Apple 03.04.2020, 12:00 Uhr

Die iPad-Challenge

Apple preist das iPad als vollwertigen Notebook-Ersatz an. Kann das Tablet meinen Job als IT-Journalist stemmen? Ich habe zwei Wochen lang nur mit dem iPad gearbeitet, um genau das zu testen.
Unser Redaktor stellte sich einer Zwei-Wochen-iPad-only-Herausforderung
(Quelle: stokpic/Pixabay )
Geht man nach diversen Tests, Meinungen und Artikeln im Internet, kann das iPad ein Notebook problemlos ersetzen. Also haben wir das ausprobiert. Die vergangenen zwei Wochen habe ich ausschliesslich auf dem iPad gearbeitet und dabei meine Erfahrungen dokumentiert.

Dateiverwaltung

Bild 1: Die Dateiverwaltung funktioniert auf dem iPad anders als auf einem PC oder Notebook
Quelle: PCtipp
Gleich zu Beginn muss ich umdenken, Bild 1. Die Dateiverwaltung auf einem Tablet funktioniert ein wenig anders als auf einem klassischen Rechner. Der primäre Speicher des iPads ist nicht ein lokaler Ordner. Vielmehr ist die Cloud erste Anlaufstelle für Dateien. Es ist absolut möglich, Dateien lokal abzulegen. Allerdings merkt man dabei schnell, dass Widerstand gegen die Cloud alles nur mühsamer macht. Gerade bei Apple-Applikationen wie der Textverarbeitung Pages geht der Weg der Dateien direkt in die iCloud. Die Frage nach lokalem Speicher kommt nur dann auf, wenn der Nutzer diese aktiv stellt. Aber auch Apps von anderen Herstellern mit Cloud-Angeboten gehen diesen Weg – so beispielsweise Office Mobile von Microsoft, das standardmässig auf OneDrive setzt. Auf einem Tablet wäre das nicht immer dringend nötig, das iPad Pro bietet mehr als genug Speicherplatz an. Allerdings sind diese Apps oft primär für Smartphones entwickelt worden und gehen daher von weniger lokaler Ablagefläche aus.
Das iPad funktioniert mit Apples iCloud als Cloud-Dienst am besten. Alle Apple-Apps und die meisten Apps von Drittanbietern sind bestens in die Apple-Cloud integriert. Anbindungen an andere Clouds sind natürlich vorhanden, meistens aber nur über Extraschritte. Die «Dateien»-App wäre grundsätzlich bestens für mehrere Clouds gerüstet und kann alle gängigen Cloud-Speicher integrieren. Allerdings gehen Apps wie Pages oder Word gar nicht erst den Weg über «Dateien», sondern speichern direkt in die jeweilige Cloud. Das bringt mich in eine etwas unangenehme Situation: iCloud ist auf dem iPad der angenehmste Cloud-Dienst. Besonders wenn man diverse Apps verwendet. Für meine Bedürfnisse wäre ausserdem Pages besser geeignet als Word, obwohl ich Word vom PC her gewohnt bin. Aber: Unsere redaktionelle Infrastruktur basiert grösstenteils auf Microsoft-Produkten: Windows-PCs mit Office und OneDrive. Die iCloud-Desktop-App ist auch 2020 noch ein schlechter Witz. Auf der anderen Seite gibt es kaum einen Cloud-Dienst mit mehr kleinen Problemchen als OneDrive, Bild 2. Es gibt kaum eine einfache Aufgabe, die OneDrive für iOS zumindest von Zeit zu Zeit nicht vermasselt.
Bild 2: OneDrive für Apple-Geräte ist leider sehr fehleranfällig
Quelle: PCtipp
Die dritte Option wäre, einen Cloud-Dienst eines komplett anderen Anbieters zu verwenden; beispielsweise Dropbox oder Google Drive. Dadurch würde ich jedoch die praktische Einbindung in die App verlieren und müsste jeweils über das Dateisystem einen Umweg nehmen.
Die Entscheidung fiel schliesslich auf Microsoft, da ich dort bereits meine bestehenden PCtipp-Dateien lagere und die Integration mit Outlook so einiges einfacher gestaltet ist. Für eine langfristige Arbeit auf dem iPad wäre das wahrscheinlich tatsächlich die beste Option. Für meinen Test von nur zwei Wochen hätte ich mir aber durch den Verzicht auf OneDrive einige Kopfschmerzen ersparen können. Schade, denn Microsoft ist in vielen Büros noch immer der Standard mit Office und Windows.


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