Cyberpsychologie 27.04.2021, 11:20 Uhr

Sicherheitsvorfälle sind Charakterfrage

Welcher Charaktertyp läuft eher Gefahr, Opfer eines bestimmten Cyberangriffes zu werden? Dieser Fragestellung ist der IT-Securityspezialist Eset zusammen mit den Geschäftspsychologieexperten von Myers-Briggs nachgegangen.
Der Characktertyp des Opfers kann darüber entscheiden, ob ein Cyberangriff erfolgreich ist oder nicht.
(Quelle: Eset )
Viele Sicherheitsexperten sind sich einig, dass der Mensch als eines der grössten Sicherheitsrisikos in einem Unternehmen gilt. Aber warum klicken manche Mitarbeiter auf Links, laden Daten herunter oder nutzen privates Equipment, obwohl Compliance und Schulungen genau dies verbieten? Diesen und weiteren Fragen sind der IT-Security-Hersteller Eset und das Unternehmen für Geschäftspsychologie, Myers-Briggs, aus verhaltenspsychologischer Sicht nachgegangen. Für die Analyse wurden über 100 IT-Sicherheitsverantwortliche befragt und deren Einstellungen und Erfahrungswerte ausgewertet.
Und die Ergebnisse überraschten: Offensichtlich spielt der Charakter des Angestellten eine entscheidende Rolle, ob es zu einem Security-Vorfall kommen wird oder nicht.

Acht Charaktere

So stellen die Experten fest, dass Alltagsstress für die IT-Security eine grosse Rolle spielt. In der Studie kristallisierten sich acht Charaktere (der Aktive, Entdecker, Anführer, Emotionale, Bewahrer, Visionär, Analyst und Gewissenhafte) heraus, die unterschiedlich mit Stress umgehen und in der Folge ein spezielles Verhalten in Securityfragen zeigten.
Beispielsweise ist «Der Aktive» analytisch, kontaktfreudig, logisch denkend und einfallsreich. Ihn stressen theoretisch abstrakte Aufgaben ohne aktuelle, praktische Anwendungen. Dies führt laut der Analyse später zu einem übermütigen, gefährlichen Verhalten und einer Selbstüberschätzung.
Im Gegensatz dazu ist «Der Gewissenhafte» meistens kooperativ, bescheiden und anpassungsfähig sowie sanft und loyal. Er gerät unter Stress, wenn er mit unflexiblen und unreflektierten Menschen zusammenarbeiten soll. Unter Druck ignoriert gemäss Studie der Gewissenhafte dann Fakten und Regeln, die nicht in das selbst entworfene Bild passen und arbeitet zwanghaft an der für ihn optimalen Lösung – im schlimmsten Fall auf Kosten der Sicherheit.



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