E-Mail-Verschlüsselung: erste Schritte

Zum Verschlüsseln, Entschlüsseln, zum Signieren ...

Zum Verschlüsseln, Entschlüsseln, zum Signieren und Prüfen von Signaturen benötigen Sie ein Schlüsselpaar, also einen privaten und einen zugehörigen öffentlichen Schlüssel.
Zunächst wird ein neues Schlüsselpaar für das Mail-Konto angelegt
Zunächst werde ich für uns beide, nämlich für mich und Alice, ein neues Schlüsselpaar bestehend aus privatem und öffentlichem Schlüssel anlegen. Dazu gehe ich im E-Mail-Verfassungsfenster (oder bei Einstellungen/OpenPGP) auf den Reiter OpenPGP, auf OpenPGP-Schlüssel verwalten, dann auf Erzeugen, Neues Schlüsselpaar.
Sollten Sie wirklich: Ihr erstes Schlüsselpaar durch ein sicheres Passwort schützen ..
Es empfiehlt sich, das Schlüsselpaar zusätzlich durch eine Passphrase zu schützen, die nur Sie kennen. Das Häkchen bei Schlüssel zum Unterschreiben verwenden können Sie so lassen. Dann werden Sie noch aufgefordert,ein Widerrufszertifikat anzulegen, damit bei Bedarf der öffentliche Schlüssel wieder für ungültig erklärt werden kann, falls Sie Ihren privaten Schlüssel mal verlieren. Dies wird nach Aufforderung ihres Passworts als Datei angelegt und sollte an einem sicheren Ort aufbewahrt werden (wie Stick/Diskette). Beim Ablauf-Datum würde ich wählen, dass der Schlüssel nie abläuft. 

Schlüssel austauschen

Will ich nun Alice eine verschlüsselte Mail senden, muss Alice zuerst meinen öffentlichen Schlüssel kennen. Dafür muss ich, Bob, lediglich beim Verfassen unter dem Menüpunkt OpenPGP Öffentlichen Schlüssel anhängen aufrufen, um ihn ihr zu schicken. (Alice benötigt natürlich auch eine OpenPGP-Lösung. Zufällig hat auch sie ein gutes GnuPG-Paket für ihren Mac E-Mail Client installiert. Würde sie verschlüsselte Mails nur webbasiert aufrufen, geht natürlich nichts.) Alice hat inzwischen ebenfalls ein Schlüsselpaar erzeugt. Wenn nun die E-Mail von Bob bei Alice eintrifft, kann Alice mit Rechtsklick auf den Anhang der Mail klicken, worauf sich ein Kontextmenü öffnet. Alice wählt darauf OpenPGP-Schlüssel importieren. Enigmail sollte dann den erfolgreichen Import von Bobs Schlüssel bestätigen. Auch Bob sollte zunächst den öffentlichen Schlüssel von Alice importieren.
Nachdem Sie gegenseitig die öffentlichen Schlüssel voneinander importiert haben, können Sie per Klick auf das Schloss die Nachricht verschlüsseln und unterschreiben ..
Jetzt können Sie, zumindest mit dieser Person, verschlüsselt kommunizieren, indem Sie nach Verfassen einer neuen Nachricht an Alice oben auf das OpenPGP-Schloss klicken und Nachricht unterschreiben und Nachricht verschlüsseln wählen. Die Nachricht ist nun komplett verschlüsselt. Selbst wenn jemand (z. B. via Web) auf Ihr Mailkonto kommt, kann er mit dieser Nachricht nichts anfangen, er würde nur wirres Zifferngemüse sehen beim Öffnen der Nachricht. 

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare
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Juerg Schwarz
20.08.2013
Ich habe mich heute mal mit der digitalen Signierung beschäftigt und habe heraus gefunden, dass die Firma Trust verkauft wurde und nun ein Zertifikat rund 23Dollar pro Jahr kostet. Was gibt es, ausser neu Symantec, für Outlook 2013 noch für eine Alternative? Ich bin nämlich absolut kein Fan von Thunderbird :) Einen sehr guten Artikel findest du auch hier. http://www.itemis.de/itemis-ag/unternehmen/publikationen/fachartikel/language=de/29853/sichere-e-mail-kommunikation-mit-openpgp Thunderbird Fan hin oder her. Wirst wohl kaum dran vorbei kommen, wenn du den Standard benutzen willst. Denke dabei auch an deine Email Empfänger.

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Teetee
20.08.2013
Thunderbird ist kein Standard, wird nur häufig benutzt. Es gibt viele e-mail Programme, die mit Verschlüsselung klarkommen. Wenn Du bei http://GPG4win.de nachsiehst, kannst Du mit Claws mail einen gleichwertigen e-MailClient installieren. GPG4win kann auch Outlook bis 2007 einschließlich mit GPG oder SMime verschlüsseln. Dabei ist es unerheblich, welches Mailprogramm der Empfänger hat, wichtig ist nur, der Empfänger kann Mails ( die mit PGP/GPG oder Mime verschlüsselt sind) entschlüsseln.

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gucky62
20.08.2013
Die neue Beta von gpg4win kann nun auch mit Outlook 2010 was anfangen. Die Funktionen des Plugins sind zwar noch etwas rudimentär, scheint aber schon zu tun. Ansonsten gibt es noch ein ein weiteres Plugin für Outlook 2010, dieses ist jedoch ebenfalls noch Beta udn hat diverse Einschränkungen. Sonst gibt es noch die kommerzielle PGP Variante oder Mailclients für welche es entsprechende Plugins gibt (Z.B. Thunderbird, usw.) Gruss Daniel

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rom@n
01.09.2013
Ich hatte mit Gpg4win und Outlook 2007 nur Ärger und bin darum auf Thunderbird umgestiegen. Seither klappt alles wunderbar.

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aandima
13.09.2013
Einfacher Datenaustausch Verschlüsselt, mit Passwort Sofern Absender und Empfänger beide in der Lage sind ihre Software auf kompatible Verschlüsselung zu konfigurieren, ist das beschriebene Vorgehen gut geeignet. Nun haben die Meisten aber das Problem dass wenige Empfänger vorbereitet sind auf solche Übertragungen. Was kann man da tun ohne den Partner zu nerven? Ich selbst schreibe dann meinen Text in Notepad oder Winword und verschlüssle und verpacke es dann mit der Freeware 7-Zip. Daselbe kann man natürlich auch mit anderen Dokumenten tun. Neben der Verschlüsselung ist alles dann auch auf minimale Grösse reduziert. Nebenbei ist es möglich die Dateien aufzuteilen und so in mehreren kleinen e-mail zu schicken. http://de.wikipedia.org/wiki/7-Zip#Verschl.C3.BCsselung Sodann versende ich 7-zip (oder den download Link von 7-zip) und die gepackte Datei an den Empfänger, und sende danach das Passwort per SMS.

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multi-os
04.09.2014
prozess Sofern Absender und Empfänger beide in der Lage sind ihre Software auf kompatible Verschlüsselung zu konfigurieren, ist das beschriebene Vorgehen gut geeignet. Sehe ich auch so. Finde aber, das dabei möglichst wenig Software zum Einsatz kommen sollte. Eine zusätzliche Kompmrimierung ist sicherlich für grosse Dateien nützlich, doch alleine für Texte und einfache Grafiken heute kaum mehr von Vorteil. Der Aufwand steigt natürlich bei umso höherem SicherheitsAnspruch. Das reicht bis hin zur fragmentierten Übertragung von Dokumenten. Je höher der SicherheitsAnspruch, desto konsequenter sollte man sich aber auch der PC's widmen. Denn beste Verschlüsselungstechnik hilft langfristig nicht viel, wenn ein PC anfällig ist. Auch in Sachen E-Mail erweist es sich wieder einmal mehr, dass Sicherheit kein Zustand, sondern ein Prozess ist.