Test: Panasonic Lumix G9

von Luca Diggelmann 18.12.2017

Bildqualität

Die ewige Schwäche von Micro-4/3-Kameras ist die Bildqualität und trotz modernster Technik kann auch die Lumix G9 diesen Angstgegner nicht ganz überwinden. Schlecht sind die Bilder der G9 auf keinen Fall. Aber mit einer preislich vergleichbaren APS-C-Kamera kann die G9 nicht ganz mithalten. Allem voran fehlt es an Details. Das ist vor allem dann relevant, wenn die Bilder gross gedruckt werden sollen oder wenn stark zugeschnitten wird. Ist beides nicht der Fall, reicht die Bildqualität der G9 locker aus. Farben und Kontraste werden wunderbar festgehalten und sollten für praktisch alle Anwendungen von Amateur bis Profi ausreichen.

Der Detailgrad kommt nicht an grössere Sensorsysteme heran Der Detailgrad kommt nicht an grössere Sensorsysteme heran Zoom© lpd / PCtipp

Für extreme ISO-Ansprüche wird es eventuell knapp: Über 6400 ISO sind die Fotos der G9 schon nicht mehr wirklich brauchbar. Da sind einige Konkurrenten noch etwas besser. Wir sprechen hier jedoch von Extremfällen.

In Standardeinstellungen gibt die G9 ordentliche und unspektakuläre JPG-Bilder aus, die sich nicht extrem von den RAW-Dateien unterscheiden. Letztere konnten wir leider noch nicht durch Lightroom jagen, da Adobe die Lumix G9 noch nicht unterstützt.

Mit einem besseren Objektiv kann sich die G9 noch steigern Mit einem besseren Objektiv kann sich die G9 noch steigern Zoom© lpd / PCtipp

Ein Problem stellte sich uns beim Testen der Bildqualität der G9 zusätzlich: Die Bildqualität ist immer die Arbeit von zwei separaten Stücken Hardware: Dem Sensor und dem Objektiv. Genauso wie ein schönes Gemälde durch eine schlechte Plexiglasscheibe schlechter aussieht, kann auch ein toller Sensor ohne entsprechendes Glas davor nicht alleine für tolle Bildqualität sorgen. Im Gegenteil: Ein gutes Objektiv auf einer Einsteigerkamera ist fast immer besser als ein billiges Objektiv auf einer High-End-Kamera. Und schon wären wir beim Problem:

Kit-Objektiv

Die Lumix G9 gibt es entweder als Body oder mit zwei verschiedenen Kit-Objektiven. Einmal mit dem Lumix 12-60 mm (24-120 mm äquivalent) ƒ/3,5–5,6 und einmal mit dem Leica 12-60 mm ƒ/2.8-4.0. Wir konnten das Lumix-Modell testen und waren nicht gerade begeistert.

Das Kit-Objektiv bei 12 mm (24 mm Äquivalent) Das Kit-Objektiv bei 12 mm (24 mm Äquivalent) Zoom© lpd / PCtipp Das Kit-Objektiv bei 60 mm (120 mm Äquivalent) Das Kit-Objektiv bei 60 mm (120 mm Äquivalent) Zoom© lpd / PCtipp

Eigentlich ist es Paradox. Ein wenig als würde man sich einen Ferrari-Motor in einen Fiat einbauen. Klar läuft die Karre schnell, bringt aber das Momentum nicht auf die Strasse und sieht immer noch aus wie ein Fiat. Ähnlich ist es beim Lumix-Kit-Objektiv. Es beginnt bei der mässigen Bauqualität, geht weiter bei der dürftigen maximalen Blendenöffnung und resultiert, logischerweise, in deutlich schwächeren Bildern, als die G9 eigentlich draufhätte. Wir empfehlen die G9 daher ohne das Lumix-Kit-Objektiv. Die Leica-Variante dürfte deutlich besser sein und wenn man schon 2000 Franken für eine Kamera ausgibt, sollte man nicht beim Objektiv sparen. Das wäre der falsche Ort. Lieber ein wenig am Body sparen und dafür gutes Glas davor.

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