für kräftige Fahrer wegen der relativen steilen Rampe. Man könnte die Liste weiterführen mit solchen Fehlplanungen.

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Westminster
31.07.2018
allrep Hallo bevor Sie reklamieren, sollten sie zuerst mal GOOGELN............. denn es gibt bereits Software für excel / word hier zum beispiel: https://code-bude.net/2017/05/21/swiss-qr-code-in-c-und-vba-erzeugen/ vielleicht braucht man aber ein wenig pc-kenntnisse................... Dieser Link ist nur für Profis. Als Laie kann ich nichts damit anfangen. Vieeleicht kennt jemand eine andere Möglichkeit, damit auch Laien dies anwenden können.

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WalterA
01.08.2018
Hallo bevor Sie reklamieren, sollten sie zuerst mal GOOGELN............. denn es gibt bereits Software für excel / word hier zum beispiel: https://code-bude.net/2017/05/21/swiss-qr-code-in-c-und-vba-erzeugen/ vielleicht braucht man aber ein wenig pc-kenntnisse................... VBA ein Urgestein... Neee, nix mehr für mich. Da habe ich vor 30 Jahren mal was gemacht. Sicher wird der Markt es richten. Für Word und Excel wird es etwas geben.

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DFrench
01.08.2018
QR Rechnung einfach selber machen. habe schnell mal geschaut - die bis jetzt beste Lösung erscheint mir folgendes Web zu sein https://qrcoderechnung.ch/ Werde mal schauen wie es mit dem erstellten QR Code via eines 'normalen' QR Code Webs aussieht wie zB. https://www.qrcode-monkey.com/de scheint mir einfach... Zum einbinden in Excel - Grafik auf den PC herunter laden und via Grafik einfügen in das Dokument einbinden - et voila, ces fait!

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Nalevets
01.08.2018
Keine Lösung habe schnell mal geschaut - die bis jetzt beste Lösung erscheint mir folgendes Web zu sein https://qrcoderechnung.ch/ Werde mal schauen wie es mit dem erstellten QR Code via eines 'normalen' QR Code Webs aussieht wie zB. https://www.qrcode-monkey.com/de scheint mir einfach... Zum einbinden in Excel - Grafik auf den PC herunter laden und via Grafik einfügen in das Dokument einbinden - et voila, ces fait! Nichts für ungut aber das ist nicht das Problem. Anwendungen, die mit manuell eingegebenen Daten QR-Codes erzeugen, gibt es schon lang. Für ESR muss man jedoch normalerweise Daten aus einer Datenbank oder ähnlichem holen und in den QR-Code einpacken. Nur so kann man später kontrollieren, wer was bezahlt hat. Es ist sicher keine Lösung, für 100 oder mehr Rechnungen die Daten manuell einzugeben, um die entsprechenden QR-Codes zu erzeugen. Das würde stundenlange Arbeit bedeuten. Eine vernünftige Lösung gibt es erst, wenn die QR-Codes im Rahmen der Datenbank- bzw. Buchhaltungssoftware erzeugt werden können.

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DFrench
01.08.2018
Ich habe eigentlich auf das erste posting geantwortet... da ging es um ca. 10 Rechnungen und die Einbindung in Excel. Es wird sicher Lösungen geben, das ganze ist ja erst in Vorbereitung. Der ISO Standart ist bekannt... jetzt sind die Banken und andere gefragt. Wenn es nur um 10 Rechnungen geht und man nicht so viel investieren will - ist halt Handarbeit angesagt. Und wenn es um mehr als 100 Rechnungen mit Verbindung zu anderen Anwendungen geht... wird es garantiert Lösungen geben. Die Frage wird sein - wie teuer wird es... lohnt es sich... aber das muss jeder für sich beantworten. Jede Neuerung hat ihre Vor- und Nachteile... wie immer. Was ich immer befremdlich finde... es wird jeweils nur an den Nachteilen genörgelt ohne die Vorteile für die meisten Anwender auch nur zu erwähnen... aber so ist es nun mal - jeder ist sich selbst der nächste :)