Testcenter 23.11.2020, 09:22 Uhr

Oppo Watch unter der Lupe

Das Klischee von der miesen Gerätekopie aus China kennt mittlerweile jeder. Der chinesische Hersteller Oppo liess sich nicht beirren und kreierte mit der Oppo Watch eine Smartwatch, die der Apple Watch optisch ähnelt – sonst aber einen eigenen Weg geht.
(Quelle: Oppo )
Man muss schon zwei Blicke auf die Verpackung der Oppo Watch wagen, um zu erkennen, dass es sich nicht um ein Modell von Apple handelt: Eine täuschend ähnlich designte, zurückhaltend weisse Verpackung beherbergt die Smartwatch des chinesischen Herstellers und zeigt beim Auspacken zunächst einmal nur die Watch und ihr Gummi-Armband in voller Pracht. Allerdings hören die Déjà-vus hier nicht auf: Das USB-Kabel der Ladestation ist genau gleich verpackt wie bei Apple, und die Watch selbst sieht identisch aus – zumindest auf den ersten Blick.
Wer etwas genauer hinschaut, erkennt die fehlende Krone auf der rechten Seite des Gehäuses. Dort findet man stattdessen zwei Buttons, welche mit dem 46 mm hohen, 39 mm breiten und mit 11.4 mm dicken Gehäuse praktisch gleichauf liegen. Überhaupt bemerkt man als Apple-Watch-Nutzer kaum einen physischen Unterschied, denn sowohl die Aluminium- (40 g) als auch die Stahlvariante (45.5 g) sind zwar ein klein wenig schwerer als die Konkurrenz, fühlen sich am Handgelenk aber praktisch gleich an. Die 46-mm-Variante hat überdies einen an den Kanten leicht abgerundeten Screen – auch dies eine Anlehnung an den Konkurrenten, die man bei der kleineren Variante (41 mm hoch) allerdings nicht findet.

Der grosse Unterschied

Die Unterschiede machen sich erst nach dem Einschalten bemerkbar: Googles Betriebssystem für Smartwatches namens «Wear OS» liegt dem Benutzererlebnis der Oppo Watch zwar zugrunde, hat von Oppo aber einige Updates erhalten, um mit dem hauseigenen «Color OS» zusammenzuarbeiten. Die Änderungen bemerkt der geneigte Wear-OS-Kenner hauptsächlich dann, wenn er den oberen Seitenbutton drückt: Statt einer durchscrollbaren Liste von Apps werden diese als kleinere Symbole in einem Raster angezeigt, was den Zugriff auf die gesuchte App drastisch vereinfacht. Der untere Button zeigt standardmässig verschiedene Fitnessdaten an, lässt sich aber umprogrammieren. Wie bei Smartwatches anderer Hersteller legt Oppo viel Gewicht auf Workout- und Gesundheitsfunktionen. So verfolgt die Uhr nicht nur den Schlafrhythmus sowie die zugehörigen REM-Phasen, sondern zählt auch Schritte, verbrannte Kalorien und ähnliche Werte. Der Schrittzähler war in unserem Test tatsächlich ziemlich genau, das eingebaute GPS allerdings machte hinsichtlich Genauigkeit und Ladedauer nicht die beste Figur, auch wenn die Bedienung der Uhr insgesamt recht intuitiv und angenehm ist. Meist flüssig und schnell ist sie dank des eingebauten Qualcomm Snapdragon Vierkern-Prozessors und dem Arbeitsspeicher von 1 GB. Unter Wasser verkraftet die kleine Variante bis zu 3 ATM, die grosse dafür bis zu 5 ATM.

Autor(in) Thomas Riediker

Kommentare

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Jambo
23.11.2020
Schön und recht - das mögen alles "gute" Gadgets sein. Aber ich habe noch keinen Test gelesen, in dem eine Smart-Watch an meine Huawei GT2 herankommt.