Präzisere Touchscreens 14.05.2021, 09:20 Uhr

Dank KI weniger Tippfehler auf dem Smartphone

Informatiker der ETH Zürich haben eine neue KI-​Lösung entwickelt, die Touchscreen-Berührungen mit einer achtmal höheren Auflösung erkennen kann. Zudem lässt sich viel genauer herleiten, wo Finger den Bildschirm berühren.
Informatiker der ETH Zürich haben eine neue KI-​Methode entwickelt, mit der sich viel präziser als heute üblich ermitteln lässt, wo genau ein Finger den Bildschirm eines Handys berührt.
(Quelle: Adobe Stock)
Das kennen wohl alle von uns: Wer schnell eine Nachricht auf dem Smartphone eintippen will, trifft auf der kleinen Tastatur – oder auf anderen Elementen der Benutzeroberfläche – mitunter die falschen Buchstaben. Das liegt nicht nur an uns, denn die Berührungssensoren, die das Eingeben per Finger auf dem Berührbildschirm (engl. touch screen) erfassen, haben sich seit ihrer Einführung Mitte der 2000er-​Jahre nicht wesentlich verändert.
Im Unterschied zu ihren Berührungssensoren erreichen die Bildschirme von Smartphones und Tablets mittlerweile eine nie dagewesene visuelle Qualität, die mit jeder neuen Geräte-​Generation noch deutlicher zu sehen ist: höhere Farbtreue, höhere Auflösung, schärferer Kontrast. Während ein iPhone-​Telefon der neuesten Generation zum Beispiel eine Display-​Auflösung von 2532 × 1170 Pixeln hat, kann dessen Berührungssensor nur Eingaben mit einer Auflösung von etwa 32 × 15 Pixeln erkennen – das ist fast 80-​mal niedriger als die Bildschirmauflösung: «Und da fragen wir uns, warum wir auf der kleinen Tastatur so viele Tippfehler machen? Wir denken, dass wir in der Lage sein sollten, Objekte mittels Berührung pixelgenau auszuwählen, aber das ist nicht der Fall», sagt Christian Holz, ETH-​Informatikprofessor vom Sensing, Interaction & Perception Lab (SIPLAB) in einem Interview der Reihe «Spotlights» des ETH-​Informatikdepartements.
Mit seinem Doktoranden Paul Streli hat Holz eine künstliche Intelligenz (KI) namens «CapContact» entwickelt, die superauflösende Touchscreens ermöglicht. Diese können die Kontaktfläche, wo sich Finger und Bildschirm-​Oberfläche tatsächlich berühren, zuverlässig und deutlich genauer als heute üblich erkennen. In dieser Woche haben sie ihre neue KI-​Lösung an der CHI 2021, der Fachkonferenz für menschliche Faktoren in Computersystemen, vorgestellt.

Autor(in) ETH News



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