Praktische Hörhilfe

Die Schritte zum Hörgerät

Die neuen Aspekte zur Hörgesundheit umfassen nicht eine, sondern gleich drei Funktionen. Zuerst muss geklärt werden, wie es um die eigene Hörfähigkeit bestellt ist. Diese Aufgabe übernimmt der integrierte Test, der durch eine Reihe von Tönen analysiert, welche Frequenzen noch wahrgenommen werden. Als Resultat wird ein Hörprofil erstellt, mit dem die Klangkulisse so moduliert wird, dass die Schwächen möglichst gut kompensiert werden.

Die Prävention

Bild 4: Die Reduktion einer lauten Umgebung fördert die Prävention
Quelle: PCtipp.ch
Und schliesslich kommt auch die Vorsorge nicht zu kurz, indem laute Umgebungen automatisch gedämpft werden – also zum Beispiel in Fabrikhallen, auf Konzerten oder auf Baustellen. Der Schalter ist in den Einstellungen nicht im neuen Bereich Hörgesundheit zu finden, sondern weiter unten bei Laute Geräusche reduzieren, Bild 4. Damit wird die Geräuschkulisse nicht einfach nur abgeschwächt, sondern durch den H2-Chip in den AirPods Pro bis zu 48 000 Mal pro Sekunde analysiert und dynamisch angepasst. So soll die Musik an Konzerten weiterhin natürlich und dynamisch klingen, was wir allerdings nicht getestet haben. Und spätestens an diesem Punkt gehört auch die Jugend zur Zielgruppe, die sich normalerweise nicht um die Lärmbelastung kümmert.

Der Hörtest als Grundlage

Kaum jemand lässt ohne Anlass einen Hörtest anfertigen. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass wir uns erst dann um das Gehör kümmern, wenn etwas im Argen liegt. Und so bleibt das Gros der Menschen im Unklaren darüber, wie es um die eigene Hör­fähigkeit bestellt ist. Doch das ändert sich jetzt innerhalb von wenigen Minuten – und ohne dass ein Termin bei einem Spezialisten vereinbart werden muss.
Bild 5: Der Hörtest bildet die Grundlage für die weiteren Anpassungen
Quelle: PCtipp.ch
Um den Hörtest zu starten, öffnen Sie die Einstellungen der AirPods Pro. Tippen Sie im neuen Bereich Hörgesundheit auf Hörtest machen, Bild 5. Der folgende Test ist ein Selbstläufer, indem der Assistent schrittweise durch den Prozess führt: zuerst beim linken, danach beim rechten Ohr. Dabei muss lediglich auf das Display getippt werden, wenn ein Ton wahrgenommen wird, Bild 6. Jede Frequenz wird dreimal abgespielt und es bleibt genügend Zeit, um die Sache ganz entspannt anzugehen. Am Schluss wird das Audiogramm angezeigt und verschlüsselt in der Health-App gespeichert, damit es später zu Vergleichs­zwecken hinzugezogen werden kann, Bild 7.

Die Anpassungen

Damit ist das Fundament gelegt, doch der kniffelige Teil kommt noch: Jetzt muss ausgelotet werden, welche Einstellungen am besten zu den eigenen Bedürfnissen passen.
Bild 6: Auf den Bildschirm tippen: Das ist auch schon alles
Quelle: PCtipp.ch
Bild 7: Apples Hörtest resultiert in einem individuellen Audiogramm
Quelle: PCtipp.ch
Öffnen Sie zuerst die Einstellungen der AirPods Pro und anschliessend den Bereich Hilfe beim Hören. Überzeugen Sie sich, dass die Option Hörgerät aktiviert ist. Schliessen Sie die Einstellungen.
Bild 8: Die wichtigsten Einstellungen erreicht man über das Kontrollzentrum
Quelle: PCtipp.ch
Für die Anpassungen, die Sie in der ersten Zeit immer wieder bemühen werden, ziehen Sie am iPhone das Display von rechts oben nach unten, um das Kontrollzentrum zu öffnen. Drücken Sie etwas länger auf die Schaltfläche für die Höreinstellungen, Bild 8. Jetzt öffnen sich die Einstellungen, die mit der Hörgerätfunktion in direktem Zusammenhang stehen. Einige erscheinen ausserdem nur, wenn Musik abgespielt wird.
● Transparenzmodus: Wenn die AirPods Pro als Hörgerät im Alltag verwendet werden sollen, tippen Sie ganz oben auf Transparenzmodus, Bild 9 A – also anstelle der Telefonie oder des Medienkonsums wie Videos oder Musik.
● Verstärkung: Wie der Name schon sagt, definiert die Verstärkung B, wie stark die Umgebungsgeräusche angehoben werden. Das ist besonders hilfreich in Situationen, in denen die gesamte Geräuschkulisse wahrgenommen werden soll. Leise Umgebungsgeräusche werden stärker betont.
Bild 9: Es braucht etwas Zeit, um für sich die besten Einstellungen zu finden
Quelle: PCtipp.ch

● Umgebungsgeräuschreduktion: Diese Einstellung C nutzt die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) der AirPods Pro, um die Umgebung zu dämpfen oder sogar vollständig zu eliminieren. Damit wird eine ruhige Atmosphäre geschaffen, die es einfacher macht, sich auf Musik oder Anrufe zu konzentrieren.
● Konversationsverstärkung: Diese Funktion D verstärkt gezielt Stimmen in der Nähe und hilft dabei, Gespräche besser zu hören – selbst in einer lauten Umgebung. Sie nutzt die Mikrofone der AirPods Pro, um Stimmen von Personen herauszufiltern und deutlicher zu machen, während Hintergrundgeräusche reduziert werden.

Wechselwirkungen

Die Kunst besteht nun darin, für sich selbst die besten Einstellungen zu finden – und ein Gespür dafür zu entwickeln, in welchen Situationen eine Einstellung am besten funktioniert. Denn Interessenskonflikte sind unvermeidlich. So arbeiten die Funktionen Verstärkung und Umgebungsgeräuschreduktion gegeneinander und es wäre sinnlos, sie beide zu maximieren. Dasselbe gilt für Umgebungsgeräuschreduktion und Konversationsverstärkung: Wenn zweitere besonders wichtig ist, etwa an einem geselligen Abend, sollte die Geräuschunterdrückung zurückgefahren oder deaktiviert werden. Deshalb sind die Gewöhnungszeit und die Lernkurve nicht zu unterschätzen. Tatsächlich bieten die AirPods Pro noch viele weitere Einstellungen ausserhalb des Kontrollzentrums, mit denen man sich aktiv auseinandersetzen sollte.



Kommentare
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stebra
10.03.2025
Ich habe bereits vor ein paar Jahren gemeint, es müsste bei Noise-Cancelling Ohrhörern möglich sein, dass sie als Hörgerät einsetzbar wären. Ich habe aber inzwischen "richtige" Hörgeräte, so kleine im Ohr. Der Vergleich nun mit den AirPods: Bei beiden vermisse ich den Wow-Effekt. Verstehen von anderen Personen in lärmiger Umgebung ist immer noch schwierig, allen Werbeversprechungen zum Trotz. Die Im-Ohr-Hörgeräte bemerke ich aber weniger. So war ich einmal verwundert, dass die AirPods auf einmal nicht mehr passten - da war halt schon etwas im Ohr. Der grosse Vorteil der AirPods: Musik hören in bester Qualität, Hörgeräte (ich habe da auch sehr teure probiert) können da nie mithalten. Umgekehrt, und das fehlt im Artikel: AirPods müssen nach etwa 5 Stunden wieder aufgeladen werden, während Hörgeräte (mit Akku) einen ganzen Tag halten (für das Geld könnte man sich sehr gut mehrere AirPods leisten. Frage: funktioniert dies mit einer Ladebox (und einem iPhone)? Zu den Einstellungen: Dreht man die Verstärkung auf, so gibt es ein störendes Rauschen - nicht nur von der Umgebung. Ich vermisse auch die Integration der Apple Watch: Denn wann man mit den AirPods daherkommt und gleichzeitig mit dem iPhone "spielt", wird das von anderen Personen erst recht als unhöflich betrachtet. So ist es gar nicht so einfach, die verschiedenen Einstellungen in verschiedenen Situationen auszuprobieren. So bleiben die meisten Einstellungen in der Standardstellung - wie auch beim Hörgerät. Fazit: Daheim und alleine unterwegs nütze ich die AirPods, im Beruf und unter Leuten die Hörgeräte.