Test: Apple Magic Keyboard für iPad Pro

Die Suche nach der eigenen Identität

Das 12,9 Zoll grosse iPad Pro mit dem neuen Magic Keyboard wirkt wie aus einem Guss. Aber trotzdem stellt sich die Sinnfrage – und zwar mehr, als bei allen anderen iPads bisher. Die folgende Betrachtung ist allerdings eine persönliche und kann deshalb auch getrost ignoriert werden.
Würde man mich fragen, wie das perfekte iPad aussieht, dann wäre die Antwort klar: es ist das 11 Zoll grosse iPad Pro mit einer Smart-Folio-Hülle. Und wenn ich unterwegs eine Tastatur benötige, dann verwende ich das externe Magic Keyboard, das Apple für die Macs vorgesehen hat. Diese Kombination funktioniert hervorragend, denn ein Trackpad brauche ich nicht. Aber das kann bei Ihnen natürlich anders sein.
Schick und gleichmässig: die Hintergrund-Beleuchtung
Quelle: PCtipp.ch
Das iPad Pro mit 11 Zoll definiert ausserdem, was in meinen Augen ein iPad ausmacht: ein kleines, leichtes Gerät, das sofort zur Stelle ist und das sich auch problemlos etwas länger in der Hand halten lässt. Dieses iPad passt in jede Tasche und entsprechend gerne nehme ich es mit. Meine primären Einsatzgebiete sind das Schreiben mit Bear, die Planung meines Lebens mit Things 3 und natürlich jede Menge Medienkonsum sowie die Verbreitung von E-Mails mit Spark. Und offen gesagt: Für diese Zwecke könnte ich mit einem Gerät nicht zufriedener sein.
Doch das 12,9 Zoll grosse Modell mit dem Magic Keyboard entfernt sich zunehmend von dieser etwas glorifizierenden Beschreibung. Es ist so gross und so schwer wie ein MacBook (Pro) mit 13 Zoll – und damit auch nicht mehr das kleine, kumpelhafte Gerät, das mir das Leben punktuell erleichtert; stattdessen könnte ich genauso gut das MacBook Pro einpacken.
Es gibt allerdings noch einige Faktoren, die berücksichtigt werden sollten.

Die Vorteile eines iPads

Der grösste Vorteil des iPad Pro besteht darin, dass sich die Tastatur mit einem (sehr entschlossenen) Handgriff entfernen lässt, sodass das Tablet wieder ein Tablet ist. Diese Freiheiten bleiben einem MacBook vergönnt. Das iPad bietet ausserdem hochwertige Apps für alle Lebenslagen, die einen ganz bestimmten Zweck verfolgen – und diesen hervorragend erfüllen, etwa die oben verlinkten Vertreter. Wenn Sie mit dem iPad tatsächlich alle mobilen Aufgaben erfüllen können, dann halten Sie mit diesem Gerät die Krönung der mobilen, siliziumbasierten Schöpfung in den Händen. Das gilt erst recht, wenn Sie vielleicht gar nicht mehr berufstätig sind und deshalb keinen klassischen Computer mehr brauchen.
Und dann lockt das iPad auch noch mit einem weiteren Merkmal, dem Pencil. Er richtet sich nicht nur an die Grafiker und Zeichner, sondern hilft auch den weniger Begabten: etwa bei der Fotoretusche, beim Skizzieren oder beim Kommentieren von PDF-Dateien. Und dieser Vorteil sollte nicht unterschätzt werden.

Vorteile des MacBooks

Wenn ich für die Arbeit unterwegs zwischen 1,4 Kilogramm MacBook und knapp 1,4 Kilogramm iPad wählen kann, gewinnt immer das MacBook. Das liegt einerseits an meiner Arbeit, die unter anderem davon geprägt wird, dass Material aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und aufbereitet werden muss. Material zusammenzutragen ist auf dem iPad einfach sehr viel anstrengender, als unter macOS. Das wissen alle, die es schon einmal versucht haben.
Zum anderen vermisse ich auf dem iPad die herausragenden Programme, die meine Arbeit am Mac massgeblich prägen, allen voran der geniale Keyboard Maestro: Ein Mac ohne diese Software-Perle ist für mich heute nichts anderes, als ein kaputtes Gerät – und deshalb fühle ich mich ohne Keyboard Maestro am iPad seltener in der Stimmung, um produktiv zu werden. Aber auch das ist nur eine persönliche Angelegenheit.

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