Tipps & Tricks 19.10.2020, 10:02 Uhr

Wahlen 2020: Diese Portale und Tools helfen bei der Wahlentscheidung

In vielen Kantonen ist 2020 ein Wahljahr – Grossräte, Kantonsräte und wie sie in den verschiedenen Kantonen alle heissen, werden neu bestimmt. Dabei sind einige Dienste im Internet bei der Entscheidungsfindung hilfreich.
Die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Jura, aber auch die Städte Bern, Neuenburg, Muri und einige mehr bestimmen in naher Zukunft, in wessen Hände sie die Geschicke ihrer jeweiligen Gemeinden oder Kantone legen möchten. Diese Entscheidung ist keine leichte. Allein im Winz-Kanton Basel-Stadt kämpfen 792 Personen um einen der 100 Sitze im grossen Rat. Wen soll man da wählen?

Dafür gibt es Webtools, die mit Hilfe von Fragen nach Ihrer Meinung und Gewichtung einzelner politischer Themen versuchen, Ihnen aufzuzeigen, welche Parteien und Personen Ihre Interessen in Bundesbern am besten vertreten würden. Wir stellen Ihnen die drei bekanntesten vor und zeigen, wie diese zu bedienen sind.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Smartvote

Smartvote

Die wohl bekannteste digitale Wahlhilfe in der Schweiz ist Smartvote. Seit 2003 wird das Portal vom Verein Politools betrieben und wurde auch von diesem Verein entwickelt. Der nach eigenen Angaben politisch neutrale, nicht gewinnorientierte Verein arbeitet dafür mit verschiedenen Partnern in der ganzen Welt zusammen und konnte sein Tool bereits bei über 200 Wahlen auf lokaler, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene zum Einsatz bringen. Richtig: auch international. In Australien, Bulgarien und Luxemburg kam Smartvote seit 2005 mehrfach zum Einsatz.
Für jede Wahl werden einerseits allgemeine Fragen zu politischen Haltungen und der Priorisierung einzelner Themenbereiche entwickelt. Andererseits werden die Meinungen zu wahl-/kantons- und gemeindespezifischen Themen mittels Ja/Nein-Fragen oder Gewichtungs-Skalen erfasst.

Die Themen und Fragen werden dabei nicht nur vom Smartvote-Team bestimmt, sondern können von Usern, Medien oder Parteien jeglicher Couleur vorgeschlagen werden. Diese werden dann in Prä-Tests überprüft.
Einige Wochen vor dem Aufschalten der entsprechenden Publikums-Fragebögen füllen die (interessierten) Kandidatinnen und Kandidaten den Fragebogen selbst aus. 84 Prozent aller Kandidierenden haben dies getan bis heute. Aus einem Mittelwert der gegebenen Antworten werden die Profile der Parteien erstellt. Zum Vergleich der Antworten der User mit jenen der Kandidaten, respektive Listen wird die sogenannte euklidische Distanz beigezogen (die geradlinige Entfernung zwischen zwei Punkten in einem multidimensionalen Raum).
Mittels diesem Wert wird dem User angegeben, zu viel Prozent sein eigenes Profil mit jenem der einzelnen Kandidierenden oder Listen übereinstimmt. Des Weiteren wird sein Profil in einem Links/Rechts/Konservativ/Liberal-Schema dargestellt und die Priorisierung in 8 spezifischen politischen Themenbereichen in einem sogenannten Smartspider dargestellt.

Wie funktioniert Smartvote?
Wir zeigen Ihnen anhand eines willkürlich zusammengeklickten Smartvote-Profils, wie Smartvote zu bedienen ist.

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Fragebogen ausfüllen

  1. Surfen Sie Smartvote.ch an.
  2. Entscheiden Sie sich, ob Sie ein eher grobes oder detailliertes Profil wünschen. Entsprechend entscheiden Sie sich für den Rapide- oder den Deluxe-Fragebogen. Beide sind kostenlos.
  3. Beantworten Sie die Fragen und entscheiden Sie, wie wichtig Ihnen jedes spezifische Anliegen ist, indem Sie auf das Plus-, Gleich- oder Minus-Icon klicken.
  4. Bei einigen Fragen können Sie auch auf den Button mehr Informationen klicken. Dies zeigt Ihnen den aktuellen politischen Stand oder sonstige Hintergründe auf.
  5. Haben Sie die Umfrage beendet, klicken Sie auf Wahlempfehlung.
  6. Entscheiden Sie, ob Sie Listen oder einzelne Kandidierende angezeigt bekommen wollen.
  7. Sie können nun den Kanton auswählen und festlegen, ob Sie eine Empfehlung für National- oder Ständerat erhalten wollen. Ebenfalls können Sie weitere Filter nach Geschlecht oder anderen Parameter setzen.
  8. Wenn Sie Ihre Resultate nun sehen, können Sie oben auf Smartspider klicken. Dieser wird Ihnen angezeigt.
  9. Wahlweise können Sie auch auf Smartmap klicken und sehen, wo Sie politisch und gesellschaftlich stehen.
  10. Klicken Sie auf ein Kandidatenprofil, um die einzelnen Antworten der Kandidaten zu sehen und um die Smartspiders zu vergleichen. Weiter können Sie auf diesem Profil alle Angaben zur Person des Kandidierenden sehen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Vimentis

Vimentis

Vimentis bietet Texte zu Aktualitäten
Quelle: PCtipp.ch
Ebenfalls seit 2003 gibt es die Urform von Vimentis. Es handelt sich dabei um ein Portal über Schweizerische Politik; ein Info-Portal, das in einfacher und verständlicher Sprache über komplexe Zusammenhänge informieren will. Dabei geht es oft um Wahlen oder Sachabstimmungen auf kantonaler, nationaler oder auch nur Gemeindeebene. Auch grundsätzliche Status-Quo-Sachlagen zu einzelnen politischen Themen sind zu finden.
Aber nicht nur: Vimentis beleuchtet auch Vorgänge und Aktualitäten jeglicher Natur im politischen oder wirtschaftlichen Bereich und erklärt dabei den Zusammenhang mit der Schweiz und ihrer Bevölkerung – wie beispielsweise das Rahmenabkommen mit der EU oder den Brexit.
Des Weiteren stellt Vimentis ein Lexikon zur Verfügung, in dem hunderte Begriffe im Schweiz-politischen oder schweizerisch-wirtschaftlichen Rahmen erklärt werden. Diese erstrecken sich vom 3-Säulen-System über die Arbeitslosenversicherung, das Milizdepartement bis zur (bundesrätlichen) Zauberformel.
Das Lexikon bietet viel Wissenswertes
Quelle: PCtipp.ch
In einem weiteren Punkt gibt es auf Vimentis.ch Blogs zu lesen. Politikern oder einfach registrierten Bürgern jeglicher politischer Couleur steht es frei, dort ihre Meinung zu einem Thema in einem Text kund zu tun. 
Mit Umfragen will man die aktuelle Stimmung einfangen
Quelle: PCtipp.ch
Ein weiterer wesentlicher Teil des Portals sind Umfragen. Vimentis befragt User aller politischer Ecken zu politischen oder gesellschaftlichen Themen, um so einerseits ein Stimmungsbild zeichnen, oder aber auch politische Prognosen machen zu können.
Politiker und User jeglicher Couleur können sich zu Themen äussern
Quelle: PCtipp.ch
Ebenfalls lassen sich dort natürlich diverse How-To-Videos zur National- und Ständeratswahl 2019 schauen und sich mittels eines Fragebogens ein politisches Profil anfertigen, welches sich mit den Profilen der Kandidaten vergleichen lässt. Der Fragebogen, auf welchem die Profilanalyse basiert, ist im wesentlichen der gleiche wie bei Smartvote (siehe Seite 2). 
PCtipp meint: Vimentis bietet wirklich umfangreiche Informationen zu verschiedenen Themen an – auch jenseits der basalen Wahl-Facts. Spannend. Zudem ist es übersichtlich aufgebaut.

Easyvote

Easyvote will nach eigenen Angaben erreichen, dass sich 18- bis 25-Jährige für Politik interessieren und wählen gehen. Die Texte basieren auf den offiziellen Abstimmungs- und Wahlinformationen des Bundes und der Kantone. Wer sich noch informieren möchte, wird unter Aktuelles oder Wissen (Themendossiers) fündig. Nebst textlicher Erläuterung gibt es meist Clips, die Seite kommt recht frisch daher.
Easyvote zielt auf Jüngere und bietet auch Hintergrundwissen
Quelle: PCtipp.ch

Auf der Homeseite finden sich 1001 Videos von Menschen, die erzählen, warum sie wählen gehen. Unter Wie Wählen wird das Prozedere in einem Video in 5 Schritten erklärt. Wer auf den Tab Wen wählen klickt, kommt direkt zu den Fragebögen (National- und Ständerat), welche auf Smartvote basieren. Wo wählen zeigt an, wo man sein Wahlcouvert abgeben kann. Briefkästen der Post inklusive Leerungszeiten sollten angezeigt werden. Sollten – denn weder mit dem Firefox- noch mit dem Chrome-Browser zeigte es uns die Google-Maps Karte an.
Man kann sich Registrieren/anmelden, muss aber nicht. Der Dienst ist kostenlos. Easyvote gibt es sowohl als Webtool als auch als App («votenow», Android, iOS). Die App ist sehr ähnlich aufgebaut.
Wie funktioniert Easyvote?
1.    Rufen Sie in Ihrem Browser easyvote.ch auf.
2.    Klicken Sie auf Wahlen.
3.    Füllen Sie die 31 Fragen für die Nationalratswahlen aus (oder wechseln Sie zum Ständerats-Fragebogen).
4.    Um die Einschätzungsfragen zu beantworten, verschieben Sie den grauen Punkt.
5.    Geben Sie an, in welchem Kanton Sie stimmberechtigt sind.
6.    Klicken Sie auf Resultate anzeigen.
7.    Nun wird Ihnen eine Spider-Grafik angezeigt, darunter eine Liste der Kandidaten inklusive Prozentzahl für die Übereinstimmung.

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Die Webseite ist frisch und übersichtlich aufbereitet. Sie informiert rasch übers Wie, Wen und Wo



Kommentare

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malamba
19.10.2020
Wenn es ein Tool gäbe, mit dem es möglich wäre alle PolitikerInnen in einem Rutsch abwählen zu können, die seit April 2020 mehrheitlich unsgesunde Entscheide fällen, dann würde ich dieses bevorzugt aus-wählen!!!