Sicher ist sicher 23.11.2021, 09:09 Uhr

Boxcryptor und die Cloud

Manchmal fehlt das Vertrauen in die Diskretion eines Cloud-Dienstes. Boxcryptor ist gratis und verschlüsselt die Daten so sicher, dass der Cloud-Anbieter zur Nebensache wird.
Boxcryptor-Logo auf Wolkenhintergrund
Boxcryptor ist eine Verschlüsselungs-Software für Cloud-Dateien
(Quelle: Screenshot/PCtipp)
Wer sich aus Prinzip gegen Cloud-Dienste sträubt, schiesst sich selbst ins Knie. Denn heute sind diese digitalen Drehscheiben ein Muss, um Daten effizient und komfortabel auszutauschen. Dabei ist das Thema ein alter Hut, denn bereits Mitte der 1980er-Jahre wurde das E-Mail-Protokoll «IMAP» eingeführt, mit dem die E-Mails auf dem Server verbleiben und auf beliebigen Geräten synchron gehalten werden – und diese Form der Cloud ist bis heute nicht wegzudenken. Hingegen lässt sich die Synchronisierung des Adressbuches zwischen dem PC und dem Smartphone zwar ohne Cloud bewerkstelligen, aber der Prozess ist ungleich viel anstrengender und anfällig für Fehler.
Doch in einer Zeit, in der die Facebook-Tochter WhatsApp nahezu jede Telefonnummer der Welt kennt, ist das Adressbuch nicht die grösste Sorge. Vielmehr geht es darum, vertrauliche Daten vertraulich zu halten. Zwar versprechen Google, Microsoft und Apple maximale Sicherheit. Doch selbst wenn diese Systeme wasserdicht wären, gibt es immer noch Gesetze, die je nach Land die Cloud-Anbieter zwingen, einen Zugang für staatliche Ermittlungen einzubauen.

Verschlüsselt in die Cloud

Dem wirkt die deutsche Software Boxcryptor entgegen. Sie verschlüsselt die Daten, bevor sie in die Cloud geladen werden. Trotzdem bleibt der Komfort gewahrt, denn sobald die Dateien abgerufen werden, sorgt Boxcryptor für eine transparente Entschlüsselung. Bei einer Excel-Datei oder einem einfachen Foto ist der Prozess so schnell erledigt, dass er praktisch nicht wahrnehmbar ist.
Beim ersten Start erkennt Boxcryptor automatisch eine bestehende Dropbox-Installation, was wohl einer Zusammenarbeit der beiden Unternehmen geschuldet ist, denn der populäre Cloud-Dienst wird als «Premier Partner» ausgewiesen.

Was nicht geht

Boxcryptor ist darauf ausgelegt, einzelne Dateien oder Ordner zu verschlüsseln – Objekte also, die auch im Explorer auf die klassische Art manipuliert werden. Aber es gibt ja noch andere Daten. Wenn zum Beispiel Fotos zwischen dem iPhone und dem iPad via iCloud abgeglichen werden, dann verwendet Apple dazu eine Datenbank, die auf den Mobilgeräten nicht wie eine herkömmliche Datei einsehbar ist. Eine Verschlüsselung wäre ausserdem gar nicht sinnvoll, weil solche Daten von einem nahtlosen Abgleich leben und als Basis für andere Apps dienen – und das funktioniert nur, wenn die Daten jederzeit zugänglich sind.
Screenshot Fotos auf dem Mac
Die Fotos unter iOS und macOS werden nahtlos über die Cloud synchronisiert – doch für eine spielerisch einfache Verwendung dürfen sie nicht zusätzlich verschlüsselt werden
Quelle: PCtipp.ch

Verschiedene Versionen

Die kostenlose Version von Boxcryptor eignet sich ideal, um das Wasser zu prüfen – und vielleicht reicht sie für Ihre Zwecke bereits aus. Sie bietet die Unterstützung für einen Cloud-Anbieter und die Synchronisierung zwischen zwei Geräten. Das reicht, um zum Beispiel private Daten via Dropbox zwischen dem geschäftlichen und dem privaten Rechner sicher auszutauschen – oder zwischen einem PC und einem iPad.
Das Abonnement «Personal» für 48 Franken pro Jahr unterstützt beliebig viele Cloud-Dienste und Endgeräte. Ausserdem werden nicht nur die Inhalte, sondern auf Wunsch auch die Dateinamen verschlüsselt, die verräterische Hinweise geben könnten.
Beiden Versionen ist gemein, dass sie nur für private Zwecke eingesetzt werden dürfen. Eine Lizenz für die kommerzielle Nutzung ist für 96 Franken pro Jahr zu haben. Sie bietet zusätzliche Möglichkeiten für Administratoren, um Benutzer und Schlüssel zu verwalten – doch das ist hier nicht das Thema.
Die Versionen und ihre Preise in der Übersicht
Quelle: Boxcryptor



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