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ESET

 

Test: Panasonic Lumix DMC-G70

Fotos und 4K-Videos verschmelzen bei dieser pfiffigen Kamera zu einem sinnvollen Ganzen.

von Klaus Zellweger 06.08.2015

«Wie billig!» Das war der spontane Gedanke beim Erstkontakt mit der Panasonic Lumix DMC-G70. (Im folgenden kurz «G70» genannt.) Das Gehäuse aus Kunststoff entspricht so gar nicht dem aktuellen Trend der edlen Kompaktkameras. Unser Testgerät war in Anthrazit gehalten, aber der Anblick des Gehäuses lässt trotzdem keinen Zweifel daran offen, woraus es besteht.

Klein, leicht, potent: die Panasonic Lumix DMC-G70 Klein, leicht, potent: die Panasonic Lumix DMC-G70 Zoom© ze / PCtipp

Bei nochmaligem Nachdenken muss dieser erste Eindruck bereits relativiert werden. Die G70 verströmt zwar kein Gefühl von Luxus, aber das ist auch nicht nötig. Wie wir noch sehen werden, bietet die Panasonic aussergewöhnliche Möglichkeiten, die fast allen Anforderungen gerecht werden. Und weil sie mit Objektiv nur 516 Gramm wiegt, kann man sie stundenlang durch die Gegend tragen, ohne den aufrechten Gang zu verlernen.

Die Gehäuseform der G70 orientiert sich an den Spiegelreflex-Kameras, allerdings mit geringeren Abmessungen. Der grosse Wulst auf der rechten Seite liegt perfekt in der Hand. Durch das geringe Gewicht lässt sich die Kamera ohne Anstrengung einhändig bedienen, solange nicht gezoomt oder an den Einstellungen geschraubt wird. Ein weiterer Vorteil: Die Batterie und die Speicherkarte sind im Handgriff untergebracht und lassen sich auch dann wechseln, wenn die Kamera mit dem Stativ-Adapter bestückt ist.

Bedienung

Die Bedienelemente fühlen sich griffig an; allerdings sind die Einstellräder scharfkantig genug, um während der umtriebigen Lernphase unangenehm aufzufallen. Die beiden beschrifteten Räder steuern die Auslöseart und die Belichtungsprogramme. Zwei weitere, unbeschriftete Einstellräder befinden sich neben der Daumenauflage und unter dem Auslöser. Sie regeln je nach Belichtungsart die Verschlusszeit, die Blende oder andere Einstellungen, wenn gleichzeitig eine der Funktionstasten gedrückt wird.

Die Einstellräder sind griffig, aber auch scharfkantig Die Einstellräder sind griffig, aber auch scharfkantig Zoom© ze / PCtipp

Apropos: Ganze 11 Funktionstasten lassen sich frei belegen, bis hin zur Steuerung der Mikrofon-Richtcharakteristik. Allerdings sind nur 5 Tasten «echt», die restlichen sind Bestandteil der Display-Anzeige.

Ein Lob verdienen auch die Menüs: die grosse Schrift und die klare Darstellung erleichtern den Umgang enorm. Allerdings scheinen die Einstellungen kein Ende zu nehmen. Allein die Parameter für die Fotofunktion umfassen acht Display-Seiten; hier hilft das «Quick-Menü» weiter, das individuell belegt werden kann.

Die Menüs sind umfassend und trotzdem angenehm zu bedienen Die Menüs sind umfassend und trotzdem angenehm zu bedienen Zoom© ze / PCtipp

Display und Sucher

Display. Das Touch-Display lässt sich in alle Richtungen kippen und schwenken. Bei Bedarf wird es nach innen versenkt – sei es seinem Schutz in einer rauen Umgebung oder als Disziplinieren gegen das Chimping (das ständige Kontrollieren der letzten Aufnahme). Die Anzeigen sind gross und übersichtlich. Bei der Bedienung mit dem Finger überzeugt das Display mit seiner Präzision und Reaktionsfreude.

Optimal geschützt Optimal geschützt Zoom© ze / PCtipp

Über das Touch-Display werden nicht nur Einstellungen geändert, sondern auch der Fokus verschoben. Das funktioniert selbst bei Filmaufnahmen, was zu einer butterweichen Verlagerung der Schärfe führt – solange die Kamera auf einem Stativ montiert ist.

Der grosse OLED-Sucher gefällt durch seine hervorragende Schärfe und Klarheit. Dafür sorgen nicht nur die 2.36 Millionen Bildpunkte, sondern auch die schnelle Wiederholrate von 60 fps. Erst wenn es fast dunkel ist, beginnen schnelle Bewegungen zu verschmieren. Der Sucher lässt sich ausserdem bis zu ±4.0 Dioptrien korrigieren – zum Glück, denn als Brillenträger ist es praktisch unmöglich, das gesamte Sucherbild zu überblicken.

Objektiv

Das mitgelieferte Zoom ist leicht, sehr kompakt und bewahrt den Charakter der G70. Diese Leichtigkeit ist aber auch den durchschnittlichen Werten zu verdanken. Die Brennweite erfasst den unspektakulären Bereich von 28 bis 84 mm (KB), die Lichtstärke beträgt gerade einmal ƒ/3.5 bis ƒ/5.6. Die kürzeste Entfernung beträgt rund 30 Zentimeter.

Klein und leicht: das Kit-Zoom Klein und leicht: das Kit-Zoom Zoom© ze / PCtipp

So viel zum ersten Augenschein. Sehen wir uns an, was die G70 ihrem Fotografen an Möglichkeiten bietet.

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