Fotografie-Tipps: Das Wichtigste rund um die Belichtung

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit legt fest, wie lange die Blende geöffnet bleibt, sobald der Auslöser gedrückt wird, Bild 4. Gemessen wird sie in Sekunden, meistens in Bruchteilen davon. Je länger die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht gelangt in die Kamera, Bild 5. Das klingt simpel, hat aber einen Haken: Die Welt steht bekanntlich nicht still. Sie haben also meistens nur eine begrenzte Zeit, um etwas festzuhalten. Belichten Sie also länger, als Ihr Subjekt stillhalten kann, verschwimmt das Subjekt. Belichten Sie länger, als dass Sie selbst stillhalten können, verschwimmt das ganze Bild. Mit Ausnahme von einigen speziellen Anwendungen sollten Sie die Belichtungszeit eher kurz halten. Wie kurz, hängt vom Subjekt und von Ihnen ab. Für reguläre menschliche Bewegungen reicht in der Regel eine Belichtungszeit von 1/125 Sekunde oder schneller. Für Sport und Wildtiere darf es auch schneller sein.
Bild 4: Schnelle Subjekte brauchen kurze Belichtungszeiten (1/200 s)
Quelle: lpd/PCtipp.ch
Um ein Verzittern von Ihrer Seite her zu vermeiden, gibt es die folgende Regel: Der Nenner der Belichtungszeit sollte nicht kleiner sein als die verwendete Brennweite. Bei einem 50-mm-Objektiv heisst das: nicht langsamer als 1/50 s belichten, um auf der sicheren Seite zu sein. Zwei grosse Einflüsse kommen hier noch dazu: Ein Bildstabilisator lässt Sie die Belichtungszeit noch um einige Stops verlängern. Auf der anderen Seite sollten Sie bedenken, dass die Brennweite im 35-mm-Äquivalent angegeben ist. Bei den APS-C-­Objektiven müssen Sie die Brennweite mal 1,5 rechnen.
Wie bereits erwähnt, ergibt es meistens Sinn, die Belichtungszeit eher kurz zu halten, um alles scharf ins Bild zu bekommen. Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen Bewegungsunschärfe erwünscht ist. Klassische Beispiele sind lang gezogene Autolichter, weiche Wasseroberflächen oder rasant wirkende Actionbilder. Solche Aufnahmen funktionieren besonders gut, wenn ein Teil des Sujets statisch und ein anderer Teil dynamisch ist. Sie verwenden in diesem Fall ein Stativ, um Verwackler zu vermeiden, und belichten eine Szene mit Belichtungszeiten zwischen 0,5 und 30 Sekunden. Der statische Teil der Szene wird scharf abgebildet, während die dynamischen Bereiche verschwimmen.
Bild 5: Lange Belichtungszeiten können effektvoll verwendet werden (5 s)
Quelle: lpd/PCtipp.ch
Die meisten modernen Kameras schaffen Belichtungszeiten zwischen 1/4000 und 30 s. Seltener sind 1/8000 s oder Zeiten über 30 s verfügbar. Allerdings bieten viele Kameras einen «Bulb»-Modus, bei dem die Blende so lange offen bleibt, wie der Auslöser gedrückt wird (normalerweise per Fernsteuerung mit Einrastfunktion).



Kommentare

Es sind keine Kommentare vorhanden.