Affinity Suite: Profi-Grafik für alle

Affinity Designer

Affinity Designer ist das Gegenstück zu Illustrator. Sein wichtigster Vorteil liegt in seiner relativ (!) zugänglichen Oberfläche. Motive wie Grusskarten, einfache Broschüren oder Einladungen sind auch für Einsteiger schnell zu realisieren, während die Profis auch komplexe Motive problemlos umsetzen.
Affinity Designer wird auch von den besten Illustratoren nicht so schnell an den Anschlag gebracht
Quelle: PCtipp.ch
Doch dann wird nicht nur die Lernkurve steil; es bedingt auch Übung im Umgang mit Bézier-Kurven (der Grundlage jeder Form) und im besten Fall eine entsprechende Ausbildung im grafischen Gewerbe. Kurz, Designer ist jene Affinity-Anwendung, die für Nicht-Grafiker nach schnellen ersten Erfolgen am schwierigsten zu durchschauen ist.
Neben dem gewaltigen Funktionsumfang überzeugt vor allem das rasende Tempo, mit dem auch die komplexesten Objekte herumgeschoben und manipuliert werden. Selbst PDF-Dateien werden in einer hervorragenden Qualität geöffnet, lies: Die Spalten und das Layout werden fast unverändert so übernommen, wie sie einst in einer anderen Software wie InDesign angeordnet wurden.
Designer ist darauf ausgelegt, sowohl mit Bitmap- als auch mit Vektorgrafiken umzugehen. Ähnlich wie bei Photo wird zwischen einer «Pixel-Persona» und einer «Design-Persona» gewechselt, sodass Mischdokumente komfortabel gestaltet werden können. Das kann Adobe Illustrator zwar auch, aber er vermittelt dabei stets das Gefühl, dass sich Bitmap-Objekte wie unerwünschte Fremdkörper anfühlen.
Bitmaps und Vektorgrafiken lassen sich mischen – und es fühlt sich im Gegensatz zu Adobe Illustrator richtig an
Quelle: PCtipp.ch

Kompatibilität mit Adobe

Affinity Designer liest und schreibt alle wichtigen Formate, wobei darunter auch Bitmap-Formate wie PSD, JPEG oder GIF.
Die Affinity-Programme unterstützen alle Formate, die auch nur halbwegs wichtig sind
Quelle: PCtipp.ch
Illustrator-Dateien mit der Endung «.ai» werden nur gelesen, wenn beim Speichern in Illustrator die Option «PDF-kompatible Datei erstellen» angewählt ist – aber das ist sowieso Bedingung, um die ai-Datei direkt in InDesign zu platzieren.
Was im hektischen Alltag schnell einmal lästig wird, ist die Unfähigkeit, ein editiertes EPS im selben Format zu überschreiben. Stattdessen muss die Datei während der Bearbeitung im Designer-eigenen Format gesichert und am Schluss wieder als EPS exportiert werden. Das wird sich hoffentlich bald ändern.



Kommentare

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ueberdart
14.01.2022
Guten Tag wieder mal ein super Artikel von Hr. Zellweger. Ich bin gespannt ob die Theorie des Subscription Models eintreffen wird. Ich verwende die Produkte schon ueber 10 Jahre. Da liefen sie noch unter dem Namen Serif. Der Kern der Applikationen ist durchgaengig der gleiche. Ich gehe davon aus, dass dies die Wartungs und Weiterentwicklungskosten auf einem "ertraeglichen" Niveau halten wird. Trotzem kann die Vermutung des Subscription Models eintreffen. Abwarten.

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Tweety
14.01.2022
Ich bin inzwischen auch begeisterte Affinity-Nutzerin. Der Punkt bei den Produkten ist ja eben gerade, dass es kein Abo ist. Sollte sich das ändern, werde ich mich sicher nach neuem umsehen. Und ganz sicher nicht nur ich. Das ist ja genau das, was Affinity von Adobe abhebt. Ich hoffe sehr, das bleibt so.

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Klaus Zellweger
14.01.2022
@ ueberdart: Besten Dank für die Blümchen. :-) Dann hast du den erfolgreichen Adobe-Absprung unterdessen gründlich bewiesen.

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Klaus Zellweger
14.01.2022
Der Punkt bei den Produkten ist ja eben gerade, dass es kein Abo ist. Sollte sich das ändern, werde ich mich sicher nach neuem umsehen. Dann wird die Auswahl aber sehr eng, wenn du diese Produkte professionell nutzt. Spontan fällt mir keine weitere Alternative zu Illustrator ein – und zu InDesign schon gar nicht. Photoshop hat hingegen noch weitere Fressfeinde. Allerdings wäre das Abo allein für mich kein Grund zu wechseln. Ich weiss, dass die Meinung etwas unpopulär ist: Aber der Abo-Preis für die Adobe Creative Suite ist ja geradezu symbolisch! Für knapp 700 Franken im Jahr kannst du einen Arbeitsplatz mit jedem erdenklichen Profi-Programm ausrüsten, das nur halbwegs relevant für die Arbeit ist: Layout, Bildverarbeitung, Illustration, professionelle PDF-Tools, Animation, Videoverarbeitung, Webgrafiken und … und … und! Früher™ kostete allein Photoshop 1900.– und ein Update jeweils etwa 900.–, wenn ich mich recht entsinne. Und für PageMaker 1.0 habe ich noch 1200.– bezahlt. Dagegen wirken die Abo-Kosten für die Creative Suite wie ein Kinderfasching. Wenn du allerdings die Werkzeuge nur privat einsetzt, ist die Affinity Suite in jedem Fall die bessere Lösung.

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Tweety
14.01.2022
Ja, wenn man für den Profibereich ausgeht mag ein Abo wirklich gut sein. Ich bin aber eine Privatperson, die die Software nur für einzelne Projekte braucht. Aber warten wir mal ab. Solange es noch so geht, werde ich Affinity voll und ganz geniessen. Und dann allenfalls weiterschauen. Und es soll Leute geben, die kriegen auch mit Word fast alles hin :-D Unvorstellbar, aber wirklich wahr.