Duell der Foto-Systeme

Der Kauf eines Kamerasystems will gut überlegt sein. Wir zeigen, was es bei der Wahl zu beachten gilt.

von Klaus Zellweger 25.08.2014

Der Kamera-Markt befindet sich in einem dramatischen Umbruch. Die billigen Kompakten verlieren gerade den Kampf gegen die Smartphones und werden in wenigen Jahren ganz verschwunden sein. Sie haben den immer besseren Sensoren, der Omnipräsenz in der Hosentasche und den unzähligen Apps nichts entgegenzusetzen.

Doch bei aller Liebe zum Smartphone: Wer bei der Qualität und dem Ausbau kompromisslos bleiben will, greift heute zu einer Spiegelreflex-Kamera (kurz SLR für «Single Lens Reflex») oder zu einer der spiegellosen Systemkameras, die so stark auf dem Vormarsch sind. Die Auswahl ist gross und die Kameras attraktiv. Die meisten Modelle liefern eine hervorragende Qualität. Und das reichhaltige Zubehör sorgt dafür, dass auch Landschafts-, Sport- oder Makrofotografen auf ihre Kosten kommen, für die eine Smartphone-Kamera gänzlich ungeeignet ist.

Schwer im Kommen: kompakte Systemkameras Schwer im Kommen: kompakte Systemkameras Zoom© Olympus

Trotz der enormen Auswahl hat der Griff zur idealen Kamera wenig mit Glück zu tun. Sie müssen lediglich Ihre Bedürfnisse kennen und auf die richtigen Merkmale achten.

Der Systemgedanke

Unter einer «Systemkamera» versteht man eine Kamera, die sich in alle Richtungen ausbauen lässt. Dazu gehören vor allem Wechselobjektive, aber auch die passenden Blitzgeräte und anderes Zubehör. Jeder Topf findet hier seinen Deckel. Ironischerweise galten diese Eigenschaften schon immer für die SLRs; trotzdem unterscheiden sich diese neuen, spiegellosen Kameras stark genug, um einer eigenen Kategorie anzugehören. Dazu später mehr.

Egal, ob Sie eine SLR oder einen spiegellose Systemkamera kaufen: Mit der Anschaffung betreten Sie einen geschlossenen Kreis. Canon-Objektive können ihr Potenzial nur an einer Canon-Kamera ausspielen. Nikon-Blitze harmonieren nur mit Nikon-Kameras. Und so weiter. Objektive und anderes Zubehör lassen sich zwar mit Adaptern an fremde System anpassen, doch das geht immer zulasten der Funktionalität und kommt deshalb in der Praxis eher selten vor. Und wenn doch, dann geschieht das entweder mit sündhaft teuren Leica-Objektiven oder einfach aus Jux und Tollerei, so wie hier:

Machbar, aber wenig sinnvoll: Ein 40 Jahre altes Minolta-Makro an einer neuen Fujifilm X-E2 Machbar, aber wenig sinnvoll: Ein 40 Jahre altes Minolta-Makro an einer neuen Fujifilm X-E2 Zoom© ze / IDG

Drum prüfe, wer sich teuer bindet …

Wer also später merkt, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat, muss die Geräte mit dem entsprechenden Abschlag wieder loswerden. Deshalb sollte vor dem Kauf nicht nur die Kamera, sondern auch das ganze System gründlich geprüft werden.

Soviel sei jedoch verraten: Wenn Sie sich für das System eines renommierten Herstellers entscheiden, dann gibt es kein «besser» oder «schlechter», sondern nur verschiedene Bedürfnisse und Ambitionen, die mehr oder weniger gut abgedeckt werden. Wenn Sie einen bestimmten Fotobereich anpeilen (Landschaft, Studio, Sport usw.), dann machen Sie sich zuerst ein Bild vom verfügbaren Zubehör und den angebotenen Objektiven. Darauf können wir hier nicht im Detail eingehen; aber wenn es um die schiere Auswahl an kompatiblem Zubehör geht, sind die SLRs von Nikon und Canon unerreicht.

Nächste Seite: SLRs gegen spiegellose Systemkameras

Seite 1 von 5
       
       

    Kommentare

    • octane 25.08.2014, 15.58 Uhr

      Beim Querschnitt durch eine SLR Kamera wird ausgerechnet ein Modell von Sony gezeigt (möglicherweise ein älteres das tatsächlich noch einen Klappspiegel besitzt). Bei den aktuellen Sony SLT Kameras gibt es zwar einen Spiegel. Dieser ist jedoch teildurchlässig und fix. Er klappt überhaupt nicht hoch. Das ist auch der Grund weshalb die Sony SLT Kameras im Videomodus einen funktionierenden schnellen AF bieten können. Und zum Thema "Vollformat mehrere Tausend Franken gross und schwer". Schaut eu[...]

    • hpe05 25.08.2014, 16.15 Uhr

      Wer eine Nikon kauft - einstmals der Rolls Royce unter den Kameras - bekommt heute einen Service, der den Namen nicht ansatzweise verdient. Ich wollte meine ca. fünf Jahre junge Coolpix (kein Billigmodell) reparieren lassen, weil das Bild blau geworden ist. Nach zwei Tagen bekam ich die Kamera zurück mit der Bemerkung, die würde nicht mehr repariert, weil das Mutterhaus in Tokyo keine Teile liefert. Eine Ersatzlösung wurde mir nicht angeboten. Ich habe mich umgehört - das passiert auch mit noch[...]

    • octane 25.08.2014, 16.43 Uhr

      Ich wollte meine ca. fünf Jahre junge Coolpix (kein Billigmodell) reparieren lassen, weil das Bild blau geworden ist. Nun ja in der digitalen Welt sind fünf Jahre eine Ewigkeit. Je nach Modell lohnt sich eine Reparatur dann wirklich nicht mehr. Da gehen die Meinungen halt auseinander. Sowohl Nikon wie auch Canon leben heute noch von ihrem guten Namen und dem "Profiimage". Das wird halt gekauft. Für mich sind sie einfach stehengeblieben und von gestern. Technisch fortschrittliche Kameras[...]

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.