Alles Wichtige rund ums Thema Speicherplatz

Externe Speicher

Neben dem internen Speicher ist es natürlich auch möglich, Daten ausserhalb des PC-­Gehäuses zu lagern. Das bringt sogar einige Vorteile mit sich:
  • Mobilität, einfach auf mehreren Geräten verwendbar
  • kein Einbau nötig, Plug&Play
  • nicht durch Gerätegrösse limitiert
Allerdings hat externer Speicher auch seine Nachteile, das wären:
  • langsamere Übertragungsraten
  • benötigt zusätzlichen Platz
  • belegt Schnittstellen am Rechner
Besonders die momentan noch langsamere Geschwindigkeit führt dazu, dass externe Speicher nicht für alle Datentypen wirklich praktisch sind. Grössere Dateien und Datensätze, mit denen aktiv gearbeitet wird, leiden unter den Übertragungsgeschwindigkeiten. Weniger problematisch sind kleine Dateien oder reine Konsumdateien wie Filme.
Wie schon intern kommen auch extern vor allem Festplatten und SSDs zum Zug. Allerdings sind weitere Flash-Speichermethoden wie USB-Sticks oder SD-Karten beliebt, besonders für den Datentransfer. Die Technologie der Stunde heisst aber USB. Dank neuen Standards erreichen moderne, externe Speicher schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten als HDDs, was in der aktuellen Übergangszeit spannend ist – also bis sich das Gros der Nutzer an schnelle PCIe-Speicher gewöhnt hat.

Festplatte

Einsatzgebiet: Massenspeicher, Backup
Preis/Leistung: 5 Punkte
Tempo: 1.5 Punkte
Bild 5: Externe HDDs sind gefragter als die internen Varianten, verschwinden aber ausserhalb von NAS-Systemen allmählich
Quelle: PCtipp.ch
Externe Festplatten sind seit vielen Jahren die Könige des Backups. Und obwohl der Thron langsam zu wackeln beginnt, stehen die HDDs noch vergleichsweise stabil. Der Grund: Das rasante Tempo der SSDs ist beim Backup schlicht nicht so wichtig. Natürlich macht eine schnelle Verbindung das Backup schneller, da der Prozess aber bei vielen Nutzern sowieso im Hintergrund läuft, macht das für den Alltag nicht wirklich einen Unterschied. Vielmehr zählt bei Backups der verfügbare Speicher, Bild 5. Der ist bei Festplatten nicht nur in Hülle und Fülle vorhanden, sondern auch noch spottbillig.
Bild 6: USB-C-HDDs dienen hauptsächlich der Steckerkompatibilität
Quelle: PCtipp.ch
Ein grosszügig aus­gestatteter Desktop mit einer 1-TB-Systemdisk und 8 TB Zusatzspeicher lässt sich problemlos auf eine einzelne externe Festplatte sichern, ohne dass man dafür eine Hypothek aufnehmen muss. Mit einem SSD wäre das nicht so günstig möglich.
Von neuen Übertragungstechniken profitiert die externe Festplatte wenig. Zwar sind HDDs mit USB-C-Anschluss durchaus gängig, hauptsächlich weil viele moderne Rechner (vor allem Notebooks) nur noch mit USB-C-Steckplätzen ausgerüstet sind und sonst ein Adapter notwendig wäre, Bild 6. Theoretisch ist dann auch das Übertragungstempo schneller. Allerdings liest und schreibt die Festplatte nicht schnell genug, um wirklich davon zu profitieren.

SSD

Einsatzgebiet: Portable Daten, Speicher­erweiterung
Preis/Leistung: 3 Punkte
Tempo: 4 Punkte
SSDs sind auch beim externen Speicher für eine Revolution verantwortlich. Allerdings erst, seitdem USB schneller geworden ist. Mit den neuen USB-3.2-Standards ist das Transfertempo endlich schnell genug, um ein SSD wirklich auszureizen. Zusammen mit den schnell sinkenden Kosten setzen sich SSDs auch ausserhalb des PCs mehr und mehr durch.
Bild 7: Externe SSDs haben mit USB-C so richtig an Fahrt gewonnen
Quelle: PCtipp.ch
Für Backups und riesige Massenspeicher sind die SSDs noch immer etwas kostspielig, aber als Speichererweiterung sind sie kaum zu schlagen. Besonders im mobilen Bereich machen sich die Vorteile stark bemerkbar.
Externe SSDs sind deutlich kleiner als Festplatten und können auch unterwegs bedenkenlos betrieben werden. Festplatten sind im Betrieb ausgesprochen anfällig auf Schäden durch Erschütterung, was bei SSDs kein Thema ist. Zudem sind Geräte wie Notebooks oftmals eher knapp mit Speicher versehen, was ein zusätzliches SSD erst nötig macht.
Dank Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 2,4 GB/s per USB 3.2 sind die SSDs auch für anspruchsvolle Anwendungen bestens gerüstet. Mit dem kommenden, neuen USB-4-Standard werden sie sogar nochmal ein gutes Stück schneller. In Kombination mit einer schnellen Schnittstelle ist das SSD der perfekte externe Speicher für die meisten Alltags­anwendungen, Bild 7.

USB-Sticks

Einsatzgebiet: Portable Daten, Datenaustausch
Preis/Leistung: 1.5 Punkte
Tempo: 1.5 Punkte
Während einiger glorreicher Jahre Anfang des 21. Jahrhunderts waren die USB-Sticks eine kulturelle Revolution. Vorbei die Zeiten, in denen man Word-Dateien in verschwende­rischer Weise mühselig auf Einweg-CDs brennen musste. Es war, als wäre die Leichtigkeit der Diskette zurück, einfach mit viel mehr Speicherplatz und weniger Lärm.
Bild 8: Der USB-Stick wird von praktischeren Technologien verdrängt
Quelle: PCtipp.ch
Dann kamen Cloud-Speicher, Bluetooth und externe SSDs. Heute ist der USB-Stick nur darum noch nicht ausgestorben, weil er so simpel und günstig wirkt. Allerdings trügt der Schein beim genaueren Hinsehen. Anders als die SD-Karte hat der USB-Stick keine wirkliche Zweitverwendung ausser dem Speichern und Transferieren von Daten. Speichern kann ein externes SSD mehr für weniger Geld, ohne viel grösser zu sein. Und für den direkten Datentransfer gibt es drahtlose Lösungen wie Apples AirDrop, das beispielsweise mit mobilen Geräten um einiges einfacher funktioniert.
Auch die Cloud-Speicher haben dem USB-Stick schwer zugesetzt. Wer seine Dokumente bereits in die Cloud speichert, kann von überall aus darauf zugreifen und benötigt schlicht kein Speichermedium zum Transport der Daten, Bild 8. Und fürs Backup empfiehlt sich wiederum ein SSD.

SD-Karten

Einsatzgebiet: Datenaustausch, Spezialgeräte
Preis/Leistung: 1 Punkt
Tempo: 1 Punkt
Rein technisch gesehen, sollte die SD-Karte genauso auf dem absteigenden Ast sein wie der USB-Stick. Die Speicherkarte ist im Schnitt sogar noch teurer und langsamer. Ihre kompakte Bauform ermöglicht es der SD-Karte aber, in ihrer Nische zu überleben. SD-Karten werden vor allem dort verwendet, wo wechselbarer Speicher notwendig, der Platz aber knapp ist: in Smartphones, Kameras oder portablen Gaming-Systemen zum Beispiel, Bild 9.
Bild 9: In die kleine Nische der SD-Karte passt die Konkurrenz schon physisch gar nicht rein
Quelle: PCtipp.ch
Besonders die winzigen microSD-Karten sind in Sachen Speicher pro Kubikzentimeter fast konkurrenzlos. Ausserhalb der Anwendung in dieser Nische ergibt eine SD-Karte als Speichermedium allerdings wenig Sinn. Wie schon erwähnt, sind die Karten schlechter als herkömmliche USB-Sticks und benötigen oftmals einen Anschlussadapter. Für mehr taugen sie nur dann, wenn die Infrastruktur bereits besteht – beispielsweise für Fotografen, die sowieso schon viel mit SDs arbeiten und die Karten nebenher noch für spontane Dateitransfers verwenden können.



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