Test: iMac 5K mit Retina-Display

Das leistet der iMac 5K

Gemessene und gefühlte Leistung

Auf eine optimierte Konfiguration gehen wir auf der nächsten Seite ein. In der Standard-Konfiguration ist der iMac 5K jedoch mit den folgenden Komponenten bestückt:
Prozessor. Da Intel nach wir vor keine Prozessoren mit der Broadwell-Architektur liefern kann, arbeitet der iMac 5K mit Haswell-Prozessoren, genauer: mit einem Intel Quad-Core Core i5. Der Takt beträgt 3,5 GHz und wird bei Bedarf auf bis zu 3,9 GHz erhöht. Optional kann das Gerät mit einem 4,0 GHz Intel Core i7 bestückt werden, der sich bis auf 4,4 GHz hochtakten lässt.
RAM. Verbaut sind bescheidene 8 GB, die auf bis zu 32 GB ausgebaut werden können.
1 TB Fusion Drive. Die Idee hinter diesem Laufwerk ist so einfach wie bestechend: Es besteht aus einer Symbiose zwischen einer 1-TB-Festplatte und einem schnellen SSD-Speicher mit einer Kapazität von 128 GB. Diese Kombination lässt sich jedoch nicht mit anderen Systemen vergleichen, bei denen zwei unabhängige Speicher verbaut wurden; stattdessen präsentiert sich der Fusion Drive als einzelnes Laufwerk.
OS X allein bestimmt, welche Daten wo gespeichert werden. In einem dynamischen Prozess werden die meistverwendeten Daten und Programme immer auf der SSD gespeichert, der Rest auf die Festplatte ausgelagert. Die Folge: Nahezu das Tempo einer SSD mit der Kapazität einer Festplatte.
Videokarte. Im Standard-Modell kommt eine AMD Radeon R9 M290X mit 2 GB Videospeicher zum Einsatz, die optional durch eine AMD Radeon R9 M295X mit 4 GB Videospeicher ersetzt werden kann.
Benchmark. Der iMac 5K erreichte im Benchmark-Test mit Geekbench einen Wert von 16589, falls jemand direkte Vergleiche anstellen möchte.
Resultate in Geekbench

Gefühlte Leistung

Soviel zu den trockenen technischen Daten. Die gespürte Leistung sorgt hingegen für ein Wechselbad der Gefühle.
Zuerst die positiven Seiten. Was immer Sie mit dem iMac 5K vorhaben: Er wird Sie nicht enttäuschen. 4K-Videoverarbeitung, riesige Photoshop-Dateien oder umfangreiche Fotoexporte: Alles läuft schnell und flüssig. Bei der Videoverarbeitung sind überhaupt keine Verzögerungen wahrzunehmen – zumindest nicht bei den Apple-eigenen Editierprogrammen iMovie (im Lieferumfang enthalten) und Final Cut Pro.

Das st-sto-stockt aber!

Der Leistungseinbruch kommt von einer überraschenden Seite. Ausgerechnet so banale Dinge wie QuickLook (Vorschau einer Datei durch Drücken der Leertaste) stottern vor sich hin – und zwar auf eine Weise, die nervt. Beim Öffnen von neuen Safari-Fenstern kommt es etwa jedes fünfte Mal zu einem kurzen Flackern, was in anderen Programmen oder beim Browser Chrome nie der Fall ist.
Aus diesem Grund vermuten wir hier keinen Hardware-Fehler, sondern schieben dem neuen OS X «Yosemite» die Schuld in die Schuhe. Im Internet gibt es vereinzelt Reklamationen über partielle Leistungseinbrüche – allerdings haben wir diese auf anderen Macs so nicht zu spüren bekommen. Wie auch immer: Wir sind guter Dinge, dass diese kleinen Patzer mit einem System- oder Firmware-Update aus der Welt geschafft werden.

Lüfter und Lärm

Der iMac 5K zeigt keine «dezente Laufruhe». Er arbeitet auch nicht «flüsterleise». Stattdessen ist er im Normalbetrieb unhörbar – schlicht und ergreifend. Dabei sind mit «Normalbetrieb» auch Arbeiten an Photoshop-Dateien oder Videoschnitt gemeint. Der Lüfter macht sich erst dann bemerkbar, wenn der Prozessor ungefährt drei Minuten lang komplett ausgelastet wird, zum Beispiel bei der Konvertierung einer Videodatei.
Test unter Volllast
Solange Sie jedoch keine Videos exportieren, werden Sie die Lüfter wahrscheinlich nie zu hören bekommen.
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Kommentare
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Midori
21.11.2014
Hui, was für ein Test! Habe zwar nach wie vor eine gewisse Skepsis gegenüber Testberichten von Klaus Zellweger, aber einzelne Punkte lassen auch mich beinahe "vergeifern". Hoffe, dass die iMacs Druck auf andere Hersteller machen und der Trend von hochauflösenden Panels endlich auch auf externe Monitore überschlägt; habe die <100-dpi-Monitore satt. Bin froh, dass ich vor 2 Jahren zu einem 22-Zöller mit 1920*1200 Pixel gegriffen habe. Immerhin 103 dpi... Besser (im Sinne von Pixeldichte vs. Arbeitsfläche) ging's damals [zu vernünftigen Preisen] nicht. Aber dass man die Festplatte/SSD nicht tauschen kann finde ich schwach, ja fast schon bedenklich.

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Nebuk
21.11.2014
Es ist ja nicht so, dass die Panel oder die Auflösung das einzige Problem wäre. Was bringen dir 300 ppi auf einem 27" Ultra HD Monitor, wenn du keine Hardware hast welche die Pixel anständig befeuern? Der Grossteil der Hardware (jede aktuelle?) ist bei UHD heute noch komplett überfordert, wenn man ein Spiel in der Auflösung und maximalen oder nur hohe Details spielen will. Das ist nämlich der Grund warum ich mir nicht mal einen Monitore mit lediglich einer WQHD (2560 x 1440) Auflösung zulege - das wären bei einem 24" Monitor übrigens 122 ppi. Meine Grafikkarte (GTX 570) hätte keine Chance, meine alten Spiele in angemässener Weise zu bepowern. Von UHD möchte nicht mal anfangen... Ich werd mich aber dieses Jahr noch von meinem alten 22" FullHD und noch sehr viel älteren 17" Monitoren (TN Panels) trennen und mir zwei 24 Zöller mit IPS Panel kaufen. Leider keine Auflösung jenseits von FullHD. Anders wäre es mir auch lieber :(

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Midori
22.11.2014
Klar, aber bei Games brauche ich wiederum keine 300 dpi. Es geht mir v. a. um Schriften und Symbole. Ohne anständige Skalierung ist es aber ohnehin keine Augenweide. Und solange HDCP 2.2 nicht grossflächig eingesetzt wird, werde ich persönlich ohnehin von einem Kauf eines hochauflösenden Bildschirms absehen. IPS kann ich wärmstens empfehlen; habe damals den Eizo S2243W gekauft und bin sehr zufrieden damit. Gewinnt zwar keinen Designpreis (etwa 8 cm Tiefe), aber was solls.