KI-Tipps 02.12.2025, 08:00 Uhr

KI lokal nutzen

Wenn Sie eine künstliche Intelligenz lokal installieren, verbleiben die Daten bei Ihnen und werden nicht Teil des Trainings der KI. Dieser Artikel erklärt, wie sich mehrere KIs schnell lokal installieren und nutzen lassen.
(Quelle: Shutterstock AI)
Trainingsdaten sind der Treibstoff für KI-Systeme. Sie bestehen aus einer riesigen Menge an Bildern und Texten. Da die Daten aus dem Internet weitgehend abgegrast sind, suchen sich die KI-Konzerne wie OpenAI, Microsoft, Google und Meta neue Datenquellen, mit denen sie ihre datenhungrigen Modelle füttern können. Immer mehr rücken dabei auch private Daten ins Visier: Beiträge und Bilder auf Facebook, öffentlich zugängliche Dokumente von Google Docs oder eben Daten, die Sie bei der Nutzung einer KI preisgeben.
Wenn Sie mit einer KI wie ChatGPT kommunizieren, gibt es immer auch einen Rückkanal. Informationen fliessen an den Anbieter zurück und dienen künftig womöglich als Trainingsmaterial. Gerichtlich ist diese Praxis bisher nicht abschliessend bewertet. Denn beim Training kommen urheberrechtlich geschützte Werke ebenso wie Firmengeheimnisse und sensible private Daten in das Mahlwerk der KI. Nur bei lokal installierten Offline-KIs können Sie sicher sein, dass keinerlei private Daten abfliessen. So unterbinden Sie, dass der Anbieter erfährt, welche Prompts Sie verwenden, was Sie generieren lassen und welche Daten Sie dafür zur Verfügung stellen. Zudem sind keine teuren Abonnements nötig und Sie unterliegen keinen Begrenzungen. Dank cleverer Tools gelingt die Installation lokaler KI-Modelle mühelos, wie Sie auf den folgenden Seiten erfahren werden.

Voraussetzungen

Bei einer lokalen KI fallen drei PC-Komponenten besonders ins Gewicht. Das erste ist die Grafikkarte. Nvidia-Grafikkarten haben hier die Nase vorn, mit AMD klappt es inzwischen aber auch ganz gut. Es kommt zudem auf den Grafikspeicher an. Grundsätzlich gilt: Viel hilft viel. 4 GB sollten es mindestens sein.
Die zweite Komponente ist der Arbeitsspeicher. Auch hier gilt: Je mehr, desto besser. Die Untergrenze stellen 32 GB dar.
Schliesslich benötigen Sie auch viel Speicherplatz, am besten auf einem schnellen NVMe-SSD (Nonvolatile Memory Express). Das sind die aktuell flinksten SSD-Datenträger, die aussehen wie RAM-Riegel. Sie sind deutlich rasanter als als ältere SATA-SSDs.
Die gute Nachricht, falls Sie keine leistungsstarke Hardware haben: Es gibt viele vereinfachte KI-Modelle, die auch auf alter Hardware passabel laufen. Wenn Ihre Grafikkarte sehr langsam ist, lassen sich manche Modelle zudem allein mit der CPU ausführen. Auch darauf gehen wir später ein.
Die Theorie hinter den abgespeckten Modellen: Ein KI-Modell basiert auf numerischen Koeffizienten, welche die Funktion jedes Neurons im Netzwerk beschreiben. Das Training des Modells berechnet die Gewichtungen und speichert sie als hochgenaue Bruchzahlen. Es stellte sich heraus, dass das Runden dieser Bruchzahlen im trainierten Modell es ermöglicht, das KI-Modell auf normalen Computern auszuführen, wobei sich die Leistung nur geringfügig verringert. Dieser Rundungsvorgang nennt sich Quantisierung. Damit lassen sich die Grösse und die Hardware-Ansprüche des Modells erheblich reduzieren.
Es gibt mehrere Tools, mit denen sich KI-Modelle bequem auf dem eigenen Rechner installieren lassen. Alle haben ihre Vorzüge und Nachteile. Machen Sie sich im Folgenden am besten selbst ein Bild.
Hinweis: Bei vielen aktuellen KI-Modellen kommen Sie mit englischen Texteingaben am besten zum Ziel. Falls Sie Hilfe beim Übersetzen brauchen, ist ein digitaler Dolmetscher wie deepl.com sehr nützlich.



Kommentare
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netpilots
02.12.2025
KI lebt von den Informationen alles Benutzer. Wozu lokal nutzen und Informationen für den Lernprozess verweigern. Man kann nicht nur nehmen, etwas dazu geben ist angebracht.

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Klaus Zellweger
03.12.2025
KI lebt von den Informationen alles Benutzer. Wozu lokal nutzen und Informationen für den Lernprozess verweigern. Man kann nicht nur nehmen, etwas dazu geben ist angebracht. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Datenschutz ist nicht binär, nicht nur Schwarz und Weiss. Jeder von uns speichert massenhaft Informationen, die nicht wirklich vertraulich sind. (M)eine Patientenakte würde ich keiner K.I. zum Frass vorwerfen. Andererseits habe ich vermutlich keine einzige E-Mail, die so vertraulich ist, dass man sie nicht anonymisiert einer KI zum Training überlassen könnte. Es ist, wie du schreibst: Wir alle werden enorm von KI profitieren! Deshalb sollte es bis zu einem gewissen Grad als “Bürgerpflicht” angesehen werden, mit den eigenen Daten etwas zum Training beizutragen. Wenn das anonymisiert passiert, habe ich nichts dagegen einzuwenden. Dann hören die KIs vielleicht auch irgendwann auf zu halluzinieren.

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gucky62
06.12.2025
Es kommt nun doch auf die KI/ML Klasse an. Klasse 1-3 fungieren sehr wohl auch lokal ganz gut und sinnvoll. Erst ab Klasse 4-5 sind dann die komplexeren, regenerative KI Modelle gemeint. Nur mal den AI Guide der EU anschauen zeigt da einiges. Unter KI laufen nun einmal verschiedene Modelle, Anwendung-Scope und Ausprägung. Der Datenschutz ist auch bei KIs ein absolutes Muss, wie eine grosse Portion Misstrauen zu den Resultaten. kI sind ein Hilfsmittel und nicht mehr. Entscheidungen z.B. nur einer KI zu überlassen zeugt von einer grossen Unverständnis und viel zu viel Vertrauen in KI Resultate. Da ist eine ganze Menge Unsinn und eine nicht gerade geringe Fehlerquote dabei. So mehr als um die 80% Trefferquote liegt kaum drin. Das Training kann das kaum verbessern. Und gerade VhatGPT usw. haben aufgrund der schlechten Datenqualit-t für das Training noch höhere Quoten.