Der will doch nur spielen 25.05.2022, 10:00 Uhr

So funktioniert der Microsoft Game Pass

Mit dem «Game Pass» erschüttert Microsoft die Spielebranche in ihren Grundfesten. Wir fächern die Vorzüge und Details auf.
Dieser Dienst wird eine riesige Branche nachhaltig verändern
(Quelle: shutterstock/Miguel Lagoa)
Der Game Pass für den PC und die Xbox-Konsolen ist für die Spielebranche ein disruptives Ereignis, wie es nur sehr selten vorkommt. In diesem Abo sind zurzeit über 100 Spiele für den PC und die Xbox-Konsole vereint, die bei Bedarf einfach heruntergeladen und ohne weitere Kosten gespielt werden. Dabei handelt es sich nicht um missglückte Altlasten von der Resterampe – sondern um zumeist hochwertige Games von grossen und kleinen Publishern, die noch vor einem Jahr grosse Nummern waren. (Die Spiele, nicht die Publisher.) Doch dabei bleibt es nicht: Regelmässig stossen brandneue Titel am Tag ihres Erscheinens aus verschiedenen Richtungen dazu.

Microsoft Studios

Ausserdem sind alle Spiele der Microsoft-Studios immer am ersten Tag des Erscheinens im Game Pass verfügbar. Das betrifft selbst Aushängeschilder wie Halo, Forza Horizon oder den grafisch umwerfenden Microsoft Flugsimulator. Und beim angekündigten Action-RPG Starfield sorgt bereits der Teaser bei Science-Fiction-Fans für einen erhöhten Speichelfluss. Dabei ist über das Spiel so gut wie nichts bekannt, ausser dass es am 11.11.22 erscheinen sollte, jetzt aber auf das erste Halbjahr 2023 verschoben wurde. So oder so: In jedem Fall werden es alle Game-Pass-Abonnenten am Tag des Erscheinens ohne Folgekosten spielen können.

Zusammenschluss mit EA Play

Somit ist der Game Pass also eine gute Sache und wir könnten zur Tagesordnung übergehen. Doch im September 2020 verkündete Microsoft, dass fortan der Dienst EA Play zum Game Pass gehört – und zwar ohne Preiserhöhung, obwohl dieses Abo normalerweise etwa 5 Franken pro Monat kostet. EA Play enthält seinerseits eine Auswahl von Spielen, die von Electronic Arts stammen – darunter grosse Nummern wie FIFA 20, Titanfall 2, Battlefield, Mass Effect oder Die Sims. So ganz nebenbei wurde der Wert des Game Pass also gesteigert. Doch das war in Microsofts langfristiger Planung offenbar nur der Schneeball, der die Lawine ins Rollen brachte.
Die Titel von «EA Play» sind nun ebenfalls ein Bestandteil des Game Pass
Quelle: PCtipp.ch

Der Kauf von ZeniMax

Für Furore sorgte im März 2021 der Kauf des Medienunternehmens ZeniMax für knapp acht Milliarden US-Dollar, zu dem wiederum die renommierten Bethesda Game Studios gehören – samt ihren eigenen Studios mit klingenden Namen wie id Software, die Arkane Studios oder MachineGames. Das bedeutet zweierlei:
Erstens, so berühmte und beliebte Marken wie Doom, The Elder Scrolls oder Fallout gehören jetzt Microsoft; alle neuen Titel lassen sich am Tag des Erscheinens herunterladen und spielen. Zudem wanderte der bestehende Katalog nach der erfolgreichen Übernahme schnurstracks in den Game Pass. Zweitens werden zukünftige Versionen dieser Schätze nur noch dort erhältlich sein, wo es den Game Pass gibt: auf dem PC und auf der Xbox – und in der Cloud, aber dazu später mehr. Die Konsolen von Sony und Nintendo werden hingegen leer ausgehen. Und so ist einmal mehr des einen Freud’, des anderen Leid.
So legendäre Marken wie «The Elder Scrolls» gehören nun Microsoft
Quelle: PCtipp.ch

Der Kauf von Activision Blizzard

Damit sollte der Kuchen gegessen sein, aber nein: Im Januar gab Microsoft bekannt, dass auch Activision Blizzard für sagenhafte 69 Milliarden US-Dollar gekauft wird – zusammen mit ihren Marken wie World of Warcraft oder die Call of Duty-Reihe. Zur Akquise gehören aber auch sehr erfolgreiche Mobile-Games wie das berühmt-berüchtigte Candy Crush. Die Tatsache, dass alle diese Titel in den Game Pass wandern und sämtliche Neuzugänge ab Tag 1 kostenlos gespielt werden, muss man erst einmal auf sich wirken lassen.
Natürlich betrüben diese Übernahmen die Konkurrenz, allen voran Sony. Der japanische Platzhirsch steht fast über Nacht unter einem enormen Druck. Zwar versucht Sony mit dem überarbeiteten Dienst PlayStation Plus ab dem 13. Juni Gegensteuer zu geben und stellt unzählige Spiele für eine monatliche Pauschale zur Verfügung. Doch um wirklich mitzuhalten zu können, müssten die aktuellen und kommenden PlayStation-Kracher wie Horizon: Forbidden West oder God of War:Ragnarök für Abonnenten am ersten Tag zum Download freigegeben werden – und das wird auf absehbare Zeit nicht passieren.
Die «Horizon»-Spiele gehören zu Sonys Kronjuwelen; zurzeit ist es undenkbar, dass sie im Rahmen einer Pauschale angeboten werden
Quelle: PCtipp.ch



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